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Mercedes-Benz 280 SE 3.5 Cabriolet (W 111)

Im August 1961 stellt die Daimler-Benz AG das neue Cabrio aus der Baureihe W 111 vor. Technisch ist es identisch mit dem Coupé der Baureihe, aber bedingt durch das fehlende Stahldach hat die Karosserie des Cabrios zahlreiche Versteifungselemente. Im September 1969 debütiert das 280 SE 3.5 Cabriolet als leistungsstärkste Version mit einem völlig neu entwickelten 3,5-Liter-V8-Motor. Das Topmodell ist schnell zu erkennen: der Kühlergrill ist niedriger und breiter. Daher werden diese Fahrzeuge auch als „Flachkühler“ genannt. Das Achtzylinder-Cabriolet wird nur 1.232-mal gebaut und gehört heute zu den gesuchtesten Klassikern seiner Epoche.

Hauptabsatzmarkt für die dieses exklusive Modell – immerhin beträgt der Neupreis im Juli 1970 stolze 35.631 ohne Sonderausstattung – sind die USA. So bestellt die Daimler-Benz of USA auch dieses Cabrio im September 1970, seine Erstzulassung ist im März 1971. Hervorzuheben ist die umfangreiche Sonderausstattung und hier besonders die Hinterachse mit Sperrdifferential, die kaum ein W 111 Cabrio hat.

Anfang 2015 ist das Fahrzeug wieder zurück in Europa. Als Mercedes-Benz Classic das Auto ankauft, hat es noch die US-typischen Merkmale wie beispielsweise den Tacho mit Meilenskalierung und Fahrzeugbeleuchtung. In den Jahren 2015/16 lässt das Mercedes-Benz Classic das Fahrzeug vollständig mit dem Ziel restaurieren originalen Auslieferungszustand wieder herzustellen. Im Zuge der Arbeiten ist das Cabrio auf die europäischen Spezifikationen umgerüstet worden.

Die Vollrestaurierung bezieht alle Fahrzeugteile – und komponenten ein. Im ersten Arbeitsdurchgang werden der Antriebsstrang mit Motor und Getriebe ausgebaut, alle Fahrwerksteile demontiert und die einzelnen Anbauteile abgebaut. Im zweiten Schritt erfolgt eine Bestandsaufnahme über Vollständigkeit, Zustand und Originalität aller Komponenten. Im dritten und aufwendigsten Abschnitt werden alle Teile der Fahrzeugkarosserie und der Antriebseinheit gereinigt, aufgearbeitet und/oder erneuert und wieder zusammengefügt.

Die Fahrzeugkarosserie und ihre Anbauteile werden zerlegt, entlackt und auf mögliche Beschädigungen untersucht. Bei diesem Cabrio waren keine schwerwiegenden Beschädigungen vorhanden. Entsprechend beschränkt sich der Arbeitsaufwand auf die Beseitigung von üblichen Gebrauchsspuren sowie die Perfektionierung von Spaltmaßen und Passgenauigkeit des Chassis. Die abschließende Lackierung ist im Originalfarbton dunkelrotbraun (DB 460). Die Antriebseinheit mit Motor und Getriebe wird bei dieser Vollrestaurierung bis in das kleinste Einzelteil zerlegt, geprüft und überarbeitet. Bei den Arbeiten liegt das Hauptaugenmerk auf der Bewahrung von vorhandener Substanz. Um die größtmögliche Originalität zu erhalten, werden mechanische Komponenten nur dann ersetzt, wenn es unabdingbar ist. In diesen Fällen werden, wenn immer möglich, Originalteile von Mercedes-Benz verbaut.

Alle Arbeiten, von der Zerlegung, Zustandsermittlung und dem Neuaufbau bis hin Archivrecherchen und Originalitätsprüfungen durch Mercedes-Benz Classic sind dokumentiert. Mit Abschluss der Restaurierung erhält der Käufer ein Fahrzeug im Neuwagenzustand. Im Kaufpreis sind 19% MwSt enthalten.

Keine Haftung für Druck- und Schreibfehler.
Irrtum und Zwischenverkauf vorbehalten.

Fahrzeugdetails

280 SE 3,5 Cabrio
S Klasse
W111
1970
600 Kilometer
2
01.07.1970
Mercedes Benz Museum
Concours Edition
auf Anfrage
auf Anfrage
auf Anfrage
Ja
750.490 Euro
Ja

Technische Details

Cabrio/Roadster
200 PS
3.499 ccm
8
2
links
Automatikgetriebe
4
Heckantrieb
Scheibenbremsen
Scheibenbremsen
Benzin
94 s
205 km/h
13,5 l

Individuelle Konfiguration

Dunkelrotbraun (DB 460)
Rot (1079)
Leder
Nein
Ja
Nein
Nein
Nein
Ja
Nein
Nein
Nein
Ja
Nein
1.232
11.1969 - 07.1971

Ausstattung

Sonderausstattungen gem. Datenkarte:
256 = Hinterachse mit Sperrdifferential
420 = automatisches Getriebe (Mittelschaltung)
452 = Zweiklangfanfare
461 = Instrumente in Englisch
491 = USA Ausführung
503 = Außenspiegel links
513 = Radio Becker
524 = Lackkonservierung
531 = Antenne automatisch
570 = Armlehne klappbar vorn
586 = Klimaanlage (580) mit elektrischen Fensterhebern (584)
595 = wärmedämmendes grünes Glas rundum
601 = Öl für Hinterachse mit Sperrdifferential in Kanister
641 = Weißwandreifen
740 = Verdeckstoff schwarz

Modell Historie

Modell Historie: Mercedes-Benz 280 SE 3.5 Cabriolet (W 111)

Im August 1961 wurde das 220 SEb Cabriolet vorgestellt, das bis auf das fehlende Dach und die erforderlichen Karosserieversteifungen in allen Einzelheiten dem Coupé entsprach. Die elegante und repräsentative Neukonstruktion trat die Nachfolge des bereits seit Oktober 1960 nicht mehr produzierten Cabriolets der Baureihe 128 an.

Ein halbes Jahr später debütierten auf dem Genfer Automobil-Salon die Typen 300 SE Coupé und 300 SE Cabriolet, die gewissermaßen durch einen Griff in den Baukasten entstanden waren. Die Karosserie der entsprechenden 220 SEb-Varianten hatte man mit zusätzlichen Zierelementen versehen und mit der Technik des Typs 300 SE kombiniert. Dementsprechend waren die neuen Exklusivmodelle, die wie die zugrundeliegende Limousine der Baureihe 112 angehörten, mit einer ganzen Reihe technischer Besonderheiten ausgestattet. Zur Grundausstattung gehörten 3,0-l-Leichtmetallmotor, 4-Gang-Automatikgetriebe, Servolenkung, Luftfederung sowie eine Zweikreisbremsanlage mit Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrädern. Der zusätzliche Chromschmuck umfaßte eine von den Scheinwerfern bis zu den Heckleuchten durchgehende Chromleiste in der Längssicke sowie ausgeprägte Zierleisten an den vorderen und hinteren Radläufen.

Ab März 1963 waren 300 SE Coupé und Cabriolet wie die Limousine auf Wunsch auch mit 4-Gang-Schaltgetriebe lieferbar; der Listenpreis reduzierte sich in diesem Fall um 1.400,- DM. Im Januar 1964 wurde die Motorleistung auf 170 PS erhöht; die Fahrleistungen konnten dadurch verbessert werden. Ermöglicht wurde diese Leistungssteigerung durch die Umstellung der Einspritzanlage auf eine Sechsstempel-Einspritzpumpe.

Eine Sonderausführung des 300 SE Coupés entstand 1962 als Einzelanfertigung in der Versuchsabteilung. Der hintere Dachabschluß mit der Heckscheibe wurde entfernt und durch ein versenkbares Klappverdeck ersetzt. Das Resultat dieser Änderung war ein Landaulet, das von Entwicklungsvorstand Prof. Nallinger einige Jahre gefahren wurde. Über den Verbleib und das weitere Schicksal dieses interessanten Einzelstücks ist leider nichts bekannt.

Als im August 1965 die „Heckflossen“-Limousinen der Typen 220 Sb, 220 SEb und 300 SE von einer neu konstruierten Modellgeneration abgelöst wurden, blieben die Coupé- und Cabriolet-Varianten im Verkaufsprogramm. Die seit vier Jahren produzierten Exklusivmodelle wirkten auch neben den Limousinen der neuen Generation keineswegs überholt, so dass für eine kostspielige stilistische Überarbeitung oder gar Neuentwicklung der Kleinserien-Varianten kein Handlungsbedarf gegeben war. Einige Neuerungen, die man bei den neuen Limousinen eingeführt hatte, kamen nun allerdings auch den Coupés und Cabriolets zugute. Die beiden 2,2-l-Modelle erhielten den 150 PS starken 2,5-l-Motor des 250 SE und damit auch die entsprechende Typenbezeichnung. Darüber hinaus wurden sie, wie auch die 3,0-l-Modelle, mit den 14 Zoll-Rädern und den größer dimensionierten Scheibenbremsen der Baureihe 108 ausgerüstet. Neu war außerdem die hydropneumatische Ausgleichfeder an der Hinterachse, die bei den 2,5-l-Typen anstelle der seitherigen Schraubenfeder montiert war und das Niveau des Aufbaus unabhängig von der Beladung konstant hielt.

Im Januar 1968 debütierte der Typ 280 SE, der über einen neu entwickelten 2,8-l-Motor mit 160 PS verfügte und die Nachfolge des 250 SE antrat. Dieser Generationswechsel betraf nicht nur die Limousine, sondern auch die beiden zweitürigen Varianten. Abgesehen vom neuen Motor, waren bei Coupé und Cabriolet nur Detailänderungen zu verzeichnen; beide erhielten, wie die Limousine, flachere einteilige Radzierblenden mit integrierter Radkappe. Zum gleichen Zeitpunkt wie die 2,5-l-Modelle wurden auch die Typen 300 SE Coupé und Cabriolet aus der Produktion genommen. Ein direkter Nachfolger war zunächst nicht vorgesehen, erwies sich aber auch nicht unbedingt als notwendig, nachdem die 2,8-l-Varianten in der Motorleistung nur um 10 PS zurücklagen und wegen ihres erheblich geringeren Gewichts durchaus vergleichbare Fahrleistungen erreichten.

Im September 1969 wurde mit den Typen 280 SE 3.5 Coupé und Cabriolet eine deutlich leistungsstärkere Version vorgestellt. Der völlig neu entwickelte 3,5-l-V8-Motor mit 200 PS zeichnete sich durch besondere Laufruhe aus und ermöglichte sportwagenmäßige Fahrleistungen. Die neuen Modelle präsentierten sich, wie auch die weiterhin angebotenen 2,8-l-Varianten mit Sechszylindermotor, stilistisch leicht überarbeitet: Die Kühlermaske war niedriger und breiter geworden, und die Motorhaube hatte man nach vorn dementsprechend abgeflacht. Aufgrund dieses charakteristischen Merkmals werden die facegelifteten Coupés und Cabriolets von Insidern oft als „Flachkühler“-Modelle bezeichnet. Eine weitere Änderung betraf die Stoßstangen, die nun, wie bei den Limousinen, mit Gummileisten versehen waren. Äußerlich waren die Achtzylindermodelle von den modellgepflegten Sechszylindertypen nicht zu unterscheiden.

Im Mai 1971 endete die Produktion der 2,8-l-Coupés und -Cabriolets. Als zwei Monate später auch die Fertigung der Achtzylinder-Varianten eingestellt wurde, ging die mehr als 10 Jahre währende Ära der Coupés und Cabriolets der Baureihen 111 und 112 zu Ende. Insgesamt waren in Sindelfingen 28.918 Coupés und 7.013 Cabriolets entstanden. Zum exklusivsten Vertreter dieser Modellfamilie wurde das 300 SE Cabriolet mit 708 produzierten Einheiten, gefolgt vom 250 SE Cabriolet (954 Stück), dem 280 SE_3.5 Cabriolet (1.232 Stück) und dem 280 SE Cabriolet (1.390 Stück). Die höchste Produktionsstückzahl innerhalb der Modellfamilie erreichte das 220 SEb Coupé mit 14.173 Einheiten.

Als Nachfolger der Coupé-Modelle fungierte ab Februar 1972 der vier Monate zuvor präsentierte Typ 350 SLC, der konstruktiv allerdings nicht auf einer Limousine, sondern auf dem seit April 1971 produzierten SL-Modell basierte. Für die Cabriolet-Typen war auf längere Sicht kein Nachfolger vorgesehen; frischluftorientierte Mercedes-Fahrer mußten sich mit dem zweisitzigen SL begnügen.

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Robert Forster

Leiter Fahrzeughandel ALL TIME STARS Einkauf/Verkauf

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