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Mercedes-Benz 600 (W 100)

Die Präsentation des Typs 600 auf der Frankfurter IAA im September 1963 kommt einer Sensation gleich: Ein exklusives Repräsentationsfahrzeug mit allen technischen Raffinessen setzt den Maßstab im Automobilbau. Als Antriebsaggregat mobilisiert der neue V8-Einspritzmotor mit 6,3 l Hubraum eine Höchstleistung von 250 PS und ein maximales Drehmoment von 51 mkg. Für größtmögliche Fahrsicherheit sorgen die verstellbaren Stoßdämpfer sowie das Zweikreis-Bremssystem mit Luftdruck-Unterstützung. Alle vier Räder verfügen über Scheibenbremsen und als Besonderheit gewährleisten gleich zwei Bremszangen pro Vorderrad die bestmögliche Verzögerung.

Nicht nur die Luftfederung sorgt für ein Höchstmaß an Fahrkomfort, auch die einzigartige Komfort-Hydraulik ermöglicht eine lautlose Verstellung der Vorder- und Rücksitze. Zusätzlich öffnet und schließt sie Seitenfenster, Wagentüren, Kofferraumklappe sowie das auf Wunsch lieferbare Schiebedach. Darüber hinaus kann der Kunde sein Fahrzeug individuell zusammenstellen, so dass von den 2.677 Einheiten, die von 1964 bis 1981 gebaut werden, kein Fahrzeug mit einem anderen identisch ist. In keiner Preisliste ist aufgeführt, dass der W 100 in einer Sonderschutz-Ausführung verfügbar ist. Als erstes beschussgeschütztes Fahrzeug, das nach dem Krieg bei Daimler-Benz gebaut wird, entsteht im Juni 1965 eine Limousine mit erhöhtem Dachaufsatz. Für ausgesuchte Kunden, die sich einer potenziellen Gefährdung ausgesetzt sahen und über die erforderlichen Mittel verfügten, entstehen zwischen Mai 1971 und November 1980 insgesamt 43 sondergeschützte 600er, die alle mit einem Dachaufsatz normaler Höhe versehen sind. Es handelt sich um 26 Limousinen sowie 17 Pullman-Limousinen, darunter eine in 6-türiger Ausführung.

Der angebotene Mercedes-Benz 600 wird 1979 produziert: Er ist eines der besonderen Fahrzeuge für den werkseigenen Fuhrparkservice. Diese Abteilung vermietet die Limousinen an ausgesuchte Kunden, wie beispielsweise die Bundesregierung. Wenn ein wichtiger Staats- oder Regierungsgast nach Deutschland kommt, bestellt das Auswärtige Amt bei der Daimler-Benz AG eine Werkslimousine zusammen mit einem speziell ausgebildeten Fahrer. Diese befördern den Gast während seines Aufenthalts in der Bundesrepublik. Nach der Abreise kehrt das Fahrzeug zurück an seinen Standort im Werk Untertürkheim. Insgesamt zwei Jahre, von 1979 bis 1981, ist die Limousine auf diese Art und Weise im Einsatz. Dabei hat sie keine offizielle Zulassung, sondern fährt mit militärischen Kennzeichen der Bundeswehr. Im Jahr 1981 kauft der Inhaber eines großen Mercedes-Benz Autohauses in der Region Stuttgart die Limousine und präsentiert sie fortan als Blickfang in seinen Ausstellungsräumen. Dank der besonderen Verbindung zum langjährigen Besitzer erhält Mercedes-Benz Classic 2014 die Möglichkeit, diese Rarität wieder zurückkaufen zu können. Die Fahrzeugbilder zeigen das Auto im Original; die gekennzeichneten Abbildungen sind Archivbilder von anderen Fahrzeugen und dienen nur zur Veranschaulichung. Das Fahrzeug ist nur zwei Jahre in Betrieb und legt in dieser Zeit ca. 56.000 km zurück.

Der fachgerechten Einlagerung des zweiten Besitzers ist es zu verdanken, dass Karosserie und Innenraum so gut erhalten sind und sich im erstaunlich authentischen Originalzustand zeigen. Daher konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Spezialisten von Mercedes-Benz Classic auf die Antriebstechnik sowie die Peripherie mit Bremsen, Hydrauliksystem und Fahrwerk. Denn diese sind durch die lange Standzeit in Mitleidenschaft gezogen.

Im ersten Arbeitsdurchgang werden der Antriebsstrang mit Motor, Getriebe sowie alle Fahrwerkskomponenten ausgebaut und zerlegt. Anschließend erfolgt die Bestandsaufnahme der Komponenten; dazu werden alle Teile gereinigt, visuell begutachtet und vermessen. Dabei ist es das Ziel, die vorhandene Substanz möglichst zu erhalten und die Originalität zu bewahren. Wenn es unumgänglich ist, ein Teil zu ersetzen, wird auf Originalteile von Mercedes-Benz zurückgegriffen. Das mächtige V8-Leichtmetallaggregat mit seinen beiden Zylinderbänken erfordert spezielle Kenntnisse. Im eingebauten Zustand treibt er nicht nur die 2,47 Tonnen schwere Limousine an, sondern auch zahlreiche Nebenaggregate, die für die Komfortfunktionen des 600er arbeiten. Um sein zuverlässiges Funktionieren zu gewährleisten, hat sich Mercedes-Benz Classic für eine vollständige Überholung entschieden. Gleiches gilt für das Automatikgetriebe. Eine Herausforderung ist das komplexe Hydrauliksystem der Baureihe W 100. Viele Meter

Hochdruckleitung durchzieht das Auto. Zahlreiche Ventile regulieren und steuern den Systemdruck, damit die Komfortfunktionen wie Fensterheber, Sitzverstellung oder Türschließanlage geräuschlos und zuverlässig arbeiten. Für die Überarbeitung der Anlage gibt es bei Mercedes-Benz Classic zum Glück einen kleinen Kreis von Spezialisten, die diese Aufgabe beherrschen.
Das gesamte Bremssystem wird ebenso überarbeitet wie die Klimaanlage oder die Luftfederung.

Alle Arbeiten sind dokumentiert. Der Kaufpreis ist inkl. 19 % MwSt.
Lassen Sie sich bei einem Besuch bei uns im Mercedes-Benz Museum von diesem einmaligen Fahrzeug überzeugen.

Das Fahrzeug erhält vor der Auslieferung einen umfangreichen Service, eine neue HU und eine Mercedes-Benz Classic-Car Garantie.

Keine Haftung für Druck- und Schreibfehler.
Irrtum und Zwischenverkauf vorbehalten.

Fahrzeugdetails

600
S-Klasse
W 100
1979
56.100 Kilometer
1
22.05.1979
Mercedes-Benz Museum
Concours Edition
auf Anfrage
auf Anfrage
auf Anfrage
Ja
auf Anfrage
Ja

Technische Details

Limousine
250 PS
6.332 ccm
8
4
links
Automatikgetriebe
4
Heckantrieb
Scheibenbremsen
Scheibenbremsen
Benzin
97 s
205 km/h
178 l

Individuelle Konfiguration

Schwarz (DB 040)
Leder beige (DB 275)
Leder
Ja
Nein
Ja
Ja
Ja
Ja
Nein
Nein
Nein
Ja
Nein
2.190
09.1964 - 06.1981

Ausstattung

Ausstattung laut Datenkarte:
411 = Stahlschiebedach
532 = Antennen automatisch
580 = Klimaanlage
590 = Wärmedämmendes Glas
682 = Feuerlöscher
947 = Standartenhalter und Standartenstange links
948 = Standartenhalter und Standartenstange rechts

 

Modell Historie

Modell Historie: Mercedes-Benz 600 (W 100)

Die Präsentation des Typ 600 auf der Frankfurter IAA im September 1963 war eine regelrechte Sensation. Konzipiert als exklusives Repräsentationsfahrzeug für höchste Ansprüche, war das neue Spitzenmodell serienmäßig mit technischen Besonderheiten ausgestattet, die in ihrer Summierung einzigartig waren und den damaligen Stand der Technik darstellten.

Als Antriebsaggregat kam, erstmals bei Daimler-Benz, ein V8-Einspritzmotor zum Einsatz, der aus 6,3 l Hubraum eine Höchstleistung von 250 PS und ein maximales Drehmoment von 51 mkg mobilisierte. In Verbindung mit dem serienmäßig eingebauten Automatikgetriebe wurden sportwagenmäßige Fahrleistungen erzielt; der immerhin fast zweieinhalb Tonnen schwere 600er erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von über 205 km/h und ließ sich in 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

Für größtmögliche Fahrsicherheit sorgten die während der Fahrt von der Lenksäuke aus verstellbaren Stoßdämpfer sowie das Zweikreis-Bremssystem mit Luftdruck-Unterstützung. Alle vier Räder verfügten über Scheibenbremsen, wobei die Vorderräder mit jeweils zwei Bremszangen ausgerüstet waren.

Ein Höchstmaß an Bedienungs- und Fahrkomfort gewährleistete die reichhaltige Grundausstattung des 600ers, zu der neben Luftfederung, Servolenkung und Zentralverriegelung auch eine elektronisch geregelte Heizungs-und Lüftungsanlage gehörte. Eine einzigartige Komfort-Hydraulik ermöglichte die automatische Handhabung folgender Funktionen: horizontale und vertikale Verstellung der Vordersitze und Verstellung der Lehnenneigung, Verstellung der Rücksitzbank in Längsrichtung, Öffnen und Schließen der Wagentüren, der Kofferraumklappe und des auf Wunsch lieferbaren Schiebedachs sowie Öffnen und Schließen der Seitenfenster.

Die Serienfertigung des „Großen Mercedes“ begann im September 1964. Außer der fünf- bis sechssitzigen Limousine mit 3200 mm Radstand wurden drei sieben- bis achtsitzige Pullman-Varianten mit 3900 mm Radstand angeboten: eine viertürige Pullman-Limousine mit Fondsitzen in vis-à-vis-Anordnung, eine sechstürige Pullman-Limousine mit Sitzbank im Fond und zusätzlichen Klappsitzen in Fahrtrichtung sowie ein Pullman-Landaulet. Letzteres war in vier verschiedenen Ausführungen erhältlich. Die Standard-Version hatte vier Türen, Fondsitze in vis-à-vis-Anordnung und ein Verdeck, das bis zur Vorderkante der Fondtüren reichte. Als Sonderausführung war eine sechstürige Version mit Sitzbank im Fond und zusätzlichen Klappsitzen in Fahrtrichtung verfügbar. Bei dieser Variante konnten, wie bei der sechstürigen Pullman-Limousine, die mittleren Türen auch ohne Türgriffe ausgeführt werden. Beide Landaulets, viertürige und sechstürige Variante, wurden auf Sonderwunsch mit einem langen Verdeck ausgerüstet, das bis zur Mittelwand reichte.

Noch exklusiver als die Landaulets und, ebenso wie diese, in keiner Preisliste enthalten waren die auf besonderen Wunsch lieferbaren Limousinen und Pullman-Limousinen in Sonderschutz-Ausführung. Als erstes beschußgeschütztes Fahrzeug, das nach dem Krieg bei Daimler-Benz aufgebaut wurde, entstand im Juni 1965 eine Pullman-Limousine mit erhöhtem Dachaufsatz. Dieses Fahrzeug, in extremer Sonderschutz-Technik realisiert, war nicht im Kundenauftrag entstanden und verblieb, wie einige „normale“ Pullman-Limousinen, im Fuhrpark des Werks, um bei entsprechendem Bedarf an die Bundesregierung oder andere potentielle Nutzer vermietet zu werden. Von dieser besonderen Variante wurde im Jahr 1980 noch ein weiteres Exemplar fertiggestellt, das ebenfalls in den Fuhrpark übernommen wurde.

Für ausgesuchte Kunden, die sich einer potentiellen Gefährdung ausgesetzt sahen und über die erforderlichen Mittel verfügten, entstanden zwischen Mai 1971 und November 1980 insgesamt 43 sondergeschützte 600er, die im Gegensatz zu den beiden Fuhrpark-Fahrzeugen alle mit einem Dachaufsatz normaler Höhe versehen waren. Es handelte sich um 26 Limousinen sowie 17 Pullman-Limousinen, darunter eine in 6türiger Ausführung.

Mit dieser Vielzahl an lieferbaren Karosserie-Ausführungen waren die Wahlmöglichkeiten aber noch nicht erschöpft. Hinsichtlich Lackierung, Innenausstattung und Sondereinbauten konnten die vielfältigsten individuellen Kundenwünsche realisiert werden, so daß – speziell bei den Pullman-Limousinen und -Landaulets – kaum zwei Exemplare mit gleicher Ausstattung zu finden sein dürften.

In diesem Zusammenhang sind drei Einzelstücke erwähnenswert, die nicht nur in Ausstattungsdetails, sondern auch in ihrer technischen Konzeption ihresgleichen suchen. Im September 1965 wurde ein viertüriges Pullman-Landaulet für Papst Paul VI. fertiggestellt, das neben dem einzelnen Sessel im Fond auch noch andere Besonderheiten aufwies. Weitere Unterschiede waren der erhöhte Dachaufsatz, die verlängerten, direkt an die vorderen Türen anschließenden Fondtüren sowie der höhergelegte Fondboden ohne störenden Kardantunnel. Das Fahrzeug war zwei Jahrzehnte lang unter drei Päpsten in Gebrauch, kehrte 1985 nach Stuttgart zurück und ist seit Februar 1986 im Mercedes-Benz Museum zu bewundern.

Im Mai 1967 wurde auf besonderen Wunsch eines sportlich ambitionierten Kunden, der die bessere Handlichkeit des kurzen 600ers mit den Vorzügen des Landaulets kombinieren wollte, ein Landaulet mit normalem Radstand realisiert. Dieses Fahrzeug wurde Ende der 80er Jahre restauriert und befindet sich heute in privater Hand.

Das gleiche gilt für eine zweitürige Coupé-Ausführung mit verkürztem Radstand, die im August 1965 als Prototyp fertiggestellt wurde, einige Zeit in der Versuchsabteilung verblieb und dann in die USA verkauft wurde. Das Fahrzeug fand Anfang der 90erJahre den Weg zurück nach Deutschland und ist nach seiner Total-Restaurierung Bestandteil einer privaten Sammlung.

Der letzte 600er verließ im Juni 1981 seine Produktionsstätte im Werk Sindelfingen; während der 17jährigen Produktionszeit waren in Einzelanfertigung insgesamt 2.677 Fahrzeuge entstanden, davon 429 Pullman-Limousinen und 59 Landaulets.

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Robert Forster

Leiter Fahrzeughandel ALL TIME STARS Einkauf/Verkauf

Einkauf/Verkauf

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