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Mercedes-Benz 280 SE (W 126)

Im September 1979 wird auf der IAA in Frankfurt eine neue Generation der S-Klasse präsentiert. Ist ihr Vorgänger noch mit ausladendem Chromschmuck versehen, betritt die Baureihe 126 ausgesprochen sachlich die automobile Bühne. Damit unterstreicht das Karosseriedesign die Bemühungen der Ingenieure, die Effizienz des Autos deutlich zu steigern. Weniger Gewicht, verbesserter Luftwiderstand und verbrauchsoptimierte Motoren ermöglichen die Reduzierung von bis zu 10% Kraftstoff zum Vorgängermodell.

Das hier angebotene Fahrzeug ist noch aus der 1. Serie und hat den Sechszylinder Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und mechanischer Einspritzanlage. In seiner Charakteristik ist der Motor sportlich und harmoniert ausgezeichnet mit dem 4-Gang Schaltgetriebe. Sehr ungewöhnlich ist nicht nur die umfangreiche Ausstattung, die der erste und einzige Besitzer bestellte, sondern auch die Fahrzeuggeschichte.
Der SA Code 490 weißt der Limousine die Länderausführung Kanada zu. Allerdings wird das Fahrzeug bei einem Mercedes-Benz Händler in Caracas, Venezuela bestellt. Ein Angehöriger der Portugiesischen Botschaft bestellt den 280 SE und konfiguriert ihn mit einer ansehnlichen Liste von Sonderausstattungen. Als Auslieferungsort wird die Portugiesische Insel Funchal notiert; tatsächliches Auslieferungsland ist Spanien, wo es in der Hauptstadt Madrid dem Besteller übergeben wird. Sehr schön ist, dass die originale Rechnung vom 19. März 1982 erhalten ist und diesen Verlauf nachvollziehbar macht.

Im Nachgang erfolgt die Verschiffung nach Funchal. Dort bekommt dem Mercedes-Benz das Inselleben gut, denn nur wenige Kilometer im Jahr wird das Fahrzeug bewegt. Eine Rechnung aus 1992 weist 13.284 gefahrene Kilometer aus, eine weitere aus dem gleichen Jahr dann 14.114. Der letzte Beleg datiert am 24. August 2007 und zeigt 26.381 km an. Unsere autorisierte Mercedes-Benz Vertragswerkstatt hat das Fahrzeug sorgfältig durchgesehen und eine Wartung nach Herstellervorgaben durchgeführt. Gleichzeitig hat sie viele Zusatzarbeiten und Reparaturen durchgeführt, u.a. Endschalldämpfer erneuert, die Motoren der Fensterheber vorne ersetzt und die Klimaanlage gewartet.

Mit dem Fahrzeug kommt eine vollständige Bordmappe mit Wartungsheft und Betriebsanleitungen sowie komplett ausgestattetes Bordwerkzeug. Zusätzlich noch einige Dokumente, die die Fahrzeughistorie belegen, ebenso die originale Bestellrechnung aus 1982. Vor Verkauf erhält die Limousine eine neue letzte technische Durchsicht mit einer neuen Haupt- und Abgasuntersuchung. Mit der 12 Monats Garantie von ALL TIME STARS® wird die Limousine dem zukünftigen Besitzer weitere Fahrfreude bereiten, der nächste Sommer kann kommen!

Keine Haftung für Druck- und Schreibfehler.
Irrtum und Zwischenverkauf vorbehalten.

Fahrzeugdetails

280 SE
W 126
W 126
1982
35.500 Kilometer
1
03.08.1982
Mercedes Benz Museum
Collectors Edition
auf Anfrage
auf Anfrage
auf Anfrage
Ja
47.890 Euro
Nein, nicht ausweisbar gemäß §25a UStG (Differenzbesteuerung)

Technische Details

Limousine
185 PS
2.746 ccm
6
4
links
Schaltgetriebe
4
Heckantrieb
Scheibenbremsen
Scheibenbremsen
Benzin
10 s
210 km/h
15.6 l

Individuelle Konfiguration

Silberdistel Metallic (DB 881)
Leder Siena (DB 237)
Leder
Ja
Nein
Ja
Ja
Ja
Ja
Nein
Nein
Nein
Ja
Ja
0

Ausstattung

Ausstattung gemäß Datenkarte:
410 = Schiebedach elektrisch
466 = Zentralverriegelung
480= Niveauregulierung
490 = Kanadaausführung
504 = Außenspiegel rechts elektrisch einstellbar
512 = Radio Becker Europa
531 = Antenne automatisch
570 = Armlehne klappbar vorne
586 = Klimaanlage und elektrische Fensterheber
592 = wärmedämmendes Glas grün rundum
612 = Leuchteinheiten Hauptscheinwerfer weiss, Nebelscheinwerfer gelb
640 = Leichtmetallräder
812 = Hecklautsprecher
881 = Kopfstützen im Fond links und rechts

Modell Historie

Modell Historie: Mercedes-Benz 280 SE (W 126)

Im September 1979 wurde auf der IAA in Frankfurt eine neue Generation der S-Klasse präsentiert. Die Modellpalette der Baureihe 126 umfaßte zunächst sieben Typen; zur Wahl standen vier Motoren – vom 2,8-l-Sechszylinder-Vergasermotor mit 156 PS bis zum 5,0-l-V8-Leichtmetallmotor mit Benzineinspritzung und 240 PS – sowie zwei Karosserievarianten – neben der Normalversion eine verlängerte Variante, wie sie bei den Oberklasse-Limousinen seit Generationen angeboten wurde. Die Vergrößerung des Radstands war diesmal mit 140 mm deutlicher als sonst ausgefallen und kam wie gewohnt ausschließlich der Beinfreiheit im Fond und der Einstiegsbreite der Fondtüren zugute.

Bei der Entwicklung der neuen Baureihe standen neben der Erhöhung des Fahrkomforts und der Sicherheit Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs im Vordergrund. Die Verwendung von gewichtsreduzierenden Materialien und der geringe Luftwiderstand der im Windkanal optimierten Karosserie verhalfen der neuen S-Klasse zu einem gegenüber den Vorgängermodellen um 10 % reduzierten Kraftstoffverbrauch. Die beiden Achtzylindermotoren der Vorgängerbaureihe wurden durch zwei überarbeitete Aggregate mit vergrößertem Hubraum und Leichtmetall-Kurbelgehäuse ersetzt. Der 5,0-l-Motor, der das 4,5-l-Grauguß-Aggregat ablöste, war bereits aus dem 450 SLC 5.0 bekannt, während der 3,8-l-Leichtmetallmotor nach dem Vorbild des Fünfliters aus dem altgedienten 3,5-l-V8 mit Graugußblock entstanden war. Durch ihre höhere Leistung bei geringerem Gewicht ermöglichten die neuen V8-Motoren verbesserte Fahrleistungen bei sparsamerem Benzinverbrauch. Unverändert im Programm belassen hatte man Vergaser- und Einspritzer-Version des 2,8-l-Sechszylinder-Aggregats.

Für den Export in die USA wurde auch von der Baureihe 126 wieder eine Diesel-Ausführung produziert. Der Typ 300 SD verfügte wie sein Vorgängermodell über einen aufgeladenen 3,0-l-Fünfzylinder-Motor, dessen Leistung allerdings um 10 PS auf 125 PS erhöht worden war. Die Konzeption des Fahrwerks entsprach im wesentlichen den Vorgängermodellen. Auch die neuen S-Klasse-Limousinen besaßen eine Schräglenker-Hinterachse sowie eine Doppelquerlenker-Vorderradaufhängung mit Lenkrollradius 0. Die Karosserie war nach neuesten Erkenntnissen der Sicherheitsforschung konstruiert worden. Dank neuer Konstruktionsprinzipien überstand die Fahrgastzelle nun auch einen versetzten Frontalaufprall – den sogenannten „offset crash“ – bei einer Kollisionsgeschwindigkeit von 55 km/h unbeschadet. Die Limousinen der Baureihe 126 waren die weltweit ersten Serienfahrzeuge, die das Kriterium des asymmetrischen Frontalaufpralls erfüllten.

Die charakteristischen Design-Elemente der neuen S-Klasse präsentierten sich gewissermaßen unter der Gürtellinie. Erstmals hatte ein Mercedes-Benz Pkw keine Stoßstangen im klassischen Sinn, sondern stattdessen großzügig dimensionierte, kunstoffummantelte Stoßfänger, die in Bug- bzw. Heckschürze nahtlos integriert waren. Eine optische Verbindung zwischen Bug- und Heckschürze bildeten breite seitliche Schutzleisten aus Kunststoff, die zwischen den Radausschnitten auf Höhe der Stoßfänger angeordnet waren.

Im Herbst 1981, zwei Jahre nach ihrem Debüt, wurde die Baureihe 126 anläßlich der Frankfurter IAA um eine elegant gezeichnete Coupé-Ausführung ergänzt, die nur mit Achtzylindermotoren lieferbar war. Im Rahmen des gleichzeitig präsentierten „Mercedes-Benz Enegiekonzepts“ zur Verbrauchs- und Schadstoffreduzierung hatte man beide V8-Aggregate gründlich überarbeitet. Neben einer Erhöhung der Verdichtung standen Nockenwellen mit geänderten Steuerzeiten, luftumspülte Einspritzventile und eine elektronische Leerlaufregelung auf der Liste der Verbesserungen. Durch die geänderte Nockenwellenabstimmung konnte das Drehmomentmaximum zu niedrigeren Drehzahlen verschoben und im Falle des 3,8-l-Motors sogar erhöht werden. Dieses Aggregat hatte besonders tiefgreifende Änderungen erfahren: Um ein günstigeres Volumen-Oberflächenverhältnis zu erhalten, hatte man die Bohrung reduziert und den Hub erhöht. Der modifizierte 3,8-l-V8 wies damit einen geringfügig vergrößerten Hubraum auf. Bei beiden Achtzylindern mußten, gewissermaßen als Ausgleich für die deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit, geringe Leistungseinbußen in Kauf genommen werden. Die Hinterachsübersetzung wurde in beiden Fällen der veränderten Motorcharakteristik angepaßt. Auch an den beiden Sechszylindermotoren hatte man eine Reihe von Detailänderungen vorgenommen und damit ebenfalls einen, allerdings weniger ausgeprägten, Spareffekt erzielt. Das Leistungspotential wurde durch diese Maßnahmen nicht beeinträchtigt.

Wie bereits bei der Vorgänger-Baureihe 116 praktiziert, wurde auch von den Achtzylindermodellen der Typenreihe 126 eine sondergeschützte Ausführung angeboten. Die Schutztechnik konnte durch intensive Entwicklungsarbeit weiter perfektioniert werden. Insgesamt wurde die stattliche Zahl von 1.465 Exemplaren produziert. Eine Besonderheit bilden zwei Fahrzeuge vom Typ 500 SEL, die mit einem um 200 mm verlängerten Radstand und einem um 30 mm erhöhten Dachaufsatz aufgebaut wurden. Das erste Exemplar, das im Januar 1983 fertiggestellt wurde, ergänzte den werkseigenen Fuhrpark um ein weiteres Repräsentationsfahrzeug. Das zweite Exemplar wurde nach den Wünschen des Vatikan für den Heiligen Vater angefertigt und an Papst Johannes Paul II. im August 1985 übergeben.

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Michael Henn

Leiter Fahrzeughandel ALL TIME STARS Einkauf/Verkauf

Einkauf/Verkauf

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