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Mit der Marke aufgewachsen.

Kays Vater schwor schon immer auf die Limousinen von Mercedes-Benz. Er fuhr „Strich 8“ sowie mehrere 123er von der „Wanderdüne“ 200 D bis zum flotten 230 E. Nach ein paar Jahren sollte es die erste Oberklasse werden. Es muss um 1979 gewesen sein, als der alte Herr Paffrath bei Mercedes-Benz in Hamburg-Wandsbek seinen neuen, weißen 280 SE kaufte. Sohn Kay war begeistert vom nahezu verschwenderischen Platzangebot, dem Komfort der blauen Karositze und dem seidenweichen Geflüster des Reihensechsers mit doppelter Nockenwelle. Geld sollte die Limousine später auch noch einbringen – der Herr Papa nutzte den dann umlackierten Wagen noch bis 1986 in Hamburg nebenberuflich als Taxi. 

Kay Paffrath in seinem Mercedes-Benz 280 S.
Kay Paffrath und sein Mercedes-Benz 280 S.

Eine ganz neue Klasse.

Tatsächlich besaß die Familie hier plötzlich eine ganz neue Klasse, in den Werbeprospekten erstmals „S-Klasse“ genannt. Wie alle anderen Jungen der 1970er hatte auch Kay mindestens ein kleines Spielzeugauto dieses Typs oder ein größeres Plastikspielzeug mit Kabelfernbedienung. Die Modellautos und die schöne Erinnerung an Papas weiße Limousine wohnen tief in seinem Herzen und wollen, als er schon lange erwachsen ist, endlich wieder freigelassen werden. 2012 findet er im Internet eine S-Klasse, die fast genau so aussieht wie die seines Vaters – allerdings ohne das E hinter dem S, also „nur“ der kleine Reihensechszylinder mit einem Vergaser statt der Einspritzanlage unter der Haube. Und er ist handgeschaltet, was unglaublich selten vorkommt.

Was für Erinnerungen.

Der Wagen war in Norddeutschland unterwegs und ist bis 2002 bei einem Mercedes-Benz Partner im schleswig-holsteinischen Elmshorn lückenlos gewartet worden. Da der Motor nicht anspringt, geht die begehrte Zeitmaschine für relativ kleines Geld an den Hamburger, der nach einer Woche den Fehler findet: Die Vorwiderstände der Zündspule sind defekt. Er tauscht sie – und der für die Ewigkeit gebaute Motor springt nach der ersten Anlasserumdrehung an. Was für ein Klang. Was für Erinnerungen!

Kay Paffrath und sein Mercedes-Benz 280 S.
Ein Mercedes-Benz 280 S am Hamburger Hafen.

Betagte Oberklasse.

Über den Zeitraum eines halben Jahres werden nach und nach alle kleinen Arbeiten an der betagten Oberklasse erledigt. Die leicht korrodierten hinteren Radläufe weichen neuen, genau wie die unteren Lampentöpfe. Die vorderen Querträger haben dem Salz von mehr als drei Jahrzehnten nicht standgehalten und werden mit frischem Stahl nachgebaut, die angerostete hintere rechte Tür bekommt einen originalen Nachfolger. Das Schiebedach lässt sich mit ein wenig kosmetischem Aufwand retten. Auch im Inneren werden keine Kompromisse gemacht, der in den Jahrzehnten durchgesessene Fahrersitz bekommt ein neues Federgestell, alle fehlenden oder zerbrochenen Verkleidungsteile besorgt Paffrath mit viel Geduld und sämtliche Dichtungen an den Scheiben, den Türen und dem Kofferraum werden gegen neue ersetzt.

Eine neue Definition von „Oberklasse“.

Das war natürlich alles noch kein Thema, als die Daimler-Benz AG 1972 den Kunden ein aus dem Vollen gefrästes Statussymbol präsentierte. Deutschland wurde zu dieser Zeit von gesellschaftlichen Umwälzungen geschüttelt.

Der neue Mercedes-Benz wirkte da wie ein Fels in der Brandung. Kanzler Helmut Schmidt nahm in seinem Dienstwagen hinten rechts Platz – es war die Baureihe 116. 

Zum ersten Mal wurde eine Oberklasselimousine von den Testern der Zeitschrift „auto motor und sport“ mit dem Titel "Bestes Auto der Welt" ausgezeichnet. Und wenn Schmidt in so einem Wagen ab 1974 vor dem Kanzleramt vorfuhr, nahm man ihm ab, dass er alles vor ihm Liegende schon irgendwie bewältigen wird. 

Die Gangschaltung eines Mercedes-Benz 280 S.

Konkurrenzlose Eigenschaften.

In der Summe ihrer Eigenschaften war die S-Klasse zu dieser Zeit noch konkurrenzlos. Technikvorstand Hans Scherenberg und Chefstylist Friedrich Geiger bestückten den Technologieträger mit passiven und aktiven Sicherheitsmerkmalen und trieben das Auto mit dem breiten Kühler, den verchromten Doppelstoßstangen, den breiten rechteckigen Scheinwerfern nach einer langen Ära der hochkant gelagerten Leuchtmittel und den lang gezogenen Rücklichtern optisch in eine wuchtige Horizontale. Das wirkt auch heute noch beeindruckend breit und stimmig.

Mutiger Schritt in die Zukunft.

Der mutige Schritt in die Zukunft setzte sich fort im neu konstruierten Fahrwerk mit Doppelquerlenker-Vorderradaufhängung (aus dem Prototypen C 111 übernommen) und hinterer Diagonalpendelachse. Ab 1978 war der 116er das weltweit erste Fahrzeug mit einem voll elektronisch geregelten Anti-Blockier-System ABS. Die Kombination aus technisch aufwändigem Fahrwerk mit den kraftvollen Motoren und den breiten 215/70-VR14 Reifen verliehen dem schweren Wagen so gute Fahreigenschaften, dass diese S-Klasse auch als „offizielles“ Fahrzeug in der Bundesrepublik vielseitig einsetzbar war.

Der Motor eines Mercedes-Benz 280 S der Baureihe 116.
Die Innenausstattung eines Mercedes-Benz 280 S der Baureihe 116.

Vielfalt in den Ausstattungen.

Man kam in den 1970er-Jahren selbstverständlich auch preiswerter von A nach B. Aber trotzdem gab es viele Privatiers, Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen oder auch gut verdienende Familienväter, die sich die großzügige S-Klasse in die Garageneinfahrt stellten. Der 280 S als Grundmodell schlug mit 23.800 Mark zu Buche, das Topmodell 450 SEL 6.9 mit dem sagenhaften, mechanisch einspritzenden Big-Block-V8 lag Ende der 1970er schon bei rund 70.000 Mark. Allerdings beschleunigte der auch in acht Sekunden von 0 auf 100 km/h, damit konnte man auch schon mit dem einen oder anderen zeitgenössischen Sportwagen mithalten. Aber wer will das schon, wenn er stattdessen so entspannt und sicher dahingleiten kann?

Zurück in der Familie.

Mercedes-Benz legte 1978 für das Exportgeschäft noch an Vielfalt nach und verkaufte mit dem 300 SD den ersten Turbodieselmotor in einer Oberklasselimousine, der vor allem die Amerikaner begeisterte und den streng reglementierten Flottenverbrauch im Land der begrenzten Möglichkeiten drückte. Fast 80 Prozent der von Mercedes-Benz in den USA verkauften Autos waren Selbstzünder, und noch heute sieht man in regenarmen Ländern wie Kalifornien viele 116er herumfahren. 1980 kam mit der Baureihe 126 der Nachfolger und markierte weiterhin die technische Speerspitze im Oberklassesegment.

Der 280 S von Kay Paffrath ist inzwischen festes Familienmitglied. Frischer weißer Lack rundet den überschaubaren Aufwand ab, und was heute vor der Hamburger Elbphilharmonie in der Abendsonne steht, ist die perfekte Zeitmaschine für den jungen Mann in den 40ern. Im Gegensatz zu Hamburgs Prestigebau sind die Kosten für das Projekt 280 S bei ihm absolut im Rahmen geblieben, und vom Zeitraum von knapp einem Jahr bis zur Fertigstellung kann der Senat bei seinem Konzerthaus in der Hafencity nur träumen.

Ein Mercedes-Benz 280 S der Baureihe 116.

Ein ehrlich guter Zustand.

 Das Auto ist nicht perfekt, aber in einem ehrlich guten Zustand. Die Türen fallen trocken in die Zapfen, wie sie es nur bei einem Mercedes-Benz tun, der Motor läuft seidenweich, und über das Viergang-Schaltgetriebe lassen sich die Gänge ohne Hakeln einlegen wie einst 1977. Beim Gasgeben scheint er vorne aufzusteigen – jeder, der in so einer Limousine schon einmal mitgefahren ist, wird sich daran erinnern, wie diese stolzen Schiffe als Kapitulation vor dem Drehmoment mit dem Heck in Richtung des Bodens gedrückt wurden. Wenn es einmal zügiger losgehen sollte. 

Wie Träume in Erfüllung gehen.

Der 116er hat fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Debüt nichts von seiner Erhabenheit eingebüßt und gleitet als ein Meilenstein der Erinnerung fast geräuschlos durch die neue Welt, die Paffraths Vater leider nicht mehr erleben durfte. Aber seine Mutter lädt er gleich nach der Zulassung des Autos mit dem gleichen Nummernschild wie damals zu einer ausgiebigen Rundfahrt ein! Während Mutter und Sohn in Erinnerungen an die Zeiten damals schwelgen, haben beide ein kleines Tränchen in den Augen. Der weiße 280 S ist in der ganzen Familie inzwischen gern gesehen und animiert alle, die ihn sehen, zum Innehalten und Nachdenken.

Kay Paffrath lebt uns vor, wie Träume in Erfüllung gehen können. 

Ein Mercedes-Benz 280 S der Baureihe 116.
Kraftstoffverbrauch kombiniert CO₂-Emissionen kombiniert Stromverbrauch im kombinierten Testzyklus

1 Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

2 Die angegebenen Werte sind die „gemessenen NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 2 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153, die im Einklang mit Anhang XII der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 ermittelt wurden. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Aufgrund gesetzlicher Änderungen der maßgeblichen Prüfverfahren können in der für die Fahrzeugzulassung und ggf. Kfz-Steuer maßgeblichen Übereinstimmungsbescheinigung des Fahrzeugs höhere Werte eingetragen sein. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

4 Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch und CO₂-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

6 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

7 Angaben zu Stromverbrauch und Reichweite sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe der UN/ECE-Regelung Nr. 101 ermittelt. Die EG-Typgenehmigung und eine Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.