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die Daimler AG hat sich neu aufgestellt. Datenschutzrechtlich Verantwortlicher dieser Webseite ist ab dem 01.11.2019 Mercedes-Benz AG.

Datenschutzhinweise (Aktualisierung zum 01.11.2019)

Die Leute spielen hier Golf.

Und plötzlich ist da ein Golfplatz, und die Straße ist zu Ende. Hoppla. Während alle anderen Menschen, die hier mit Schlägern Bälle über den grünen Rasen putten, ihre wuchtigen Sports Utility Vehicles brav draußen geparkt haben, stehen wir mit dem Mercedes-Benz 220 „Ponton“ plötzlich mitten auf dem Grün. Na das kann ja heiter bis wolkig werden.

„Entschuldigen Sie, diese Straße ist eigentlich für den Verkehr gesperrt. Die Leute spielen hier Golf, wissen Sie …“ Mit gesenktem Haupt erzählen wir etwas von offenen Schranken, unübersichtlicher Streckenführung und interessanten Sandwegen und wollen gerade eine Entschuldigung hinterhermurmeln, als immer mehr Golfer näher kommen. Nass bis auf die Knochen ziehen einige ihre Mütze tiefer in den Nacken, andere haben den Kampf gegen die Elemente aufgegeben, aber alle scheinen sich über die historische Abwechslung an diesem verregneten Morgen auf dem Grün zu freuen. Sätze wie „Das war der erste Wagen meines Vaters …“ oder „Mensch ein Ponton, und dazu noch der lange, guck mal Egon …“ ersetzen die freundlichen Belehrungen, wer nun wo sein darf und wer nicht.

Vor 60 Jahren waren Reifen noch nicht breit wie Walzen.

Vor 60 Jahren waren Reifen noch nicht breit wie Walzen.

Winzige Rücklichter und kein drittes Bremslicht. Die dezenten 1950er.

Winzige Rücklichter und kein drittes Bremslicht. Die dezenten 1950er.

Gelungener Auftritt, egal wann und wo.

Alle scheinen sich über den unerwarteten Auftritt des S-Klasse Vorgängers zu freuen, und außerdem ist ja sowieso bald Mittagszeit. Und wir? Wir müssen jetzt mal sehen, dass wir die Kuh vom Eis bekommen oder den Ponton vom Grün, so oder so möglichst ohne dass der sich festfährt …

Die schicken, uniformen Hipster mit Vollbart und dicker Hornbrille (dafür aber ohne Haupthaar) in den Innenstädten können mit dem Mercedes-Benz der Baureihe W 180 meistens nichts anfangen. Ihre automobile Zeitrechnung beginnt im neuen Jahrtausend, diesen viel älteren, technologischen Leckerbissen haben sie nicht auf dem Schirm. Anders die nassgeregneten Golfer hier. Einige kennen den Ponton noch selbst aus dem Straßenbild, aber mindestens die Eltern oder der Onkel hatten einmal einen. Der kleine Bruder W 120 und seine Varianten (entsprechen dem heutigen E-Klasse Segment) wurden ab 1953 in Hunderttausender-Stückzahlen produziert und waren vor allem als Taxi mit Dieselmotor sehr beliebt und überall präsent.

Eleganter und gediegener.

Der ein Jahr später erschienene „große“ Ponton wurde insgesamt um 17 Zentimeter verlängert, vorn um 10 Zentimeter, um dem Reihensechser Platz zu geben, und im Fond um weitere 7 Zentimeter, um den Passagieren Platz zu geben. Diese Verlängerung, wenn auch erst auf den zweiten Blick sichtbar, machte seine Linie eleganter und gediegener. Von seinen Varianten 220, 220 S und 220 SE wurden zwischen 1954 und 1959 allein mehr als 80.000 Stück verkauft. Man wusste in den 1950ern ziemlich genau, wie ein eleganter Auftritt mobil zu untermalen war. Und man kam am Ponton im Straßenbild nicht vorbei.

Der Ponton sieht hier gut aus – wäre es doch nur kein Golfplatz.

Der Ponton sieht hier gut aus – wäre es doch nur kein Golfplatz.

Als im Auto noch geraucht wurde – hier passt auch ein Zigarrenstummel rein.

Als im Auto noch geraucht wurde – hier passt auch ein Zigarrenstummel rein.

Der Charme eines Wohnzimmers.

Ein paar 100 Fahrzeuge dieser Baureihen sind heute noch in Deutschland zugelassen. Schade, nur so wenige, entschleunigt der Luxus der 1950er doch auf eine ganz besondere Art und Weise! Mit der Abkehr von den Leiterrahmen-Konstruktionen führte Mercedes-Benz mit dem Ponton die selbsttragende Karosserie ein. Dadurch änderte sich das Äußere der Fahrzeuge komplett, sie sahen nun durch die innen liegenden Radkästen nicht viel anders aus als Autos im aktuellen Jahrtausend. Im Inneren jedoch wurde besonders bei den Sechszylindermodellen noch der Charme alter Droschken mit hochwertigen Materialien aufrechterhalten. Feines Leder, flauschiger Teppich und vor allem viel Holz machten aus dem großzügigen Innenraum einen Salon für gut Situierte, wer wollte, auch einen Rauchersalon. Die chromigen Aschenbecher jedenfalls haben die Dimensionen von Getränkehaltern. Die wiederum fehlen völlig, 1955 hatte man noch nicht das Bedürfnis, im Auto zu essen oder zu trinken. Sodenn, meine Herren (und Damen), weisen Sie uns doch bitte einmal ein und spielen Sie dann weiter mit den Schlägern den Ball.

Fährt sich immer noch zeitgemäß.

Bei der grundlegenden Bedienung hat sich in den letzten 60 Jahren am Grundprinzip „Automobil“ gar nichts verändert. Kupplung links, (Trommel)Bremse in der Mitte und Gaspedal rechts. Der Ganghebel, ein ähnlich aussterbendes Relikt wie die klassische Three-Box-Limousinenform, befindet sich am Lenkrad. Hat man sich an alles gewöhnt, zirkelt sich auch ein 220 von einem Golfplatz wieder herunter, ohne dass die Pendel-Hinterachse sich in den grünen, satt feuchten Rasen eingraben würde. Danke, meine Herren, für die wendend einweisende Unterstützung mit Händen und Füßen. Ich versprach, das freundlich zu erwähnen.

Die massiven, geschwungenen Formen der angedeuteten Kotflügel werden optisch durch dezente Chromapplikationen aufgelockert, und wenn man bedenkt, dass heute auch ein Kompaktwagen locker 1.300 kg wiegt, ist der alte Herr mit seinen 85 PS (63 kW) noch immer gut unterwegs. 150 km/h wären durchaus drin, aber wer will das denn bei so einem gediegenen Fahrzeug schon ausreizen? Früher war mehr nicht nötig, heute ist mehr meistens gar nicht möglich. Wir verlassen den Golfplatz wieder. Ein paar Männer winken dem W 180 verzückt hinterher, die anderen verschwinden in einem trockenen Gebäude in der Nähe von Loch 6.

Satter Mono-Sound und Zeituhr, beides war 1955 durchaus nicht selbstverständlich.

Satter Mono-Sound und Zeituhr, beides war 1955 durchaus nicht selbstverständlich.

Ein Auto mitten in einer … Welt.

Der Regen prasselt jetzt energisch auf das Dach des großen Ponton, während der Weg uns weiter durch die bergige Landschaft führt. Mein Beifahrer hat jetzt lieber mal sein Navi angemacht, nicht dass wir nach dem Golfplatz noch woanders landen, wo wir eigentlich gar nichts zu suchen haben. Wobei die Golfer alle sehr nett und nass waren, vielleicht sollte man sich wieder einmal mit After Work Golf befassen. Die kleinen Scheibenwischer ziehen die Tropfen von der Windschutzscheibe, das Radio dudelt ganz leise und das Bild vom gemütlichen (und trockenen) Wohnzimmer will einfach nicht verschwinden. Zu massiv sind die Holzleisten um mich herum. Großartig.

„Made in Germany“.

Aufrecht sitzend auf einem durchgehenden Sofa ohne Seitenhalt, ohne Gurte und ohne Kopfstützen, aber mit einer Batterie dicker Knöpfe unter dem Breitbandtacho wie die Register einer Kirchenorgel. Das ist gediegen, das fühlt sich gut an und das entspannt die Reisenden auch nach vielen Kilometern noch. Nur Elektrik, keine Elektronik. Und die Außenwelt ist zwar draußen, aber nicht so hermetisch weggesperrt, dass man den Bezug zu ihr verliert. Das fühlt sich gut an. Wer täglich lange Reisen unternehmen muss, der hat sich heute selbstverständlich an einen anderen Komfort und andere Sicherheits-Standards gewöhnt. Und das ist auch gut so. Aber für eine kleine Auszeit bringt einen dieser Ponton wieder zurück in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts, hinein ins Wirtschaftswunder und die Manufakturen mit Artikeln „Made in Germany“. Und das fühlt sich gar nicht so schlecht an.

Riesiges, dünnes Volant und ein Sofa ohne Seitenhalt. Den braucht man aber auch nicht.

Riesiges, dünnes Volant und ein Sofa ohne Seitenhalt. Den braucht man aber auch nicht.

Rückleuchten wie kleine Kunstwerke, bei Tag und bei Nacht.

Rückleuchten wie kleine Kunstwerke, bei Tag und bei Nacht.

Mercedes-Benz 220 (W 180).

  • Baujahr: 1955
  • Motor: Reihe 6
  • Hubraum: 2.195 ccm
  • Leistung: 63 kW (85 PS)
  • Getriebe: 4-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Hinterradantrieb
  • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h

Bildergalerie.

Kraftstoffverbrauch kombiniert CO₂-Emissionen kombiniert Stromverbrauch im kombinierten Testzyklus

Nach Redaktionsschluss, 31.01.2019, können sich Änderungen am Produkt ergeben haben.

1 Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

2 Die angegebenen Werte sind die „gemessenen NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 2 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153, die im Einklang mit Anhang XII der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 ermittelt wurden. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Aufgrund gesetzlicher Änderungen der maßgeblichen Prüfverfahren können in der für die Fahrzeugzulassung und ggf. Kfz-Steuer maßgeblichen Übereinstimmungsbescheinigung des Fahrzeugs höhere Werte eingetragen sein. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

4 Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch und CO₂-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

6 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

7 Angaben zu Stromverbrauch und Reichweite sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe der UN/ECE-Regelung Nr. 101 ermittelt. Die EG-Typgenehmigung und eine Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.