• Wegbereiter der E-Logistik.

Leistungsfähige Fahrzeuge für den Stadtverkehr.

Eine Straßenszene in Berlin aus dem Jahr 1900. Vor dem mondänen Warenhaus Tietz steht eine lange Reihe von Lieferwagen. Eigentlich kein ungewöhnliches Bild. Doch mit dem Wissen, dass alle abgebildeten Fahrzeuge einen batterieelektrischen Antrieb haben, steht es in anderem Licht: Tietz hat sich für Wagen der Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin Marienfelde (MMB) entschieden. Mit einer Batterieladung können die Elektrotransporter bis zu 40 Kilometer mit maximal 17 km/h zurücklegen. Ihre Nutzlast: beeindruckende 1,2 Tonnen. Auch Hotels vertrauen auf die MMB und betreiben Kleinbusse mit E-Antrieb. Der Hersteller wird 1902 von der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) übernommen und zum Daimler Werk Berlin-Marienfelde.

Alle mit batterieelektrischem Antrieb: Transporter vor einem Berliner Warenhaus.

Alle mit batterieelektrischem Antrieb: Transporter vor einem Berliner Warenhaus.

LE 306: mit Batteriewechselsystem.

Nach den Anfängen des Automobils vor rund 120 Jahren macht erst einmal der Verbrennungsmotor das Rennen. Er treibt über Jahrzehnte das Gros der Fahrzeuge an. Doch etwa um das Jahr 1970 gerät der Elektroantrieb für leichte Nutzfahrzeuge erneut in den Blick – zunächst einmal in der Forschung. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor haben E-Mobile klare Grenzen beispielsweise bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit. Doch die Zeit ist reif für ihre Alltagserprobung. Die damalige Daimler-Benz AG nutzt dafür unter anderem die Olympiade 1972 in München: Versuchsweise wird dort eine Flotte von LE 306 eingesetzt. Der Typ bietet eine Tonne Nutzlast, kommt mit einer Batterieladung bei maximal 80 km/h rund 50 Kilometer weit und hat ein Batteriewechselsystem.

Alltagserprobung Anfang der 1970er-Jahre: Mercedes-Benz LE 306.

Alltagserprobung Anfang der 1970er-Jahre: Mercedes-Benz LE 306.

Ideal für kommunale Aufgaben.

Die Entwicklung mit dem möglichen Fokus einer Kleinserienfertigung geht weiter. 1980 stellt der Mercedes-Benz 307 E den nächsten Schritt dar. Er bietet eine Nutzlast von 1,45 Tonnen und einen Aktionsradius von 70 Kilometern, die Bremsenergie wird in die Batterien zurückgespeist. Der 307 E wird als Versuchsfahrzeug beim Forschungsprojekt „Alternative Energien für den Straßenverkehr“ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) und im Probebetrieb bei der Deutschen Post in Bonn getestet.

Acht Jahre später präsentiert Mercedes-Benz dann den 308 E. Kommunale Aufgaben in Fußgängerzonen, Kurorten und Erholungszentren: Dieses Einsatzspektrum haben seine Entwickler 1988 vor Augen, und dort kommt er auch zum Einsatz. Die Nutzlast beträgt 600 bis 985 Kilogramm und die Reichweite mit einer Batterieladung 50 bis 60 Kilometer – im Stadtverkehr reicht das für viele Aufgaben aus.

Modellprojekt E-Mobilität auf Rügen.

Wenige Jahre später fördert das BMFT ab 1992 ein umfassendes Projekt auf der Ostseeinsel Rügen zur E-Mobilität. Mercedes-Benz ist mit elektrifizierten Personenwagen vom Typ 190 E Elektro (W 201) dabei, aber auch mit Elektrotransportern und -kleinbussen vom Typ MB 100 E. Mit beiden Nutzfahrzeugen testen die Ingenieure beispielsweise verschiedene Batteriesysteme: Natrium-Nickelchlorid-Batterie, Natrium-Schwefel-Batterie und Nickel-Cadmium-Batterie. Auch bei den olympischen Sommerspielen in Barcelona 1992 wird eine Flotte elektrischer Transporter und Kleinbusse auf Basis des MB 100 erprobt. 1994 nimmt Mercedes-Benz den Transporter mit Blei-Gel-Batterien ins Lieferprogramm auf.

Den MB 100 E erprobt Mercedes-Benz zu mehreren Gelegenheiten, z. B. in Stuttgart.

Den MB 100 E erprobt Mercedes-Benz zu mehreren Gelegenheiten, z. B. in Stuttgart.

Lokal emissionsfreie Mobilität.

1995 folgt der Sprinter 308 E. Er wird unter anderem mit einer ZEBRA-Hochenergiebatterie erprobt, die bereits zuvor in anderen Elektrofahrzeugen der Marke zum Einsatz gekommen ist. Damit bietet das Fahrzeug bei einer Nutzlast von 1.250 Kilogramm eine Reichweite von etwa 100 Kilometern.

Für eine Kleinserienfertigung ist der im Juli 1996 präsentierte Vito 108 E vorgesehen. Denn es gibt Kommunen, die schon seit vielen Jahren ausschließlich auf E-Fahrzeuge setzen. Transportaufgaben gibt es selbstverständlich auch dort.

Gebaut wird der Vito 108 E im Werk Mannheim im „Kompetenz-Center für emissionsfreie Nutzfahrzeuge“ (KEN), und es gibt ihn als Kleinbus für acht Personen oder als Kastenwagen. 

Die Nutzlast beträgt 600 Kilogramm, und mit seinem Elektromotor kommt er bis zu 150 Kilometer weit. Vito und Sprinter: Diese beiden Typen gibt es auch in den Folgejahren und -baureihen mit batterieelektrischem Antrieb.

Und heute? Die Entwicklung ist erheblich weiter gegangen. So bietet Mercedes-Benz Vans vier leistungsfähige batterieelektrische Serienfahrzeuge an: EQV, eVito Tourer PRO, eVito Kastenwagen und eSprinter. Es gibt unterschiedliche Ausführungen, sodass sich für viele Anwendungszwecke das passende Fahrzeug konfigurieren lässt. Immer inklusive: lokal emissionsfreie Mobilität.

EQV 300:
Stromverbrauch kombiniert: 26,4–26,3 kWh/100 km;
CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km.⁶

Kraftstoffverbrauch kombiniert CO₂-Emissionen kombiniert Stromverbrauch im kombinierten Testzyklus

Nach Redaktionsschluss, 06.07.2021, können sich Änderungen am Produkt ergeben haben.

1 Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

4 Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch und CO₂-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

6 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

8 Alle technischen Angaben sind vorläufig und wurden intern nach Maßgabe der jeweils anwendbaren Zertifizierungsmethode ermittelt. Es liegen bislang weder bestätigte Werte vom TÜV noch eine EG-Typgenehmigung noch eine Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

9 Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle” entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.