• Santiago 2020: Bittersüße Punkteausbeute.

Nyck und Stoffel in den Top-6.

Knapp einen Monat nach dem erfolgreichen Debüt des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien erwartete die Mannschaft beim Antofagasta Minerals Santiago E-Prix 2020 eine Reihe gänzlich anderer Herausforderungen.

Das Rennen im Parque O'Higgins der chilenischen Hauptstadt zählt zu den heißesten E-Prix des Jahres, was sich mit Luft- und Streckentemperaturen um die 34 respektive 39 Grad auch in dieser Saison bewahrheiten sollte.

Neben den schwierigen Streckenbedingungen sorgte eine Vielzahl spannender Duelle für ein actiongeladenes drittes Saisonrennen, an dessen Ende zwei weitere Punkteergebnisse standen.

Race_Results_Santiago_E-Prix
Fahrer FP1 FP2 Qualifying Super Pole Rennen
#5 S. Vandoorne

P18

1:05.783

30 Runden

P11

1:05.586

14 Runden

P8 (Q2: P2)

1:05.560

2 Runden

-

P5

Grid: P8

FL: 1:07.395

#17 N. de Vries

P12

1:05.506

28 Runden

P14

1:05.899

11 Runden

P9 (Q1: P1)

1:05.566

2 Runden

-

P6

Grid: P9

FL: 1:07.311

 

Nyck de Vries on track in Santiago

Nyck de Vries: Bestes Rennergebnis in der Formel E.

Nach 40 Rennrunden respektive 91,48 Kilometern kam es zu einem Herzschlagfinale: Auf der Zielgeraden schob sich Nyck de Vries am Jaguar von Mitch Evans vorbei und sicherte sich damit seinen vermeintlich ersten Podestplatz in der Formel E.

Doch die Freude war nur von kurzer Dauer: "Ich bin als Dritter ins Ziel gekommen und als Fünfter gewertet worden", lautete Nycks Fazit. Trotzdem versuchte er seinen fünften Rang positiv zu sehen: "Alles in allem war es aber ein gutes Rennen."

Nyck ging vom achten Startplatz in eines der heißesten Rennen der Saison. Der Niederländer verbesserte sich im Laufe des E-Prix um fünf Positionen und überquerte die Ziellinie nach einem spannenden Finish auf Platz drei. "Leider habe ich dann noch eine Strafe erhalten, das ist schade", so Nyck, den die nachträgliche Zeitstrafe auf den fünften Platz zurückwarf.    

Der Grund für die Fünf-Sekunden-Strafe war ein Verstoß bei der Batterietemperatur. "Wir haben ohne Zweifel einen Fehler bei der Kühlung von Nycks Batterie gemacht", sagte Teamchef Ian James. "Das hat seine vortreffliche fahrerische Leistung heute untergraben. Daran müssen wir in Zukunft arbeiten."

Davon abgesehen erlebte Nyck ein ereignisreiches, aber starkes Rennen. "Ich hatte keinen perfekten Start auf der Innenseite, konnte den Schaden aber begrenzen", verriet er. "Danach ist es mir in der Anfangsphase des Rennens gelungen, ruhig zu bleiben und einige Fehler der anderen Fahrer auszunutzen. Meine Pace war gut und ich konnte mich durch das Feld nach vorne kämpfen."

Trotz der Zeitstrafe erzielte Nyck mit Rang fünf das bislang beste Ergebnis in seiner noch jungen Formel-E-Karriere. Nach seinen ersten drei Rennen in der Formel E liegt der Rookie mit 18 Punkten auf dem elften Gesamtrang.

Stoffel Vandoorne
Stoffel Vandoorne looking at the Merceds-Benz EQ Silver Arrow 01

Stoffel Vandoorne: Drittes Rennen, drittes Punkteergebnis.

Stoffel erlebte beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien ein starkes Wochenende mit zwei Podestplatzierungen. Dies führte dazu, dass er als Zweiter in der Fahrerwertung nach Chile reiste und somit bereits in der ersten Qualifying-Gruppe an den Start gehen musste.

Der Belgier machte jedoch das Beste aus dieser Situation und fuhr eine deutliche Bestzeit in seiner Qualifikationsgruppe. "Das Qualifying ist für uns gut verlaufen, obwohl uns der Sprung in die Super-Pole nicht gelungen ist", sagte Stoffel. "Realistisch betrachtet hatten wir von Anfang an ein wenig damit gerechnet. Wichtig ist, dass ich mit einem guten Vorsprung der Schnellste in meiner Qualifying-Gruppe war und wir aus den Top-10 starten konnten." 

Stoffel ging von der neunten Position ins Rennen und steckte somit vom Start weg in jeder Menge hart geführter Zweikämpfe. "Das war ein hartes, sehr ereignisreiches Rennen für mich. Mein Auto wurde von allen Seiten berührt und fuhr danach nicht mehr hundertprozentig gerade", erklärte er. "Deshalb war es sehr schwierig, es bis ins Ziel zu tragen. Ich bin aber froh, dass es mir gelungen ist, denn es gab heute viele Zwischenfälle."

"Es ist wichtig für uns, hier erneut eine gute Punkteausbeute mitzunehmen. Darauf kommt es in dieser Meisterschaft an", so Stoffel. "Vielleicht haben wir heute ein paar Zähler liegen gelassen, aber jetzt müssen wir unseren Blick nach vorne richten und es beim nächsten Rennen besser machen."

Übrigens: Auch in einer anderen Wertung liegt Stoffel in Führung. In Santiago gewann er zum dritten Mal in Folge die Fanboost-Abstimmung. Auch Nyck erhielt bislang in allen drei Saisonläufen zusätzliche Power aus dem Fan-Voting.

Ian James in der Box
Nyck de Vries, Gary Paffet, Stoffel Vandoorne walk the track

Fortsetzung des positiven Saisonauftakts.

Nach dem unerwartet erfolgreichen Auftaktwochenende in Diriyah erlebte das Team in Chile ein bittersüßes Rennen. Letztendlich überwogen jedoch trotz der Strafe für Nyck die positiven Aspekte, etwa die gute Punkteausbeute mit Zählern aus allen drei bisherigen Saisonrennen sowie die zweite doppelte Punkteplatzierung des Fahrerduos in der noch jungen Teamgeschichte.

"Ich freue mich über die Plätze fünf und sechs, die genau innerhalb unserer Zielsetzung liegen", sagte Teamchef Ian James. "Wir befinden uns als Team weiter auf dem richtigen Weg und ich bin froh, dass wir an das anschließen konnten, was wir in Riad begonnen haben. Zum Glück spiegelt sich das auch in der aktuellen Teamwertung wider."

In dieser belegt das Mercedes-Benz EQ Formel E Team (56 Punkte) mit vier Zählern Rückstand auf BMW i Andretti Motorsport (60 Punkte) den zweiten Platz.

"Das Team hat sich unter den extremen Bedingungen, die hier heute geherrscht haben, sehr gut geschlagen", fuhr Ian James fort. "Wir konnten viele Informationen sammeln und werden nach unserer Rückkehr daran arbeiten, uns weiter zu verbessern."

Viel Zeit bleibt der Mannschaft dafür nicht. Bereits am 15. Februar steht das dritte Rennwochenende in der Debütsaison des Teams auf dem Programm. Dafür geht es weiter nach Mexiko-Stadt, wo beim vierten Saisonlauf auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez neue Herausforderungen auf das Team warten.

"We Drive the City" hashtag in Santiago
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