• Mexiko 2020: Hochemotional, aber charakterbildend.

Jedem Mitglied des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams war klar, dass die Debütsaison die Mannschaft vor viele Herausforderungen stellen würde. Sei es die enorme Hitze in Santiago, die Höhenlage in Mexiko oder einfach die enorm hohe Wettbewerbsdichte in der Rennserie.

Nach einem viel versprechendem Saisonstart und einem ermutigendem zweiten Rennwochenende in Chile, wo Stoffel unerwartet die Meisterschaftsführung übernahm, sollte sich die Situation beim vierten Saisonlauf in Mexiko-Stadt umkehren: zum ersten Mal in der noch jungen Teamgeschichte verließ Mercedes-Benz EQ einen Austragungsort ohne zusätzliche Punkte auf dem Konto.

Sowohl Stoffel als auch sein Teamkollege Nyck de Vries hatten auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez kein Glück und sahen die Zielflagge nicht. Nichtsdestotrotz konnte das Team im Laufe seines erst vierten Renntages in der Elektrorennserie wertvolle Erfahrung für die weiteren Rennen in seiner Debütsaison sammeln

"Die Emotionen sind nach diesem Rennen natürlich aufgewühlt", gab Teamchef Ian James zu. "Leider verlassen wir Mexiko mit leeren Händen. Beide Fahrer hatten heute Zwischenfälle, die ihre Rennen vorzeitig beendet haben. Wir verbuchen das als charakterbildende Erfahrung für das gesamte Team, das an diesem Wochenende eine starke Leistung abgeliefert hat."

Race_Results_Mexico_E-Prix
Fahrer FP1 FP2 Qualifying Super Pole Rennen
#5 S. Vandoorne

P5

1:10.410

20 Runden

P5

1:08.103

17 Runden

P8 (Q1: P2)

1:08.636

2 Runden

-

DNF

Grid: P10

FL: 1:11.381

#17 N. de Vries

P12

1:10.948

21 Runden

P15

1:08.713

18 Runden

P2 (Q2: P2)

1:08.294

2 Runden

P4

1:08.214

DNF

Grid: P3

FL: 1:11.480

 

Nyck de Vries in box in Mexico

Nyck: "War nur noch Passagier"

Die Vorzeichen für einen schönen Rennnachmittag beim CBMM Niobium Mexico City E-Prix 2020 standen gut: die Tribünen waren mit 40.000 Zuschauern ausverkauft, die Atmosphäre im Stadionbereich absolut einzigartig und mit Nyck ging einer der beiden Piloten des Teams von Startplatz drei in den E-Prix.

Für den Rookie war es das zweite Mal, dass ihm der Sprung in die Super Pole der besten Sechs gelungen war - und das obwohl er bereits in der zweiten von vier Qualifying-Gruppen an den Start gehen musste. Nichtsdestotrotz sicherte sich Nyck die zweitschnellste Zeit der Gruppenphase und übernahm am Start zwischenzeitlich sogar den zweiten Platz. 

Auch danach lag er innerhalb der Top 5, als er sich zunächst gegen António Félix da Costa (DS Techeetah) verteidigen musste und danach in Folge einer Berührung mit Robin Frijns (Envision Virgin Racing) sein Auto am Streckenrand abstellen musste.

"Leider endete mein Rennen heute in der Wand", sagte Nyck. "Nach Rennende war ich wegen des Zwischenfalls bei den Rennkommissaren. Für mich fühlte es sich wie ein technisches Problem an, weshalb ich nur noch ein Passagier in meinem Auto war. Ich möchte mich natürlich trotzdem dafür entschuldigen, aber ich konnte das Auto einfach nicht mehr abbremsen."

Nyck on the racetrack in Mexico in his car
Stoffel Vandoorne sitting in the Merceds-Benz EQ Silver Arrow 01

Stoffel: "Werden in Marrakesch gestärkt zurückkommen"

Stoffel ging als Meisterschaftsführender in der ersten Gruppe in die Qualifikation, als die Streckenbedingungen noch nicht ideal waren. Er schloss seine Gruppe als Zweiter ab, was schlussendlich aber nicht zum Einzug in die Super Pole reichte. Nach einer Zurückversetzung von Pascal Wehrlein startete er von Position zehn ins Rennen.

Im Laufe der ersten Rennhälfte arbeitete sich Stoffel immer weiter nach vorne und machte insgesamt fünf Positionen gut. Somit lag er kurz vor Rennende - wie schon Nyck vor ihm - ebenfalls auf dem fünften Rang und damit auf Kurs zu seiner vierten Punkteankunft im vierten Saisonrennen, als auch ihn das Unglück erwischte: Stoffel versuchte, seine Position zu verteidigen, kam von der Linie ab und rutschte in die Mauer. Damit war auch sein Rennen vorzeitig beendet.    

"Ich bin nach diesem Rennen natürlich super enttäuscht", gestand Stoffel. "Wir haben heute viele Punkte liegen gelassen. Ich war auf Platz fünf, als ich in Kurve drei ein bisschen von der Linie abgekommen bin. Danach hatte ich keine Chance mehr, der Mauer zu entkommen. Das tut mir für das Team unheimlich leid, da wir an einem Tag wie diesem in die Punkte hätten fahren müssen."

Aber auch solche Erfahrungen gehören im Motorsport dazu. Aus schwierigen Tagen und Momenten wie diesen lernt das Team umso mehr für die kommenden Aufgaben in seiner Debütsaison. Entsprechend ist sich Stoffel sicher: "Wir geben nicht auf und werden in Marokko gestärkt zurückkommen."

Dort steht schon in zwei Wochen am 29. Februar mit dem Marrakesch E-Prix 2020 der fünfte Saisonlauf auf dem Programm - und damit die Chance, die Lehren aus dem charakterbildenden Rennen in Mexiko in ein positives Ergebnis umzusetzen.

Stoffel on the Racetrack in Mexico
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