• Finalwoche in Berlin: Achterbahnfahrt der Gefühle.

Stoffel belohnt harte Arbeit des Teams mit erstem Sieg.

Mercedes-Benz EQ Formula E Team winning in Berlin

Bereits vor dem ersten der sechs Abschlussrennen in Berlin-Tempelhof prophezeite Stoffel Vandoorne: "Uns erwartet eine Woche voller Emotionen, positive und vielleicht auch ein paar nicht ganz so positive, aber das ist für alle gleich und jeder muss mit diesen unterschiedlichen Szenarien klarkommen. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt." Damit sollte Stoffel genau richtig liegen.

Die weniger positiven Momente erlebte Stoffel meistens in den Qualifying-Sessions. Bei vier der sechs Rennen startete er von außerhalb der Top-10, trotzdem gelang es ihm mit starken Aufholjagden, vier Mal in die Punkte zu fahren. Eine weitere Punkteplatzierung wäre im dritten Rennen möglich gewesen, das er von Startplatz vier in Angriff nahm, aber aufgrund eines Reifenschadens nicht beenden konnte. So standen vor dem Finale ein sechster, ein fünfter und ein neunter Platz als zählbare Ergebnisse für ihn zu Buche. Am letzten Renntag der Saison sollte sich das Blatt jedoch wenden.

"Wir hatten in der Finalwoche ein paar Schwierigkeiten im Qualifying, aber heute lief alles absolut perfekt", sagte Stoffel, der im letzten Qualifying der Saison seine erste Pole Position einfahren konnte.

Stoffel Vandoorne winning the final race of season 6

"Ich hatte Vertrauen ins Auto, bin gute Runden im Qualifying gefahren und bin mit dem Rennen super happy. Von außen sah es vielleicht unkompliziert aus, aber es war harte Arbeit."

Stoffel führte das Rennen von der Pole Position an und gab seine Führung nur kurz zur Aktivierung des Attack Mode ab, schnappte sie sich danach aber gleich wieder. "Was für ein unglaubliches Rennen. Ich bin überglücklich über meinen ersten Sieg in der Formel E", sagte er. "Sébastien (Buemi) war immer nah dran, aber wir hatten ihn unter Kontrolle. Wir wussten, dass wir eine gute Rennpace hatten, das haben wir bei den zurückliegenden Rennen hier bewiesen. Aber das Rennen von der Spitze zu gewinnen ist ein ganz besonderes Gefühl. Vielen Dank an das gesamte Team für die großartige Arbeit."

Mit seinem ersten Sieg in der Formel E und dank des zweiten Platzes seines Teamkollegen Nyck de Vries sicherte sich Stoffel im Schlussspurt der Saison noch den zweiten Rang in der Fahrer-Wertung. "Unsere erste Saison mit einem Doppelsieg abzuschließen ist einfach fantastisch, mehr hätten wir uns nicht wünschen können", so Stoffel. "Der zweite Platz in der Fahrerwertung ist ein schöner Bonus für mich. Heute wurden wir für den unermüdlichen Einsatz des Teams belohnt."

Fahrer FP3 Qualifying Super Pole Rennen Finale Meisterschaftswertung
#5 S. Vandoorne

P10

1:15.914

22 Runden

P1 (G2: P2)

1:15.717

2 Runden

P1

1:15.468

P1

Grid: P1

FL: 1:18.038

P2

87 Punkte

#17 N. de Vries

P6

1:15.679

27 Runden

P3 (G3: P2)

1:15.729

2 Runden

P4

1:15.738

P2

Grid: P4

FL: 1:17.884

P11

60 Punkte

 

Lang ersehnter erster Podestplatz für Nyck.

Nyck de Vries securing the second place in the finale race of the season

Für Nyck begann der Rennmarathon in Berlin positiv. Platz fünf im ersten Qualifying, Platz vier im ersten Rennen. Ein Ergebnis, das er im vierten Rennen wiederholen sollte. Dazwischen lagen jedoch ein Ausfall auf Rang fünf liegend sowie einmal P18 in einem enttäuschenden Rennen für das Team, bei dem keiner der beiden Fahrer in die Punkte fahren konnte. Auch das vorletzte Rennen brachte Nyck nach einem schwachen Qualifying des Teams mit Platz 14 keine weiteren Zähler.

Umso erfreuter war er über Startplatz vier für das letzte Saisonrennen auf der längeren Streckenvariante. Von dort verbesserte er sich auf Anhieb in die Top-3 und kämpfte für den Großteil des Rennens mit Sébastien Buemi um die zweite Position. Nachdem er diesen mit einem starken Manöver überholt hatte, schloss er in den Schlussminuten des Rennens auf seinen Teamkollegen Stoffel auf, um die Ziellinie knapp hinter diesem als Zweiter zu überqueren - der erste Doppelsieg für Mercedes-Benz EQ in der Formel E war perfekt!

"Das ist eine echte Erleichterung, mir ist bei der Zieldurchfahrt ein Stein vom Herzen gefallen", sagte Nyck nach dem Rennen. 

Nyck de Vries securing the second place in the finale race of the season

"Ich war oft nah dran an einem Podestplatz, aber bisher hat es leider nie sollen sein. Umso schöner ist es, dass es mir jetzt am Ende dieses langen und anstrengenden Marathons endlich gelungen ist."

Zugute kam ihm dabei das gute Energiemanagement während des Rennens. "Auf diesem Streckenlayout ist es schwieriger zu überholen als auf den ersten beiden, die wir hier gefahren sind", erklärte Nyck. "Deshalb sahen wir eine Chance auf Platz zwei und dieser Plan ist zum Glück aufgegangen. Ich war in dieser Woche nicht fehlerfrei, deshalb ist es ein sehr gutes Gefühl, mich heute mit so einem Rennen zurückzumelden."

Seine Rookie-Saison bezeichnet Nyck rückblickend als eine kleine Achterbahnfahrt. Dabei gelang ihm in acht der elf Qualifying der Sprung in die Top-10, fünf Mal fuhr er danach in die Punkteränge. "Es ist schön, die Saison mit meinem ersten Podestplatz, unserem ersten Doppelsieg und P3 in der Teammeisterschaft zu beenden", fasste Nyck zu sammen. "Ich glaube, dieses Ergebnis haben wir uns verdient und freue mich sehr für die gesamte Mannschaft. Einen besseren Saisonabschluss hätten wir uns vor dem Finale nicht wünschen können."

Perfekter Saisonabschluss, aber noch viel zu tun.

Nach elf Rennen, einer fünfmonatigen Unterbrechung sowie wertvollen Lehren fand die Debütsaison des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams in Berlin ein positives Ende. Das Team erzielte nicht nur seinen ersten Sieg, sondern beendete die Saison mit 147 Punkten auch auf dem dritten Platz in der Teamwertung.

"Diese beiden Leistungen brachten uns im Endspurt die dritte Position in der Teammeisterschaft und Stoffel den zweiten Platz in der Fahrerwertung ein", sagte Teamchef Ian James. "Nach all der harten Arbeit und den fordernden Momenten der vergangenen Tage ist dies ein großartiges Ergebnis. Das Team hat sehr hart für die Plätze eins und zwei gearbeitet und diese absolut verdient."

Stoffel Vandoorne with his trophy after winning the final race of the season in Berlin

Aber schon am Tag nach dem Doppelsieg von Berlin richtet das Team sein Augenmerk auf die Vorbereitung für die neue Saison. "Bis dahin liegt noch viel harte Arbeit vor uns", sagt Ian. "Aber wir haben durch die Höhen und Tiefen in dieser Saison enorm viel gelernt." Das Team ging mit dem Ziel in die Saison, sich von Rennwochenende zu Rennwochenende zu steigern und eine solide Performance in der Meisterschaft abzuliefern.

"Im Laufe der Saison wurde das Team einige Male auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und wir lernten einige schmerzhafte Lektionen. Aber ich glaube, dass wir unser Ziel erreicht haben, uns stetig zu verbessern", bilanzierte Mercedes-Benz Motorsportchef Toto Wolff. "Alles in allem können wir mit unserem Saisonabschluss und unseren finalen Platzierungen in der Meisterschaft zufrieden sein. Aber es ist auch klar, dass wir in der Saison 7 weitere Fortschritte erzielen müssen, um die Lücke zur Spitze zu schließen."

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