• Jakarta 2022: Ein schwieriges Debüt

Zum ersten Mal gastierte die ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft an diesem Wochenende in Jakarta. Der Stadtkurs in der indonesischen Hauptstadt erwies sich für das Mercedes-EQ Formel E Team als eine große Herausforderung. Während Stoffel Vandoorne und das Team ihre jeweilige Führung in den beiden Weltmeisterschaften verteidigen konnten, hatte Nyck de Vries viel Pech.

Stoffel Vandoorne: Schadensbegrenzung in forderndem Rennen

Zu Beginn des Qualifyings sah es noch gut aus. Stoffel fuhr die schnellste Rundenzeit in seiner Gruppe und erreichte damit das Viertelfinale. In diesem musste er gegen Mitch Evans antreten, gegen den er jedoch unterlag, was schlussendlich Startplatz acht bedeutete. Durch eine Strafversetzung von Pascal Wehrlein machte Stoffel allerdings schon vor dem Start eine Position gut.

stoffel vandoorne sitting in the cockpit of his mercedes-eq silver arrow 02

Im Rennverlauf sollten es noch ein paar mehr werden, sodass er sich im letzten Renndrittel auf die Jagd nach der Spitzengruppe machte. "Ich glaube, dass unsere Pace an sich solide war, leider hab ich einmal die Aktivierungszone für den Attack Mode verpasst", verriet Stoffel. "Dadurch fiel ich ein bisschen zurück und verlor den Anschluss an die Spitzengruppe. Ohne diese Situation hätte ich um einen Podestplatz kämpfen können, dann wäre es ein anderes Rennen geworden. Aber es ist wie es ist."

Obwohl das Rennen nicht ganz nach seinem Geschmack verlaufen ist, sieht er durchaus Lehren, die er und das Team daraus ziehen können. "Wir haben uns im Rennen ordentlich verbessert und das Wichtigste ist, dass wir an jedem Wochenende konstant punkten", so Stoffel. "Das war heute kein perfektes Rennen für uns, aber P5 ist eine Art Schadensbegrenzung."

stoffel vandoorne walking back to the box after the race

Nyck de Vries: Viel Pech im Rennen

Bei Nyck klappte es am Ende leider nicht mit besagter Schadensbegrenzung. Im Qualifying verpasste er als Fünfter seiner Gruppe den Sprung in die Duell-Phase und musste somit von Platz neun ins Rennen gehen. In diesem arbeitete er sich stetig nach vorne und lag in aussichtsreicher Position, um wertvolle Punkte einzufahren, bis ihm einige Zwischenfälle einen Strich durch die Rechnung machten.

nyck de vries closing his eyes while wearing a helmet to focus before the race

"Das war leider ein enttäuschendes Ergebnis", fasste er nach seinem Ausfall zusammen. "Es gab kein echtes Problem, ich glaube sogar, dass wir im Rennen recht schnell waren, obwohl ich nicht ganz mit der Balance zufrieden war. Aber wir befanden uns in einer guten Ausgangslage, um auf P6 oder P7 zu fahren."

Gegen Rennende versuchte Nyck, André Lotterer zu überholen, als dieser ihn am linken Hinterrad berührte. "Das hat einen Reifenschaden ausgelöst und es machte keinen Sinn, weiter zu fahren." Lotterer erhielt für die Situation eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, für Nyck war das Rennen gelaufen. "Es war viel Pech im Spiel in diesem Rennen, aber so ist es eben manchmal. Auch das gehört zum Rennsport mit dazu. Entsprechend müssen wir es akzeptieren und weiter machen."

nyck de vries preparing his helmet before the race

Viele Herausforderungen für das Mercedes-EQ Formel E Team

Am Ende eines schwierigen Wochenendes auf der neuen Strecke in Indonesien reist das Team mit einem fünften Rang und einem Ausfall aus Jakarta ab. "Es war ein herausfordernder Tag für uns hier in Jakarta", fasste Teamchef Ian James zusammen. "Was die Performance anbelangt, waren die heutigen Sessions für uns ehrlich gesagt durchweg schwierig. Im Qualifying konnten wir die Leistung, die wir im Auto haben, nicht ausnutzen." Das führte dazu, dass die Fahrer in der Startaufstellung auf P7 und P9 standen.

the mercedes-eq silver arrow 02 on the track during a race

Nach neun Saisonrennen führt das Mercedes-EQ Formel E Team (186 Punkte) die Teamwertung weiterhin vor DS Techeetah (170 Punkte) an. In der Fahrer-WM liegt Stoffel (121 Punkte) mit fünf Zählern Vorsprung vor Jean-Eric Vergne (116 Punkte) an der Spitze. Nyck (65 Punkte) belegt den sechsten Platz.

"Wir nehmen auf jeden Fall einige Dinge aus dieser Veranstaltung mit - positive und weniger positive - und wir werden sicherstellen, dass wir für Marrakesch und darüber hinaus wieder in Form kommen", kündigte Ian James an. "Obwohl wir immer noch beide Weltmeisterschaften anführen, müssen wir sicherstellen, dass wir in den verbleibenden Rennen beide Autos konstant in die Punkte bringen."

Weiter geht es am 2. Juli 2022 mit dem zehnten Saisonlauf der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft 2021/22 in Marrakesch, auf einer Strecke, auf der das Team erst einmal in der Saison 6 gefahren ist.

nyck de vries driving his car in the pitlane

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