• Mexico-Stadt 2022: Punkte bei der Rückkehr

Die Formel E ist zurück in Mexiko-Stadt! Zum ersten Mal seit Februar 2020 gastierte die vollelektrische Rennserie am vergangenen Wochenende wieder in der mexikanischen Hauptstadt. Und wie! Der Mexiko-Stadt E-Prix bot bei seiner Rückkehr in diesem Jahr eine atemberaubende Kulisse und Atmosphäre. Die leidenschaftlichen Fans im Foro Sol sorgten wieder einmal für eines der Highlights im Rennkalender der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft. Für das Mercedes-EQ Formel E Team brachte das Rennwochenende auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez aber auch einige Herausforderungen mit sich.

Auf und ab für Nyck

Nach einem starken Saisonauftakt mit einem Doppelsieg im ersten Lauf in Diriyah sowie einem schwierigeren zweiten Rennen in Saudi-Arabien erwartete das Team auch im dritten Saisonlauf in Mexiko ein herausfordernder Renntag.

"Ich blicke mit gemischten Gefühlen auf das Rennen zurück, das ich im Auto nicht wirklich genießen konnte", fasste Nyck de Vries seinen Tag zusammen. Der amtierende Weltmeister qualifizierte sich in seiner Qualifying-Gruppe auf Platz vier für das Viertelfinale schied da jedoch gegen André Lotterer aus. Das Rennen nahm er von Startplatz sechs in Angriff. In der Folge lag er für einen Großteil der 40 Rennrunden in den Top-10.

Nyck de Vries racing in mexico city

"Es war sehr hart, da die Top-5 ihr Rennen langfristig angelegt hatten", verriet Nyck. "Wir wollten mitgehen, aber die Fahrer hinter uns waren sehr angriffslustig und sobald man in diese Duelle verwickelt wird, ist es sehr schwer, das Spiel vorne mitzuspielen. Zudem habe ich einmal die Aktivierung für den Attack-Mode verpasst, was mich eine Position auf der Strecke gekostet hat."

Am Ende konnte er sich dennoch in einer spannenden Schlussphase wieder bis auf Platz sechs nach vorne kämpfen und zusätzlich auch noch die schnellste Rennrunde fahren. "Alles in allem war das Team sehr mutig und entschlossen", fasste Nyck zusammen. "Wir haben uns gegenseitig vertraut und am Ende hat es sich ausgezahlt. Auf P6 sind wir dort gelandet, wo wir losgefahren sind und konnten zudem die schnellste Rennrunde fahren. Insgesamt bin ich mit unserem Tag zufrieden. Ich glaube aber nicht, dass wir heute schnell genug waren. So gesehen war es ein ordentliches Ergebnis."

nyck de vries walking on the track before the race

Pech kostet Stoffel Punkte

Nycks Teamkollege Stoffel Vandoorne zeigte sich mit dem Rennwochenende weniger zufrieden. Stoffel qualifizierte sich ebenfalls als Vierter in seiner Qualifying-Gruppe für das Viertelfinale, schied dort jedoch aus und ging von Startplatz acht in den E-Prix.

Im Rennen lag er lange Zeit auf Platz sieben und kämpfte in den Schlussminuten um einen fünften Rang, als er in der hart umkämpften Verfolgergruppe von einem anderen Auto umgedreht wurde. Am Ende wurde er als Elfter gewertet.

Stoffel Vandoorne standing on track and looking directly in the camera

"Nach diesem Rennen bin ich schon etwas enttäuscht", bilanzierte Stoffel. "Ich lag für den Großteil des Rennens auf Punktekurs und den Fahrer um mich herum ging in den Schlussrunden die Energie aus. Dann wurde ich auf den letzten zwei Runden umgedreht. Das war enttäuschend, denn ansonsten wäre ich auf P5 ins Ziel gekommen. Dadurch haben wir heute viele Punkte verloren."

Nach drei Saisonrennen liegt Stoffel mit 28 Punkten auf dem fünften Rang der Fahrerwertung. "Das Rennen selbst war schwierig, aber solche Tage gibt es eben manchmal", so Stoffel. "Wir hatten einen guten Saisonstart in Diriyah mit einem Podestplatz und einem Punkteergebnis. Hier in Mexiko hatten wir etwas mehr zu kämpfen. Das müssen wir jetzt analysieren und unsere Hausaufgaben erledigen, um uns in Rom gestärkt zurückzumelden."

stoffel vandoorne racing on the track in mexico

Schadensbegrenzung in der Weltmeisterschaft

Das Team verlässt Mexiko mit einigen Punkten und jeder Menge Erkenntnissen im Gepäck, die es nun in der anstehenden Rennpause zu analysieren gilt.

"Das Leistungsgefälle zwischen den Teams ist so gering, dass man, wenn man sich nicht von Anfang an in einer starken Position befindet, in allen folgenden Sessions einen schweren Stand hat; das war symptomatisch für unser Rennwochenende", sagte Teamchef Ian James.

Ian James in the box during the mexico e-prix

Der Mexiko E-Prix entwickelte sich für das Team zu einer Bewährungsprobe für die Strategie und die Anpassungsfähigkeit. "Die Fahrer setzten dies sehr gut um und wurden dabei von der Arbeit im Hintergrund unterstützt", so James. "Wenn man aber von Autos auf anderen Strategien umgeben ist, steigt dadurch auch das Risiko eines Zwischenfalls und genau das hat Stoffel einen möglichen fünften Platz gekostet, als er auf der vorletzten Runde umgedreht wurde."

In der Teammeisterschaft liegt das Mercedes-EQ Formel E Team nach dem Rennen in Mexiko-Stadt mit 66 Punkten zwei Zähler hinter Venturi Racing auf Platz zwei. Die Saison hat aber gerade erst begonnen und ist so hart umkämpft, dass noch lange nichts entschieden ist. Weiter geht es am 9. und 10. April mit einem Double-Header in Italien. "Jetzt bleibt uns Zeit, um bis zum nächsten Rennen in Rom sicherzustellen, dass wir uns dort von Anfang an in der richtigen Position befinden."

racing dome in mexico city

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