• Monaco 2022: Triumph im Fürstentum

Herausforderung Monaco. Dieses Rennen möchte jeder Rennfahrer gewinnen. Erst recht, wenn es in der Vergangenheit nicht optimal gelaufen ist. Dadurch schmeckt ein Sieg umso süßer.

Das Mercedes-EQ Formel E Team erlebte bei seinem Debüt auf dem prestigeträchtigen Monaco Grand Prix Circuit im Vorjahr ein schwieriges Rennwochenende. Entsprechend viel hatten sich Stoffel Vandoorne, Nyck de Vries und das gesamte Team beim Heimrennen der beiden Fahrer, die im Fürstentum wohnen, vorgenommen. Und der Renntag sollte nicht enttäuschen.

"Wow, was für ein Rennen: ein Sieg für das Team in Monaco!", fasste Teamchef Ian James zusammen. "Monaco war in der Vergangenheit nicht unbedingt ein gutes Pflaster für uns. Vor allem nach der Enttäuschung im letzten Jahr kamen wir mit dem festen Willen hierher, das Blatt zu wenden. Das ist uns wahrscheinlich auf die beste Art und Weise gelungen: Wir haben das Rennen mit Stoffel gewonnen." Auf dem Weg dorthin musste das Team jedoch einige Herausforderungen meistern.

Stoffel Vandoorne gewinnt auf den Straßen von Monaco

Bereits in den beiden Freien Trainings am Vormittag zeigten sich beide Fahrer mit der Performance zufrieden und lobten, wie gut sich der Mercedes-EQ Silver Arrow 02 auf den Straßen von Monaco anfühlte. Das Qualifying verlief aber nicht ganz so wie erhofft.

Stoffel erzielte die schnellste Zeit in Qualifying-Gruppe A und setzte sich auch in seinem Viertelfinal-Duell gegen Robin Frijns durch. Im Halbfinale scheiterte er knapp an Pascal Wehrlein und qualifizierte sich für Startplatz vier. Von dort setzte er sich im E-Prix in der Spitzengruppe fest und verbesserte sich stetig immer weiter nach vorne.

Dabei konnten ihn weder eine Full-Course-Yellow- noch eine Safety-Car-Phase aus dem Rhythmus bringen - obwohl er kurz davor gerade den Attack Mode aktiviert hatte. Nachdem er die Führung zur Rennmitte übernommen hatte, gab Stoffel sie bis zum Fallen der schwarz-weiß karierten Zielflagge nicht mehr ab.

a man congratulates stoffel vandoorne to his victory in monaco

"Das ist ein fantastisches Gefühl", verriet Stoffel. "Monaco ist eines dieser ganz besonderen Rennen, das jeder Fahrer gewinnen möchte. Es war unser Ziel, uns im vorderen Feld zu qualifizieren und danach war mir klar, dass wir auch vorne mitmischen würden können. Und genauso ist es auch gekommen."

Dabei machte er seinem Team ein ganz besonderes Kompliment: "Wir sind heute geflogen - ein riesiges Dankeschön an mein Team, das mir ein starkes Auto zur Verfügung gestellt hat." Nach 30 Rennrunden fuhr Stoffel seinen ersten Saisonsieg und seinen dritten in der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft ein. "Das wird eine großartige Erinnerung für das gesamte Team sein", sagte Ian James. "Und etwas, an das sich Stoffel garantiert für den Rest seines Lebens erinnern wird."

Zudem übernahm Stoffel mit 81 Punkten die Führung in der Fahrer-Wertung, in der er sechs Zähler vor Jean-Eric Vergne liegt. "Ich hatte keinen einfachen Start in die Saison, aber jetzt zahlt sich die Konstanz aus", so Stoffel. "Darüber bin ich unheimlich happy. Ich habe das Gefühl, dass ich schon die gesamte Saison über an der Spitze mitkämpfe. Ich bin ein paar Mal auf die Pole Position gefahren, konnte diese aber nicht in Siege umsetzen. Also habe ich mir an diesem Wochenende gedacht, dass ich nicht auf die Pole fahre und stattdessen das Rennen gewinne. Die Taktik ist aufgegangen."

stoffel vandoorne sitting in his mercedes-eq silver arrow 02 ahead of the monaco e-prix 2022

Punkteplatzierung für Nyck de Vries in Monaco

Für Nyck lief es nicht ganz so gut. Er erzielte die zweitschnellste Zeit in seiner Qualifying-Gruppe, schied dann jedoch im Viertelfinale gegen Jean-Eric Vergne aus. Somit musste er von Platz acht ins Rennen gehen.

"Nyck hatte einen sehr soliden Vormittag, konnte aber leider das Qualifying nicht optimal gestalten und landete auf P8 in der Startaufstellung", so Ian James. "Das ist bei einem so engen Feld nie eine optimale Ausgangsposition."

Der E-Prix begann dennoch positiv für Nyck: "Ich glaube, dass wir heute eine klasse Pace hatten, wir waren stark beim Energie-Management, hatten einen guten Start und haben eine Position gutgemacht." Aber manchmal läuft es eben einfach nicht zusammen. "Das Rennen ist leider nicht so verlaufen, wie ich es mir erhofft hatte", bestätigte Nyck. "Es war wohl einfach einer dieser Tage, an denen es immer schlimmer wird."

nyck de vries laughing with his engineer ahead of the start of the monaco e-prix

Am Ende überquerte Nyck die Ziellinie als Zehnter und sammelte damit einen Punkt. Ian James sieht das als positiv an: "Jeder einzelne Punkt zählt für den Kampf um die Weltmeisterschaft. Und genau darauf arbeiten nicht nur die Fahrer, sondern auch alle Teammitglieder hin. Wie heißt es so schön: Am Ende des Tages kommt es auf das Rennen an und daraus haben wir etwas Zählbares gemacht."

Das sieht auch Nyck so, der seinem Teamkollegen Stoffel zum Sieg gratulierte: "Zum Glück ist Stoffel ein großartiges Rennen gefahren und hat für das Team den Sieg geholt. Das freut mich sehr für die gesamte Mannschaft, das haben sich alle Teammitglieder für die ganze harte Arbeit verdient."

Beim nächsten Rennen wird Nyck alles daran setzen, selbst wieder ein besseres Ergebnis einzufahren. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bei den Saisonläufen sieben und acht am 14. und 15. Mai in Berlin.

stoffel vandoorne and nyck de vries walking through the pitlane in monaco

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