• Rom 2022: Wertvolle Punkteausbeute

Die ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft kehrte am vergangenen Wochenende mit zwei actiongeladenen Rennen in die italienische Hauptstadt zurück. Rom erwies sich dabei wie gewohnt als eine fantastische Kulisse für die vollelektrische Rennserie, die den Zuschauern auf den Tribünen jede Menge Action bot. Für Mercedes-EQ brachte das Rennwochenende in der ewigen Stadt jedoch gemischte Gefühle mit sich.

Harter Kampf wird mit Podest belohnt

Der Samstag hätte für Stoffel Vandoorne kaum besser beginnen können: Pole Position - und das auf einer seiner absoluten Lieblingsstrecken im Rennkalender. Mit dreieinhalb Zehnteln Vorsprung setzte sich Stoffel im Finale des Qualifyings gegen Robin Frijns durch und sicherte sich damit seine siebte Pole in der Formel E - und seine zweite in dieser Saison.

Im E-Prix sollte Stoffel die Position zunächst halten. Im Laufe der 27 Rennrunden entwickelte sich ein spannender Kampf um die Podestplätze, in dem auch Stoffel ein Wörtchen mitsprach - unter anderem im Zweikampf mit einem alten Bekannten aus dem Qualifying: Robin Frinjs. Am Ende überquerte er die Ziellinie hinter dem Sieger Mitch Evans und Frinjs als Dritter.

stoffel vandoorne sitting ins his race car waiting for the e-prix to start

"Das war heute ein harter Kampf vom Start bis ins Ziel", fasste Stoffel zusammen. "Ein richtig hartes Rennen. Es war schwierig, die Strategie richtig hinzubekommen. Uns hat ein wenig die Pace gefehlt, vor allem im Vergleich zu Mitch Evans - er kam vorbei und ist danach einfach davongezogen."

Der Zweikampf mit Frijns machte ihm hingegen sehr viel Spaß. "Es kam darauf an, die Strategie mit dem Attack Mode richtig zu wählen, sich immer wieder gegenseitig zu überholen und zu Manövern anzusetzen", so Stoffel. "Das war definitiv ein großer Kampf. Alles in allem freue ich mich über den Podestplatz. An einem schwierigen Tag wie heute, ist das ein gutes Ergebnis."

Teamchef Ian James zog ein ähnliches Fazit nach Tag 1: "Am Ende sind eine Pole Position und ein Podiumsplatz ein großartiges Ergebnis für das Team - aber wir sind damit noch nicht ganz zufrieden." Das Ziel: Das sollte sich im zweiten Rennen am Sonntag ändern.

stoffel vandoorne celebrating his third place at the rome e-prix

Unglückliches Timing kostet Podestchance

Doch das gelang nur teilweise - die Pace stimmte Fahrer und Team diesmal glücklicher, das Ergebnis hingegen weniger. Aber der Reihe nach: Stoffel kam erneut in die Duell-Phase des Qualifyings, schied diesmal aber in einem engen Kampf im Viertelfinale aus und musste von P8 ins Rennen gehen.

In diesem kämpfte er sich stetig weiter nach vorne und fightete in der Schlussphase in der Spitzengruppe um einen möglichen Podestplatz. Doch ein unglückliches Timing bei den Safety-Car-Phasen kostete ihn die Chance, auf ein besseres Ergebnis als P5.

The mercedes-eq silver arrow 02 racing during the rome eprix

"Das erste Mal kam es [das Safety Car] heraus, als ich gerade den Attack Mode aktiviert hatte, so dass ich ihn nicht nutzen konnte, um mir meinen Weg durch das Feld zu bahnen und mich vielleicht auf einen Podiumsplatz vorzukämpfen", verriet Stoffel. "Die zweite SC-Phase kam, als ich gerade neben André war - deshalb musste ich die Position an ihn zurückgeben, weil ich zu dem Zeitpunkt noch einen Wimpernschlag hinter ihm war. Das waren zwei unglückliche Momente, auf die ich keinen Einfluss hatte, aber im Großen und Ganzen war es heute ein viel besserer Tag."

Den Grund dafür sah er in der verbesserten Pace seines Autos. "Unsere Rennpace war heute viel besser als gestern", betonte Stoffel. "Ich denke, wir waren sogar sehr konkurrenzfähig und hatten zur Rennmitte viel mehr Energie als einige unserer Gegner."

stoffel vandoorne sitting and talking with ian james

Abwärtsspirale verhindert Punkte

Der Samstag ließ sich für Nyck vielversprechend an. Er qualifizierte sich als Vierter in seiner Qualifying-Gruppe für die Duelle und rückte bis ins Halbfinale vor. Darin unterlag er Robin Frijns um eine Zehntelsekunde, ging aber von Startplatz drei ins Rennen.

In der ersten Rennhälfte lag Nyck gemeinsam mit Stoffel in der Spitzengruppe, fiel dann jedoch immer weiter zurück und musste sein Auto letztendlich nach einer Berührung kurz vor Rennende an der Box abstellen.

Nyck de Vries sitting in his mercedes-eq silver arrow 02 ready to start the e-prix

"Wir haben versucht, mit der Spitze mitzuhalten, aber ehrlich gesagt, hatten wir heute nicht die Pace dafür", sagte Nyck nach dem Rennen. Zu Rennbeginn lief noch alles okay. "Aber danach braucht man die Pace, um das umzusetzen und die hatten wir heute leider nicht. Wenn einem die Pace fehlt, verbraucht man mehr Energie und die Reifen überhitzen - das führt zu einer Abwärtsspirale."

Bis zur Rennmitte ging das noch gut, aber dann bekam er Druck von den Verfolgern und wurde überholt. Nycks Fazit nach Rennen 1: "Wir waren heute nicht schnell genug. Ich habe es versucht, aber es hat nicht gereicht." Am Ende wollte er Pascal Wehrlein in Kurve 7 überholen und sie berührten sich am Kurveneingang. "Nach dem Kontakt mit ihm und der Mauer war meine Lenkung zu stark verbogen und ich musste aufgeben."

Nyck de Vries checking his helmet while being in the box

Bessere Pace bleibt unbelohnt

Nach Rennende erhielt Nyck für den Zwischenfall eine Zurückversetzung um drei Positionen für das zweite Rennen am Sonntag. Entsprechend ging er schon beeinträchtigt in das zweite Qualifying, in dem er um fünf Tausendstelsekunden am Einzug in die Duell-Phase scheiterte.

Im Rennen kämpfte er sich von Startplatz 13 bis in die Punkteränge nach vorne und beendete den E-Prix auf Position sieben. Nach Rennende erhielt er eine 10-Sekunden-Zeitstrafe für eine Berührung mit einem anderen Fahrer, was ihn aus den Top-10 herauswarf.

nyck de vries racing during the rome eprix

"Das war offensichtlich ein sehr enttäuschendes Wochenende für mich, aber leider können wir das nicht mehr rückgängig machen", fasste Nyck sein Wochenende zusammen. Trotz des Ergebnisses sah er aber auch positive Aspekte: "Ich hatte das Gefühl, dass wir heute konkurrenzfähig waren, was gestern nicht wirklich der Fall gewesen ist. Das ist zumindest ermutigend. Wir lassen uns durch nichts unterkriegen, rappeln uns immer wieder auf und versuchen, zurückzuschlagen. Es ist noch früh in der Saison und es liegt noch ein langer Weg vor uns."

sundown behind the team box

Konstante Punktesammler zum Saisonstart

Das Mercedes-EQ Formel E Team erlebte in Saison 8 bislang Höhen und Tiefen, ein Blick auf die Gesamtwertung zeigt jedoch, dass es konstant an allen fünf Renntagen zumindest mit einem Fahrer gepunktet hat.

So führt Mercedes-EQ nach fünf Saisonrennen die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft mit 94 Punkten vor Porsche (85 Punkte) und DS Techeetah (80 Punkte) an.

nyck de vries leaving the box in his silver arrow 02

In der Fahrerwertung hat Jean-Eric Vergne (60 Punkte) die Führung vor Robin Frijns (58 Punkte) übernommen. Stoffel liegt mit 56 Zählern aber direkt dahinter auf Rang drei. Nyck belegt nach dem Wochenendes in Rom mit 38 Zählern Platz acht.

"Die nächste Herausforderung erwartet uns in knapp drei Wochen in Monaco", wirft Ian James bereits einen Blick voraus. Der sechste Saisonlauf der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft 2021/22 findet am 30. April auf dem ikonischen Stadtkurs in Monaco statt. "Es gibt viel zu beweisen, und wir sind nach diesem Wochenende wieder hungrig auf ein tolles Ergebnis für beide Fahrer."

ian james laughing durin an interview

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