• Rückschlag in den Straßen des Fürstentums

Der Motorsport besteht aus Höhen und Tiefen. So auch bei einem extrem spannenden und ereignisreichen Monaco E-Prix, der zum ersten Mal in der Geschichte der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft auf dem Grand Prix Circuit ausgetragen wurde. "Es war großartig, die Formel E wieder in den Straßen von Monaco zu erleben", bilanzierte Teamchef Ian James nach dem Rennen. "Es ist immer etwas Besonderes, an einem solchen Ort Rennen zu fahren. Das ist einer der vielen Gründe, warum diese Serie so einzigartig ist. Der Monaco E-Prix hat den Fans heute fantastisches Racing geboten."

Im Laufe der 26 Rennrunden gab es jede Menge Überholmanöver und Highlights, nur nicht für das Mercedes-EQ Formel E Team, das nach zwei Ausfällen beim siebten Saisonlauf ohne Punkte aus dem Fürstentum nach Hause reisen musste. Davon lässt sich die Mannschaft, die in dieser Saison bereits drei Rennen gewonnen hat, aber nicht unterkriegen. Schließlich sind es solche Rückschläge und Enttäuschungen, von denen das Team am meisten lernen kann, um daraus in Zukunft gestärkt zurückzuschlagen.

Nyck de Vries geht beim Heimrennen leer aus

Nyck de vries standing in the box

Der Monaco E-Prix war sowohl für Nyck de Vries als auch für dessen Teamkollegen Stoffel Vandoorne ein Heimrennen. Schließlich leben beide in Monaco. Das erhoffte Erfolgserlebnis brachte das vierte Rennwochenende der Saison jedoch für beide nicht mit sich.

Nyck musste schon im Qualifying den ersten Rückschlag hinnehmen. "Ich hatte einen unglücklichen Zwischenfall im Qualifying, als ich den Szenario-Schalter berührt habe und dadurch für eine halbe Runde nur die Hälfte der erlaubten Leistung zur Verfügung hatte", verriet Nyck. "Nachdem wir uns deswegen am Ende des Feldes qualifiziert hatten, entschieden wir uns dazu, einige Teile am Auto auszuwechseln und die Strafe dafür in Kauf zu nehmen, weil wir von dieser Startposition so oder so ein schwieriges Rennen erwarteten."

Nyck de vries driving through the pitlane

In diesem Zuge erhielt Nyck zudem eine 10-Sekunden-Strafe, weil vor dem Rennen sowohl die Power-Box als auch das Getriebe an seinem Auto gewechselt wurden. "Im Rennen hofften wir auf eine frühe Safety-Car-Phase, um mit unserem geschaffenen Energie-Delta einen Unterschied ausmachen zu können", sagte Nyck, der sein Auto kurz vor Rennende mit einem technischen Problem abstellen musste. "Aber das Safety Car kam für uns ein wenig zu spät heraus. Wir haben getan, was wir konnten, mehr war heute leider nicht drin. Jetzt müssen wir weiter arbeiten und uns in Mexiko zurückmelden."

Schwieriger Samstag für Stoffel Vandoorne

Stoffel Vandoorne sitting in the box

Für Stoffel verlief der Samstag nicht viel anders als für Nyck. Auch er musste im Qualifying bereits in Gruppe 1 auf die Strecke und qualifizierte sich auf Rang 15. "Wir gingen in Gruppe 1 auf die Strecke, was nie ideal ist, aber unser Auto war im Qualifying-Trimm auch nicht so konkurrenzfähig", sagte Stoffel.

Das Rennen sollte ihm gleich nach dem Start mit einer weiteren unerwarteten Herausforderung konfrontieren: "Ich ging von P15 ins Rennen und hatte auf der ersten Runde Pech in Kurve 6, in der einige Autos kollidierten und die Strecke blockierten", erklärte Stoffel. "Ich musste hinter ihnen warten und fiel dadurch ans Ende des Feldes zurück."

Stoffel Vandoornes car gets pushed back to the box

Danach war seine Pace gut und er konnte auf das Feld aufschließen. "Auch mit Blick auf das Energie-Management sahen wir bis zum Safety Car gut aus", so Stoffel weiter. "Was danach eingangs Kurve 10 passiert ist, weiß ich noch nicht genau. Meine Hinterräder blockierten, ich verlor die Kontrolle und konnte Wehrlein vor mir nicht mehr ausweichen. Danach musste ich das Auto abstellen und das Rennen war für mich gelaufen."

Zurück zur Form der letzten Rennen

Mercedes-EQ Silver Arrow 02 racing in Monaco

Die Premiere des Mercedes-EQ Formel E Teams in den Straßen von Monaco verlief enttäuschend. Bis Mitte August verbleiben jetzt noch vier weitere Rennwochenenden mit jeweils zwei Rennen, um diesen Rückschlag vergessen zu machen und die Saison positiv abzuschließen.

"Für uns war Monaco eine schmerzvolle Erfahrung", gestand Ian James. "Die Hälfte der Saisonrennen liegt nun bereits hinter uns, weswegen wir es uns nicht erlauben können, noch mehr an Boden zu verlieren. Wir werden jetzt alles im Detail analysieren und jeden Aspekt studieren, der zu diesen Problemen geführt haben könnte."

Aber warum hatte das Team ausgerechnet in Monaco einen schlechten Tag? "Es gibt immer mehrere Erklärungen für Ergebnisse wie diese, besonders, wenn man in mehreren Sessions sein Potenzial nicht ausreizen konnte", so James. "Aber am Ende ist keine davon gut genug, wenn man sie nicht umsetzen kann - dann werden sie nur zu Entschuldigungen."

"Jetzt müssen wir hoffen, oder besser gesagt, sicherstellen, dass dies unser letzter Renntag mit solchen Rückschlägen bleibt", fügte er an. "Wie gesagt, diese Leistungen entsprechen nicht unseren Ansprüchen und wir möchten wieder zu den Performances zurückkehren, die wir früher in dieser Saison gezeigt haben und wir wissen, dass wir dieses Niveau mit dieser fantastischen Mannschaft erreichen können." Die nächste Chance dazu erhält das Team am 19. und 20. Juni bei den kommenden beiden Läufen zur ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft in Puebla, Mexiko.

In den beiden WM-Wertungen ist weiterhin alles offen. Nyck (57 Punkte) liegt fünf Zähler hinter Robin Frijns auf dem zweiten Rang der Fahrerwertung, Stoffel (48 Punkte) belegt Platz 6. Und in der Teamwertung führt das Mercedes-EQ Formel E Team (105 Punkte) mit zwei Zählern Vorsprung vor Jaguar Racing (103 Punkte) die Tabelle an. Die verbleibenden acht Saisonläufe versprechen also jede Menge Spannung.

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