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„Ich habe die G-Klasse schon als Kind bewundert und davon geträumt, sie zu fahren“, erzählt Nigel Sylvester. Auf der anderen Seite des East River ragt jetzt am frühen Nachmittag die Skyline von Manhattan in den wolkenlosen Himmel. Der leuchtend rote Mercedes-AMG G 63 des BMX-Profis steht in gleißend hellem Licht direkt am Ufer. Auch während der Drehpausen setzt sich Nigel Sylvester immer wieder auf sein Bike und fährt über die freie Fläche mitten in New York. In gewisser Weise ist dieser Blick auf Manhattan auch einer auf eine andere Welt. In Manhattan kratzen die Hochhaustürme am Himmel, an der Wall Street werden täglich Aktien in Milliardenhöhe gehandelt und am Ende der 5th Avenue – rund um den Central Park – liegen traditionell die teuersten Immobilien der Welt. In Brooklyn und dem an­grenzenden Stadtviertel Queens gibt es kaum internationale Hoch­finanz. Doch das ist nur ein Grund, warum die Mieten hier günstiger sind. Brooklyn und Queens waren lange arme Stadtteile, die aber immer schon reich waren an Kultur. Heutige Megastars wie der Rapper Jay-Z sind hier aufgewachsen und haben hier den Grundstein ihrer Karriere gelegt. 

Die sogenannte Streetculture, die Kultur der Straße, seit Jahrzehnten gelebt in Stadtteilen wie Brooklyn, Harlem oder auch in den Ausläufern von Queens, prägt ein anderes Bild von New York. Eines, das in der Außenwirkung der Metropole mittlerweile ebenso bedeutsam ist wie Manhattan selbst: Denn in Brooklyn florieren die Kreativität, die Musik, Mode oder auch Sportarten wie Skateboarding und eben BMX. Letzteres hat Nigel Sylvester weltberühmt gemacht. Und dass er heute G-Klasse fährt, hat nicht nur mit seiner Faszination für die Ingenieurleistung zu tun. Das auch, aber die rote Mercedes-AMG G-Klasse hier am Ufer des East River ist gleichsam Ausdruck und Symbol, es geschafft zu haben. „Ein Mercedes-Benz ist für Menschen, die in Brooklyn und Queens aufgewachsen sind, etwas, auf das sie hinarbeiten. Einige tun das ihr ganzes Leben. Sie sparen Geld, um nur ein kleines Stück der Marke zu ergattern“, erklärt Sylvester mit ruhiger, selbstbewusster Stimme. „Mein Großvater fuhr einen Mercedes-Benz Truck. Ich habe ihn und das Fahrzeug immer bewundert. Er war ein wichtiger Einfluss in meinem Leben“, sagt Sylvester bei einer Drehpause unter einem Sonnenschirm. 

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„Die G-Klasse ist besonders, einzigartig“, ergänzt er. Die Schatten werden länger, das Licht weicher. Ein paar letzte Fahraufnahmen stehen an. Wir wollen mit ihm durch die Straßen von New York fahren, um das Lebensgefühl zu dokumentieren, das BMX so besonders und aufregend macht.  

Wir verstauen das Bike im Kofferraum der G-Klasse und fahren durch Brooklyn Richtung Queens. Dorthin, wo alles begann und wo er anfing, zu entdecken, was ihn bis heute antreibt: „Wenn ich auf der Straße an Autos vorbeifahre, einen Schlenker über den Bordstein mache, dann wieder mitten auf die gerade leere Straße ausschere, dann fühlt sich das frei an. Für mich ist es die reinste Form der Kreativität. Ich merke auch heute noch, wie sehr mich das Fahren erfüllt. Wie viel Spaß es mir jedes Mal aufs Neue macht.“ 

Die Performance-Marke und das Modell G 63 im Beson­deren passen perfekt zum Sportler Nigel Sylvester, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, auch unter schwierigsten Bedingungen Bestleistungen zu bringen. Denn darum geht es beim BMX-Fahren: Die Stadt und die Straßen sind der Ort, an dem Sylvester aufblüht. Genau wie die G-Klasse. 

Denn sie befähigt den Fahrer, auch die widrigsten Umstände zu meistern. Und die G-Klasse gilt als besonders begehrenswert, weil sie in Funktion und Form einzigartig ist. Es ist also keine Überraschung, wenn Mercedes-AMG zum 55-jährigen Jubiläum eine Sonderedition der G-Klasse lanciert und dem ikonischen Modell ein Denkmal setzt. Auch BMX galt lange als außergewöhnliche Nischen-Sportart, die vor allem dann ihre Wirkung entfaltet, wenn sie nicht auf einem Übungsplatz praktiziert wird, sondern auf den Straßen der Städte der Welt. Genau das machte Sylvester berühmt. In seinen YouTube-Clips durchkreuzt er Häuserschluchten, Parks oder auch mal einen Friseursalon manchmal mühelos, manchmal mit viel Humor und immer sehr unterhaltsam. „Nigel Sylvester Live“ heißt sein Kanal. Ein Video von Nigel Sylvester fühlt sich so an, als würde man einem Computer­spiel zusehen. Die Videos sind aus seiner Perspektive gefilmt. Er trifft Menschen auf der Straße, hält an, um sich mit Freunden auszutauschen oder Basketball zu spielen – und fährt weiter. Nigel Sylvester ist dabei nicht nur Sportler, sondern auch Entertainer. Schaut man die Videos, dann spürt man: Auch nach einer Karriere, die sich mittlerweile über fast zwei Jahrzehnte erstreckt, hat er den Spaß an der Sache nicht verloren.

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Sylvester hat es zudem früh verstanden, mit Marken zu kollaborieren. Eine eigene Welt aus Sponsoren und eigenen Unternehmen aufzubauen, denn ein Sponsoring- und Wettbewerb­ssystem wie bei anderen professionalisierten Sport­arten gab es im BMX-Sport lange nicht – zumindest bei Weitem nicht auf einem Niveau, wie es bei Disziplinen wie Basketball oder Fußball. Sylvester ist es gelungen, BMX als Sportart mit Lifestyle-Hintergrund neu zu etablieren – mit zunehmendem Erfolg. Denn weil er den Sport, aber auch die Mode liebt, gestaltete Sylvester neben seinem Bike für Louis Vuitton bereits Kolla­borationen mit Marken wie Levi’s und Moncler, dem einflussreichen New Yorker Streetwearshop Kith, der Sportswear-Brand New Era und natürlich Mercedes-AMG, die mit dem Sportler eng zusammenarbeitet.  

Seine stetig wachsenden Followerzahlen auf Social Media zeigen: Mit seinem Content trifft Nigel Sylvester den Nerv der Zeit. Manchmal könnte man meinen, sie geht gerade erst richtig los. Aber den Eindruck dürften nur diejenigen haben, die den BMX-Sport bislang nicht verfolgt haben.

Denn begonnen hat alles mit der Leidenschaft für einen Sport, der vor Nigel Sylvester zwar in Kalifornien etabliert war, aber kaum in New York. „Die Menschen haben das erst nicht verstanden: ein BMX-Profi aus Queens?“, erinnert sich Sylvester lachend. Das sagt heute niemand mehr. Und auch seine alten Weg­gefährten aus den Anfangstagen seiner BMX-Karriere sind immer noch seine besten Freunde – und für Sylvester Teil seiner erweiterten Familie. Entscheidend ist: Bei Sportarten wie BMX geht es nicht allein um die Karriere. BMX fährt man in New York City nicht, um reich und berühmt zu werden. Bis heute ist der wahre Antrieb ein anderer. Ein Gefühl, das man spürt, wenn man Nigel Sylvester dabei zuschaut, wie er die Straßen der Stadt auf dem Bike durchkreuzt, als würden sie ihm gehören. „Ich habe das Glück, davon leben zu können, was ich liebe“, sagt Nigel Sylvester. „Es gibt nichts anderes, was mich so erfüllt, wie auf meinem Rad superschnell durch die Stadt zu fahren.“ Dabei geht es um mehr als Glück. Es geht um die Freiheit, so leben zu können, dass es sich richtig anfühlt.