Wearable Wonderland.

The Quantifiable Self.

Eine Stimme im Ohr, die zum schnelleren Laufen auffordert, um die empfohlene Herzfrequenz zu erreichen. Ein Informationsassistent, der während des Schlafs fortwährend die REM-Zyklen erfasst. Kopfhörer, die das Gehirn mit elektrischen Impulsen stimulieren. Oder ein Gehstock, der einen Alarm sendet, wenn er umfällt. Das alles ist keine Fiktion, sondern Teil der Gegenwart. Auch wenn Wearables noch lange nicht so selbstverständlich wie Smartphones sind, bieten sie doch immer häufiger Lösungen für jedes Alter und (fast) jede Art der Betätigung.

Als Apple als erstes Unternehmen die Gesundheits-App für iOS vorgestellt hat, war der Markt noch nicht bereit für all die messbaren Dinge. Heute präsentieren bei Veranstaltungen wie der CES alteingesessene Firmen aus dem Silicon Valley neben japanischen Senkrechtstartern ihre innovativen Wearables mit nahezu grenzenlosen Möglichkeiten zur Messung von Gesundheits- und Fitnesswerten.

Für den Absatz von tragbaren Geräten wird ein Zuwachs von 84 Millionen Einheiten im Jahr 2015 auf 245 Millionen Einheiten bis zum Jahr 2019 prognostiziert.

Digitale Haut Couture.

Dank Verbesserungen der Sensortechnik werden Wearables immer kleiner, genauer und billiger. Sie verlassen als Pedometer, Pulsmesser oder Kalorienzähler immer häufiger ihren gewohnten Platz am Handgelenk. Stattdessen sind sie ein direkter Bestandteil der Kleidung oder anderer intelligenter Oberstoffe, wie sie beispielsweise von Start-ups wie Clim8 und Xenoma vorgestellt wurden. Mithilfe der elektronischen Haut werden aber nicht nur physische Prozesse überwacht. Daneben sammeln sie – wie das Wearable Accelerometer – Erkenntnisse aus der relativen Position des Körpers in der umgebenden Umwelt, nehmen Bewegungsveränderungen wahr und können wie GPS feststellen, an welcher Stelle man beispielsweise mit dem Laufen begonnen hat und wo man wieder aufhört. Außerdem alarmieren sie den Nutzer, wenn dieser in einer ungesunden Haltung vor dem Computer sitzt. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert die intelligente Matratze des Start-ups Beddit. Statt in der Kleidung schlummern die Sensoren direkt im Bett. Sie sollen den Nutzern zu einem gesünderen Schlaf verhelfen. Das Schlaf-Tracking erfolgt automatisch und unsichtbar, es integriert sich nahtlos in den Alltag. Genauso unsichtbar wird das Messen des Blutzuckerspiegels. Mit dem Wearable K’Track kann man seine Blutwerte ohne einen Piekser auslesen lassen und wird gewarnt, sollte man unterzuckert sein.

Das Lenkrad als Health Tracker.

Die Technologie der Wearables könnte auch in Fahrzeugen wichtige Funktionen übernehmen und so potenzielle, durch gesundheitsbedingte Beeinträchtigungen verursachte Unfälle verhindern. Dabei können die gesammelten Daten nicht nur die Gesundheitsdaten des Fahrers umfassen, während er sich im Fahrzeug befindet, sondern auch Daten zum Gesundheitszustand, die außerhalb des Fahrzeugs durch andere Geräte gesammelt wurden. Man stelle sich ein Lenkrad vor, dass den Blutzuckerwert misst oder einen Sitz, der den Fahrer ermahnt, wenn der sich ungesund in den Sitz fläzt. Es ist anzunehmen, dass die Endverbraucher in zunehmendem Maße erwarten, auf ihre gesundheitsbezogenen Daten aufmerksam gemacht zu werden. Hyundai und Mercedes-Benz gehören schon jetzt zu den führenden Herstellern, die Konzepte dieser Art auf der CES präsentiert haben.

Dem Puls der Zeit voraus.

Die CES 2017 hat verdeutlicht wie genau und wie vielfältig Wearables den Körper eines Menschen analysieren und wie sie ihn bei seinen Unternehmungen unterstützen können. Der nächste Entwicklungsschritt ist bereits vorgezeichnet: Wearables die auf menschliche Emotionen reagieren können, indem diese beispielsweise, wie vom Startup Ironova vorgestellt, durch eine Art Game Controller am Handgelenk des Spielers direkt ins Spiel mit einfließen. Daneben stellten Wissenschaftler des MIT vor kurzem ein Wearable vor, welches die Emotionen hinter den gesprochen Wort erkennen und interpretieren kann. Auch wenn Wearables im Prinzip nichts Neues sind, so werden wir doch immer wieder von ihren Möglichkeiten überrascht.