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Große Auswahl.

„Welchen nehmen wir?“, fragt Barbara Dünkel, 53, ihren Mann Andreas, 55. Keine einfache Frage. Keine, auf die er so schnell eine Antwort findet. Auf die vermutlich niemand, der eine Passion für Klassiker pflegt, so schnell eine Antwort finden würde. Denn Dünkels Auswahl an automobilen Preziosen ist ziemlich groß. 

Okay, der Mercedes-Benz 170 S-D, der im Jahr 1954 zugelassene Kastenwagen, dessen Vorbesitzer einmal Rennsportlegende und fünffacher Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio war, ist generell kein geeignetes Auto für Ausfahrten. Zu eng und unbequem auf Fahrer- und Beifahrersitz. Und hinten drin: altes Werkzeug in Kisten und Regalen, Ersatzreifen, Schmiermittel, Zündkerzen. Das meiste stammt tatsächlich noch aus den 1950er-Jahren. Der hellblaue „Fangio“ kommt also nicht infrage. 

Andreas Dünkel, gelernter Automechaniker und Kaufmann, werkelt am Fangio.

Andreas Dünkel, gelernter Automechaniker und Kaufmann, werkelt am Fangio.

Barbara und Andreas Dünkel stilvoll mit dem Mercedes-Benz 300 S Cabriolet A unterwegs.

Stilvoll mit dem 300 S Cabriolet A unterwegs, das in den 1950er-Jahren gebaut wurde.

„Wir nehmen das Cabriolet.“

„Juan Manuel Fangio war nach seiner Rennfahrer­karriere Chef einer Mercedes-Benz Niederlassung in Buenos Aires – und Mitarbeiter seines Unternehmens nutzten den 170 S-D als Service- und Werkstattwagen“, erklärt Andreas Dünkel. Der Wert des Wagens? Die Dünkels zucken beide mit den Schultern. Der Wert sei nicht so wichtig. Sie hatten einfach Glück. Sammlerglück. Doch jetzt blickt das Ehepaar, das sich vor 30 Jahren bei einer Motorradtour in Italien kennengelernt und vor 27 Jahren geheiratet hat, zum Himmel. Er ist bedeckt. Sieht nicht gut aus. Die Wetter-App wird gecheckt. 

Niesel zieht aus Richtung Norden heran. Es bleibt frisch. „Wir nehmen das 300 S Cabriolet“, schlägt sie etwas über­raschend vor. „Ist gut, doch vergiss das Kopftuch nicht, ich setze einen Hut auf“, antwortet er lächelnd. Beide gehen rüber ins Haus und ziehen sich um. 

Man wähnt sich plötzlich in den 1950er-Jahren.

Als sie wieder herauskommen, ist es, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Sehr weit. Man wähnt sich plötzlich in den 1950er-Jahren – denn in diesem Stil haben sich die Dünkels angezogen. Bei Ausfahrten kleiden sie sich gerne im Stil jener Zeit, in der ihr jeweiliger Klassiker das Straßenbild verschönerte.

Zu Hause in Schemmerhofen (zwischen Stuttgart und dem Bodensee gelegen) leben die Dünkels im Kleinen, was sie draußen im Großen geschaffen haben: „Raum für mobile Leidenschaft“. So lautet der Werbeslogan ihres Unternehmens Motorworld.

Die erste Motorworld haben die aus München stammende Werbekauffrau und der in Schemmerhofen aufgewachsene gelernte Auto­mechaniker und Kaufmann vor zehn Jahren in Böblingen eröffnet. Als sie das Gelände des ehemaligen Landes­flughafens – 25.000 Quadratmeter groß – erwarben, war es eine brachliegende Ruine. Doch Dünkels erkannten die Möglichkeiten, investierten und bauten die erste Motorworld auf, eine Art automobiler Erlebnispark für Lieb­haber von Oldtimern, Youngtimern und Supersportlern – mit Werkstätten, Showrooms, Shops, Hotel und Gastro­nomie.

Barbara Dünkel führt über ihr Grundstück. Überall stehen Schätze wie dieser alte Feuerwehrwagen.

Barbara Dünkel führt über ihr Grundstück. Überall stehen Schätze wie dieser alte Feuerwehrwagen.

Besucheransturm aus aller Welt.

„Autos im Wert von etwa 250 Mil­lionen Euro stehen aktuell in Böblingen, wo wir im ­ver­gangenen Jahr einen Besucheransturm von über 600.000 Menschen aus aller Welt verzeichneten“, sagt Andreas Dünkel. Wer mag, kann dort im V8 Hotel ­übernachten, sogar in einem S-Klasse oder „Ponton“ Bett. Die Mercedes Suite geht über drei Etagen. Eine andere Motorworld betreiben die erfreulich bodenständig gebliebenen Dünkels in Köln, weitere Dependancen sind geplant oder in Arbeit: in München und Metzingen, im Ruhrgebiet, in Berlin, Rüsselsheim, Zürich, Luxemburg, auf Mallorca, selbst nach China wollen die Süddeutschen expandieren. Sie besitzen eine spielerische Leidenschaft für Automobile – und eine Vorliebe für Mercedes-Benz. 

Modelle aus den 1920er- und 1930er-Jahren, 300 SL, 190 SL, „Pagode“, Ponton, R/C 107, 190 E, 200 D, Unimog und viele Nutzfahrzeuge aus meist weit zurückliegenden Jahrzehnten, zudem auch einige neue AMG-Modelle gehören zu ihrer privaten Sammlung. Was ihre Töchter und der Sohn fahren? „Natürlich Autos aus haargenau ihrem Geburtsjahr“, antwortet Barbara Dünkel augenzwinkernd.

Einzigartig in seiner Schönheit.

Doch jetzt holen die Dünkels das 300 S Cabriolet A in Elfenbein (DB 620) aus der Garage. Was heißt Garage? Es ist eine Fahrzeughalle mit Bar und Herrenzimmer, stilvoll mit Renn- und Werbeplakaten, Fotos und Utensilien aus der Automobilhistorie eingerichtet. Eine museale Schatzkammer mit seltenen Stücken – und auch mit einem Mercedes-Benz Scheunenfund, den sie einfach so belassen, wie sie ihn gefunden haben: außen Rost, innen Stroh. Warum sie ihn nicht restaurieren? „Ich finde, dafür ist er viel zu schön“, antwortet sie.  

Der W 188, dessen Verdeck sie jetzt mit geübten Griffen öffnen, wurde im Oktober 1951 erstmals vorgestellt. „Unglaublich in Fahrleistung und Komfort, einzigartig in seiner Schönheit.“ So warb Mercedes-Benz damals für das „Spitzenmodell besonders repräsentativer Wagen mit sportlicher Note“. 

Das Herrenzimmer neben der Fahrzeughalle.

Das Herrenzimmer neben der Fahrzeughalle.

In der Werkstatt gibt es sämtliches Werkzeug, um die zwei Mercedes-Benz Oldtimer darin auf Vordermann zu bringen.

Die Werkstatt ist älter als momentan die Autos darin.

Leidenschaft für Automobile.

Mit dem Cabriolet A, einem von nur 203 je gebauten, fahren die Dünkels am nahen Kieswerk vorbei. Sein Großvater hat das Werk vor 86 Jahren gegründet – und sein Vater hat vor 40 Jahren damit begonnen, Autos zu sammeln. Er selbst und auch seine drei Brüder, erzählt der Western- und Rockmusikfan, hätten die Leidenschaft für Automobile vom Vater geerbt. 

Vom Kieswerk führt ein schmaler Weg zu einer Insel im Baggersee. „Rock Island“ nennen die Dünkels das winzige Eiland mit großer Blockhütte. Hier haben sie eine Zeit lang gelebt, nachdem sie sich bei der Motorradfahrt am Gardasee ineinander verliebt hatten. Barbara war mit ihrer „Münchener Clique“ dort, Andreas mit seinen „schwäbischen Kumpels“.

Auf den Floh­märkten dieser Welt unterwegs.

„Hier hat er mir damals den Heiratsantrag gemacht“, erzählt sie auf der mittlerweile recht wackeligen Holzbrücke. Händchenhaltend macht das Paar einen Spazier­gang.

Der Wind weht kühl, doch der Nieselregen bleibt zum Glück aus. Die Passion für Klassiker entfachte sich auch in ihr sehr schnell, sagt sie, die auf den Floh­märkten dieser Welt stets nach Devotionalien der Automobilhistorie und nach Zeitgenössischem stöbert: „Raritäten, Kitsch, Scheinwerfer, Urkunden, Fotos,  alles. Wir leben privat und beruflich unseren Traum. Hier unsere kleine Motorworld – und da draußen die große, mit der wir anscheinend voll den Zeitgeist getroffen haben.“ 

Ein längerer Urlaub ist für die beiden Automobil-Enthusiasten kaum drin. „Eine Woche am Stück ist schon viel“, erklärt Andreas Dünkel, der mindestens 50 Mal im Jahr beruflich in den Flieger steigt.

Am nächsten Morgen werfen sie sich wieder in Schale. Dieses Mal im Stil der 1930er-Jahre, denn sie holen das schwarze 500 K Cabriolet B, Baujahr 1935, heraus. Nur 296 wurden von diesem Modell gebaut, einem der legendären Technik- und Design-Klassiker von Mercedes-Benz. Er hält ihr die Tür zur Beifahrerseite auf und setzt sich dann selbst ans Steuer. Die Dünkels drehen vergnügt wieder eine kleine Runde auf ihrem weitläufigen Grundstück, auf dem es so viel zu gucken und noch mehr zu staunen gibt.

Bildergalerie.

Kraftstoffverbrauch kombiniert CO₂-Emissionen kombiniert Stromverbrauch im kombinierten Testzyklus

Nach Redaktionsschluss, 19.07.2019, können sich Änderungen am Produkt ergeben haben.

1 Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

4 Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch und CO₂-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

6 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.