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Analyse: Moskau

Zum dritten Mal gastierte die DTM am vergangenen Wochenende auf dem Moscow Raceway 80 Kilometer nordwestlich der russischen Hauptstadt. Für das Mercedes-AMG DTM Team brachte das sechste Rennwochenende der Saison unter anderem den ersten Sieg in Russland. Dank seines Erfolges reist Pascal Wehrlein als Zweiter der DTM-Fahrerwertung mit nur sechs Punkten Rückstand auf den Führenden Mattias Ekström aus Moskau ab. Das Team gooix/Original-Teile Mercedes-AMG führt die Teamwertung nach zwölf von 18 Saisonrennen mit 23 Punkten Vorsprung an.

Wehrlein: Das Überholmanöver zum Sieg in Moskau

Nahezu das gesamte Rennen hatte er seinen Konkurrenten vor sich studiert, vier Minuten vor Rennende setzte Wehrlein dann das rennentscheidende Überholmanöver. In der letzten Kurve täuschte er außen einen Angriff vor und zog dann innen am BMW-Piloten vorbei. "Das war ein super Rennen und die richtige Antwort auf Spielberg", sagte Wehrlein nach seinem zweiten Saisonsieg. "Ich wusste, dass der Reifenabbau bei BMW meistens etwas höher ist. Somit musste ich ein wenig geduldig sein, um dann ein überlegtes Überholmanöver zu setzen. Es war trotzdem ein bisschen ein Überraschungsangriff, der mir gelungen ist."

Vom zweiten Platz gestartet lag Wehrlein bis Runde 19 direkt hinter dem Führenden Marco Wittmann. Die Abstände wurden durch die beiden Safety Car-Phasen immer wieder zusammengeführt, betrugen aber auch bei freier Fahrt nie mehr als eine gute Sekunde. In den Runden vor Wehrleins Überholmanöver verkürzte er den Abstand sukzessive auf drei und dann eine Zehntelsekunde. "Marco hat sich mit allen Mitteln gewehrt, ist dabei aber sehr fair gefahren", lobte Wehrlein seinen Gegner. "Genau so sollte ein Zweikampf aussehen. Ich bin absolut happy mit dem Rennen."

Nachdem er die Führung übernommen hatte, konnte Wehrlein seinen Speed ausnutzen. In den verbleibenden vier Runden bis zur Zielflagge fuhr er einen Vorsprung von 1,8 Sekunden heraus. Dafür gab es auch ein Lob von Mercedes-AMG DTM Teamchef Ulrich Fritz: "Das war ein sehr turbulentes Rennen, mit einem verdienten Sieger. Pascal ist ein super Rennen gefahren."

Paffett & Wickens: Die Aufholjagden des DTM-Wochenendes

So überragend das Überholmanöver von Wehrlein im Kampf um den Sieg war, so fulminant fielen die Aufholjagden seiner Markenkollegen Gary Paffett und Robert Wickens im ersten Rennen auf dem Moscow Raceway aus. Paffett ging von Position 20 ins Rennen, kam aber bereits als 15. aus der ersten Runde zurück. Nach elf Umläufen auf dem 3,931 km langen Kurs war Paffett als Elfter bereits bis auf 1,9 Sekunden an die Punkteränge herangefahren.

In Runde 20, zum gleichen Zeitpunkt, als Wehrlein in Führung ging, machte Paffett zwei Positionen gut und übernahm Platz acht. Nur zwei Runden später überholte er Tom Blomqvist im Kampf um Platz sieben. In den verbleibenden zwei Umläufen setzte er sich um mehr als eine Sekunde vom BMW-Piloten ab. Insgesamt machte der DTM-Champion des Jahres 2005 im Rennverlauf 13 Positionen gut.

"Ein großartiges Rennen. Das hat viel Spaß gemacht", sagte Paffett nach der Zieldurchfahrt. "Ich habe den Unfall in der ersten Kurve vermieden und danach war das Auto richtig stark. Ich holte die anderen Fahrer ein, überholte einige und sammelte so noch Punkte. Nach Startplatz 20 hätte ich nicht gedacht, dass es so gut laufen würde."

Eine ähnlich starke Aufholjagd zeigte der Kanadier Robert Wickens, der sich im Verlauf des Rennens um zehn Plätze bis auf Rang zwölf verbesserte. Die beiden Safety Car-Phasen lassen die Leistungen der beiden Piloten noch eindrucksvoller erscheinen. Das Samstagsrennen ist mit einer Dauer von 40 Minuten plus einer Runde das kürzere der beiden Rennen des Wochenendes. Umso bemerkenswerter ist es, dass Gary und Robert trotz zweier Safety Car-Phasen so viele Plätze gutmachen konnten. "Wenn man wie Gary von P20 startet und in einem kurzen Rennen auf Position sieben fährt, dann kann man nur den Hut ziehen", erkennt Ulrich Fritz an.

Dreikampf im zweiten Rennen in Moskau

Auf ähnlich viele Positionsgewinne hofften die Fans von Wehrlein im zweiten Rennen am Sonntag. Nach seinem Sieg im ersten Lauf ging der 20-Jährige als Tabellenführer in den zwölften Saisonlauf. Von Startplatz elf waren seine Chancen auf einen zweiten Erfolg in Moskau jedoch eingeschränkt.

Bis Runde neun hing Wehrlein direkt im Getriebe von Edoardo Mortaras Auto auf Platz zwölf. Nachdem er ihn passiert hatte, fuhr Pascal nach zwölf Runden an die Box zum Reifenwechsel - allerdings nicht alleine. Mehrere andere Fahrer kamen zeitgleich zum Boxenbesuch herein. "Ich musste aufgrund des vielen Verkehrs stark abbremsen", erklärt Wehrlein. "Danach lag Mortara nach dem Boxenstopp wieder vor mir."

In den folgenden Runden bis Rennende entwickelte sich ein spannender Dreikampf um Platz acht zwischen Mortara, Nico Müller und Wehrlein. Müller profitierte dabei davon, dass er mit seinem Markenkollegen vor sich stets DRS nutzen konnte. "Somit hatte ich kaum Chancen, um noch zu überholen", betont Pascal. Im Ziel trennten das Trio gerade einmal acht Zehntelsekunden. 

Flinke Schrauber: Auto über Nacht repariert

Die Fleißarbeit des Wochenendes absolvierten ohne Zweifel die Mechaniker von Christian Vietoris. Bereits nach einer Kurve war der erste Lauf des Wochenendes für Christian vorüber. Miguel Molina drehte sich im Startgewimmel in der ersten Kurve - der nachfolgende Pilot mit der Startnummer 8 hatte keine Chance, ihm auszuweichen.

"Ich hatte keine Zeit, um zu reagieren oder etwas zu sehen. Deshalb habe ich ihn voll erwischt", erklärte Christian im Anschluss an das Rennen, bei dem er eine leichte Verletzung am Knie davontrug. "Mein Auto ist schon stark beschädigt, aber ich hoffe, dass meine Jungs es bis morgen wieder hinbekommen. Jetzt heißt es: Daumen drücken."

Die unermüdliche Arbeit seiner Mannschaft hatte sich gelohnt: Christians Original-Teile Mercedes-AMG C 63 DTM stand am Sonntagmorgen wieder einsatzbereit in der Box. "Ich möchte noch einmal hervorheben, was für eine super Leistung meine Jungs von Samstag auf Sonntag erbracht haben, um mein Auto fahrbereit zu machen", lobte Christian nach dem zweiten Rennen. "Ein großes Dankeschön an mein Team für die harte Arbeit. Jetzt freue ich mich auf Oschersleben." Und das nicht ohne Grund.

Nächstes DTM-Rennen: Oschersleben

Vom Moscow Raceway geht es für die DTM weiter nach Oschersleben. Dort findet vom 11.-13. September das siebte Rennwochenende der Saison in der Motorsport Arena Oschersleben statt. Besonders schöne Erinnerungen an diese Strecke hat Christian Vietoris. Der Gönnersdorfer erzielte dort im vergangenen Jahr seinen ersten DTM-Sieg. Der perfekte Ort, um das schwierige Wochenende in Moskau aus dem Gedächtnis zu vertreiben.

Das Rennen in Oschersleben fand in der Saison 2014 bei wechselhaften Wetterbedingungen statt. Vietoris absolvierte bereits nach der Einführungsrunde seinen ersten Boxenstopp, um auf Regenreifen zu wechseln. In einem spannenden und ereignisreichen Lauf mit drei Safety Car-Phasen stoppte er nur noch einmal. So übernahm er kurz vor Rennende die Führung, die er bis ins Ziel verteidigte.

"Ich bin überglücklich", sagte Christian nach dem Rennen. "Mein Team hat bei den Boxenstopps und der Strategie großartig gearbeitet - dieser Sieg gehört unserer gesamten Mannschaft." Wie gut die Strategie funktionierte, zeigt diese Statistik: Im Verlauf der 44 absolvierten Rennrunden machte Vietoris auf dem anspruchsvollen Kurs in Oschersleben 15 Positionen im Vergleich zu seinem Startplatz gut.

Ausblick auf 2016: Das neue DTM-Auto

Im Rahmen des Rennwochenendes in Moskau gewährte Mercedes-Benz auch einen kleinen Ausblick auf die Zukunft der DTM. Am Samstagvormittag präsentierte das Mercedes-AMG DTM Team die ersten Skizzen seines neuen Fahrzeugs für die DTM-Saison 2016.

"Das neue Mercedes-AMG C 63 Coupé wird wieder neue Standards bezüglich Fahrdynamik und Design setzen. Damit bietet das Auto die ideale Basis für unser DTM-Fahrzeug", sagt Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Ich freue mich schon jetzt darauf, den neuen Mercedes-AMG C 63 DTM ab 2016 im Einsatz zu sehen. Unser Ziel ist es natürlich, mit diesem Fahrzeug an die erfolgreiche Historie von Mercedes-Benz in der DTM anzuknüpfen."

Zu den Vorgängern des 2016er Mercedes-AMG C 63 DTM zählt unter anderem das erfolgreichste Auto der DTM-Geschichte. Die AMG Mercedes C-Klasse erzielte in 159 Rennen 85 Siege.

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