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Analyse: Oschersleben

Zweimal Platz 1 für Mercedes-Benz: Nach sieben von neun Rennwochenenden in der DTM-Saison 2015 führt die Marke mit dem Stern sowohl die Fahrer- als auch die Teamwertung an. Die Saisonläufe 13 und 14 in der Magdeburger Börde erwiesen sich dabei als schwierige Prüfung für das Mercedes-AMG DTM Team. Während das Team gooix/Original-Teile Mercedes-AMG in Oschersleben seine Führung in der Teamwertung auf 36 Punkte Vorsprung ausbauen konnte, führt Pascal Wehrlein vier Rennen vor dem Saisonende die Fahrerwertung 14 Zähler vor dem Zweitplatzierten Mattias Ekström (Audi) an. Der Weg an die Spitze der Gesamtwertung stellte Wehrlein im Verlauf des Wochenendes allerdings vor einige Herausforderungen.

Wehrlein: Härteprüfung ohne Servolenkung

"Das war das härteste Rennen, das ich bisher gefahren bin", gestand Pascal nach dem 40-minütigen Samstagsrennen in Oschersleben, das er auf Position fünf beendete. Die 28 Runden auf dem 3,696 km langen Kurs waren jedoch nicht nur wegen seiner starken Gegner im Kampf um wichtige Meisterschaftspunkte so hart. Erschwerend kam für den 20-Jährigen hinzu, dass schon früh im Rennen seine Servolenkung ausfiel.

"Ich habe gerade Druck auf Augusto Farfus ausgeübt", erinnert sich Wehrlein an den Moment, als ihn die Servolenkung nicht wie gewohnt unterstützte. Fortan musste er bei jedem Einlenken gegen zwei zusätzliche Kilogramm ankämpfen. Manchmal ließ sich das Lenkrad nur sehr schwer drehen, dann wieder etwas leichter. "Es war unberechenbar", so Pascal, der das Rennen jedoch unter keinen Umständen aufgeben wollte.

"Ich wusste, dass ich mit Platz fünf die Führung in der Meisterschaft übernehmen würde", erklärt er. "Zehn Punkte können am Ende entscheidend sein. Unter diesen Umständen ist es ein gutes Ergebnis. Aber ohne das Problem wäre mehr möglich gewesen. Wir wissen ja, dass die BMW gegen Rennende öfter Schwierigkeiten mit den Reifen bekommen."

Abreißvisier verstopft die Kühlung

Nach dem Rennen fand das Team heraus, warum Pascal diesen Kraftakt vollbringen musste: Ein Abreißvisier hatte die Kühlung verstopft, was schlussendlich zum Ausfall der Servolenkung führte. Das Visier stammte wohl von einem der Formel-Autos, die im Rahmenprogramm der DTM in Oschersleben fuhren.

Der Kampfgeist sollte sich für Wehrlein lohnen: Statt den einfachen Weg zu wählen und aufzugeben, biss er auf die Zähne und sammelte für Platz fünf zehn wertvolle Zähler. Da sein Meisterschaftskonkurrent Mattias Ekström als Vierzehnter ohne Punkte blieb, übernahm Pascal wieder die Führung in der Gesamtwertung.

Auch sein Mercedes-AMG DTM-Teamkollege Daniel Juncadella fuhr im ersten Rennen als Zehnter in die Punkte. "Ich bin mit dem Ergebnis relativ zufrieden", sagte der Spanier nach seiner sechsten Punkteankunft in dieser Saison. "Mein Ziel waren immer die Punkte und das habe ich erreicht."

Meisterschaftsführung in der DTM ausgebaut

Die Voraussetzungen für das zweite Rennen waren für Wehrlein besser als im ersten. Während er den ersten Lauf von Position sechs in Angriff genommen hatte, startete er am Sonntag von Rang drei aus der zweiten Reihe. Auch Paul Di Resta (Startplatz fünf) und Christian Vietoris (Startplatz acht) gingen aus den ersten vier Startreihen ins Rennen. Gary Paffett startete als Elfter knapp außerhalb der Top-10.

Bis zur ersten Kurve verlief alles glatt. "Dann war ich auf der Außenbahn und wenn ich die Tür nicht offen gelassen hätte, wäre ich eventuell gedreht worden", erklärt Pascal, der beim Start eine Kollision verhinderte, dadurch aber auf Position fünf zurückfiel.

Noch schwieriger verliefen die ersten Meter des Rennens für zwei von Wehrleins Teamkollegen. "Mit Christian Vietoris und Gary Paffett haben zwei in aussichtsreicher Position liegende Fahrer bei der Startkollision direkt Positionen verloren und ihre Fahrzeuge so stark beschädigt, dass die Pace im Rennen nicht mehr passte", erläutert Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Das war für uns ein enttäuschendes Rennen, das wir schon am Start verloren haben."

Hinzukam die Streckencharakteristik der Motorsport Arena Oschersleben, die Überholmanöver zu einer schwierigen Aufgabe macht. So blieb der Abstand zwischen Antonio Felix da Costa auf Platz vier und Wehrlein direkt dahinter fast das gesamte Rennen über nahezu identisch. Im Ziel trennten sie gerade einmal 0,666 Sekunden. Hinter Pascal überquerte Di Resta die Ziellinie als Sechster.

"Grundsätzlich dachte ich, dass wir vielleicht im Rennen ein bisschen stärker sein würden", sagte Wehrlein. "Aber am Ende reichte es nur zu Platz fünf. Mit Blick auf die Gesamtwertung kann ich jedoch zufrieden sein." Denn sein Titelkonkurrent Ekström sammelte auch im zweiten Rennen keine Punkte. Damit konnte Pascal seine Führung ausbauen, nachdem er und der Audi-Pilot aus Schweden sich bei den vorangegangenen fünf Rennen jeweils an der Spitze der DTM-Wertung abgewechselt hatten. 

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