Analyse: Lausitzring

Der Motorsport rockt die Lausitz: 67.500 Zuschauer folgten am vergangenen Wochenende (03.-05. Juni) dem Ruf zum Motorsport Festival auf dem Lausitzring, bei dem neben der DTM unter anderem auch das ADAC GT Masters an den Start ging. Der Lausitzring war von jeher ein gutes Pflaster für das Mercedes-AMG DTM Team. Keine Marke hat dort öfter gewonnen als jene mit dem Stern. Bernd Schneider und Gary Paffett sind mit jeweils drei Erfolgen die Rekordsieger in der Lausitz. Der amtierende DTM-Champion Pascal Wehrlein fuhr dort 2014 seinen ersten Sieg ein - und nun tat es ihm Lucas Auer dort gleich. Der Tiroler krönte sich mit einem überragenden Premierensieg zum ersten österreichischen Sieger der DTM-Geschichte. 

Lucas Auer dominiert auf dem Lausitzring

Mit einem lauten Schrei des Glücks und der Erleichterung feierte Lucas Auer bei der Zieldurchfahrt seinen ersten DTM-Sieg. "Ich habe noch nie so hart für einen Sieg arbeiten müssen wie heute", verriet er hinterher. "Es war total hart, speziell die ersten paar Runden waren kritisch." In diesen setzte sich Auer, der zum zweiten Mal in seiner DTM-Karriere von der Pole Position gestartet war, sukzessive von seinen Verfolgern ab. Bereits nach dem ersten Umlauf hatte er neun Zehntel Vorsprung auf seinen Mercedes-AMG DTM-Teamkollegen Robert Wickens, der sich am Start auf Position zwei geschoben hatte. In den folgenden Runden schwankte der Abstand auf den Kanadier immer wieder um zwei bis drei Zehntel. Mal kam Wickens näher, mal setzte sich Auer wieder etwas ab.

In Runde sechs gelang es dem Österreicher erstmals, den Vorsprung auf über eine Sekunde auszubauen. Ab diesem Zeitpunkt setzte er sich immer weiter von Wickens sowie dessen Verfolgern Timo Glock und Gary Paffett ab. Nach elf Runden hatte Auer bereits 2,2 Sekunden Vorsprung auf den SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG C 63 DTM mit der Startnummer 6. Zwei Runden später waren es drei Sekunden, weitere zwei Umläufe darauf dann fünf. Bis zu seinem Boxenstopp in Runde 18 baute er seinen Vorsprung kontinuierlich weiter aus. Nach Mattias Ekströms (Audi) Stopp in Runde 32 übernahm Auer mit 6,5 Sekunden Vorsprung auf Wickens wieder die Führung und gab diese bis zum Rennende nicht mehr ab.

"Meine Crew hat einen super Pitstop gemacht und auch meine Pace war sehr gut. Es ist riesig, mein erstes DTM-Rennen gewonnen zu haben", sagte Auer. "Die DTM ist eine fantastische Serie, das erste Mal darin zu gewinnen, macht mich richtig stolz. Erst recht als erster Fahrer meines Landes. Heute wird gefeiert. Besonders freut es mich aber für Peter Mücke. Er lebt zu 100% für den Motorsport und hat sich diesen Sieg mehr als verdient." Auch seine Kollegen beglückwünschten Auer zu einem grandiosen Wochenende, an dem er ab dem ersten Training am Freitag eine starke Pace zeigte. "Er war an diesem Wochenende einfach nicht zu stoppen und hat den Sieg verdient", sagte Robert Wickens. "Ich hätte natürlich auch gerne gewonnen, aber heute war sein Tag und ich freue mich sehr für ihn."

Neuer Spitzenreiter: Robert Wickens übernimmt Führung in der Gesamtwertung

Der ersehnte Sieg war Robert Wickens in der Lausitz nicht vergönnt. Dennoch zeigte der Kanadier mit zwei dritten Plätzen in den beiden Rennen eine souveräne Vorstellung. Nach sechs Saisonläufen übernahm er mit 58 Punkten die Führung in der Fahrer-Wertung der DTM, die er mit drei Punkten Vorsprung auf Marco Wittmann (BMW) anführt. Der Lausitzring kam dem Kanadier mit seiner einzigartigen Streckencharakteristik entgegen. "Die Strecke erinnert mich ein wenig an jene in Nordamerika", so Wickens. "Es gibt sehr viele Bodenwellen, was einen ganz anderen Fahrstil erfordert."

Bereits im ersten Rennen am Samstag zeigte Wickens, dass mit ihm an diesem Wochenende zu rechnen sein würde. "Ich hatte einen guten Start und bin auf Platz drei nach vorne gekommen. Dann habe ich die beiden Audis gejagt, aber es hat leider nicht ganz geklappt." Am Ende kreuzte er die Ziellinie nach 32 Runden nur zwei Sekunden hinter dem Zweiten Jamie Green (Audi).

Am Sonntag setzte sich Wickens erneut am Start durch und reihte sich hinter Lucas Auer auf dem zweiten Platz ein, den er bis zu seinem Boxenstopp in Runde 15 vor Gary Paffett behielt. Nachdem alle Fahrer ihre Pflichtstopps absolviert hatten, übernahm Wickens erneut den zweiten Rang hinter Auer. In den Schlussrunden näherte sich ihm jedoch Ekström unaufhaltsam, der ihn kurz vor Rennende noch überholte. "Wir sind früh zum Reifenwechsel an die Box gegangen. Danach musste ich lange auf diesem Reifensatz fahren", erklärte Wickens. "Ekström war am Ende richtig schnell. Nach der Slow Zone hatte ich keinen Grip mehr und musste schauen, dass ich die Punkte mitnehme."

Ein ähnliches Schicksal ereilte Gary Paffett. "Am Ende konnte ich Jamie Green und Mattias Ekström nicht hinter mir halten", so Paffett. "Sie waren zu diesem Zeitpunkt einfach schneller unterwegs. Platz fünf bringt gute Punkte, ist aber eine leichte Enttäuschung für mich, da ich mir Platz drei zum Ziel gesetzt hatte." Neben dem überglücklichen Sieger Lucas Auer fuhr auch der zweite "Pink Panther", Christian Vietoris, in seinem BWT Mercedes-AMG C 63 DTM in beiden Rennen Punkte ein und rundete damit die gute Mannschaftsleistung des Mercedes-AMG DTM Teams ab. "Insgesamt sind wir mit dem Wochenende natürlich sehr zufrieden", sagte Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Das Team hat sich für die harte Arbeit wirklich belohnt."

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