Analyse: Spielberg

Malerisches Ambiente, begeisterte Fans: So gesehen ist die Rennstrecke in Spielberg, auf der auch die Formel 1 Station macht, ein wunderbarer Austragungsort für das zweite Rennwochenende der DTM-Saison. Das Mercedes-AMG DTM Team scheint jedoch schon seit Jahren eine Art "Spielberg-Fluch" zu verfolgen.

Rückblende: DTM-Saison 2013. Robert Wickens wird in Führung liegend disqualifiziert. Ein Jahr später: Die "Schieb-ihn-Raus"-Affäre. Erneut gehört der Kanadier zu den Betroffenen. Timo Scheider schiebt Wickens und den späteren DTM-Champion Pascal Wehrlein ins Kiesbett.

"Es wäre schön, in diesem Jahr mit zwei hohen Punkteplatzierungen für positive Schlagzeilen zu sorgen", sagte Wickens vor dem Wochenende. "Am liebsten wäre es mir, das ganze Feld im Rückspiegel zu sehen, so lange Timo dort nicht auftaucht, könnte es dann ein schönes Wochenende geben." Leider sollte Roberts Wunsch für das Team gleich in doppelter Hinsicht nicht in Erfüllung gehen...

Rennen 1: Schwierige Ausgangsposition

Bereits im Qualifying zum ersten Rennen am Samstag wurde klar, dass den Mercedes-AMG DTM-Fahrern ein hartes Stück Arbeit bevorstehen würde. "In der DTM ist das Qualifying immer ausschlaggebend", verriet Lucas Auer. Tatsächlich befanden sich die Top-10 im ersten Qualifying innerhalb von lediglich zwei Zehnteln. Allerdings gelang nur dem Meisterschaftsführenden Paul Di Resta auf Platz sieben der Sprung unter die ersten Zehn der Startaufstellung.

"Uns war klar, dass das neue Auto uns auf Strecken, auf denen wir zuvor noch nie mit diesem gefahren sind, vor Herausforderungen stellen kann", erklärte Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Leider hat sich das heute bewahrheitet. Unterm Strich hat das Auto nicht wie erhofft funktioniert." Neben dem neuen Mercedes-AMG C 63 DTM war auch der Streckenbelag neu: Der Kurs wurde für diese Saison neu asphaltiert.

Immerhin konnte Di Resta Platz sieben ins Ziel bringen und so einige Punkte für die Gesamtwertung sammeln, die ihm die Führung in der Fahrerwertung sicherten. "Irgendwie scheint die Beziehung zwischen Spielberg und uns nie wirklich mit einem Happy End zu enden", fügte Fritz hinzu. Das sollte sich am Sonntag bestätigen.

Rennen 2: Gary Paffett erneut mit meisterhafter Aufholjagd

Der Sonntag begann wiederum mit einem schwierigen Qualifying. Startplatz 21. Das war nicht, was sich Gary Paffett für das zweite Rennen erhofft hatte. Aber der Brite krempelte die Ärmel hoch und zeigte abermals mit einer kämpferischen Glanzleistung, was für ein Vollblutracer in ihm steckt. Bereits nach fünf Runden (inklusive einer Safety Car-Phase) lag er auf Platz 18.

Ab Runde 22 begann Paffett damit, sich stetig nach vorne zu arbeiten. Sein taktischer Kniff dabei: "Ich hatte mein DRS für den Schlussspurt aufgehoben und holte die Jungs vor mir relativ einfach ein." Binnen fünf Runden überholte er ein Auto nach dem anderen und kämpfte sich auf Rang zwölf nach vorne. In Runde 35 überholte er Adrien Tambay (Audi) im Kampf um Platz elf und machte sich auf die Verfolgung von Timo Scheider, der vor ihm auf dem letzten Punkterang lag.

Dann die letzte Runde. "Timo Scheider machte einen Fehler in Kurve zwei und ich stach innen rein", beschreibt Gary die Situation. "In dem Moment hat er mich einfach aufs Gras rausgedrückt." Das kostete Paffett zwei Plätze. So blieb ihm am Ende Rang 13. "Gary hätte einen Ehrenpunkt verdient, aber dann drängte ihn wieder einmal Timo Scheider in der letzten Runde von der Strecke", sagte Ulrich Fritz. "Letztes Jahr die "Schieb-ihn-raus"-Aktion, jetzt sowas, dafür habe ich absolut kein Verständnis."

Robert Wickens hatte bereits vorher im Rennen eine Begegnung mit einem anderen Audi-Piloten. "In Kurve sechs habe ich ein gutes Manöver gegen Nico Müller gezeigt", so der Kanadier. "Er hat mich dann auf der Innenseite ins Gras gedrückt, aber aus irgendeinem Grund habe ich danach eine Durchfahrtsstrafe für das Verursachen einer Kollision erhalten." Danach hatte Wickens keine Chance mehr auf ein besseres Ergebnis und war entsprechend enttäuscht: "Ich habe das Gefühl, dass ich um ein besseres Ergebnis gebracht wurde."

Seine schnellste Rennrunde (1:23.446 Minuten, Runde 40) deutete jedoch an, dass die Pace vorhanden war. "Zumindest das gibt Hoffnung für den Lausitzring", betont Fritz. "Wenn man nach so einem bescheidenen Wochenende weiterhin die Meisterschaft anführt, dann muss man wohl sagen, dass man mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Aber was in Spielberg passiert ist, kann natürlich nicht unser Anspruch sein."

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