Budapest: Analyse

Bittersüßes Wochenende für das Mercedes-AMG DTM Team bei der DTM-Rückkehr nach Budapest. Während Daniel Juncadella zunächst am Sonntag seinen hart erkämpften ersten Podestplatz feierte, verlor Robert Wickens auf dem Hungaroring auch die letzte rechnerische Chance, den DTM-Titel noch zu gewinnen. 'Damit haben wir uns heute endgültig aus der Fahrermeisterschaft verabschiedet', fasste Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz enttäuscht zusammen. 'Das ist wirklich schade.' Dann der nächste Schock am späten Sonntagabend: Nach dem Rennen wurden Juncadella und BMW-Pilot Marco Wittmann von der Wertung ausgeschlossen, da die Unterböden ihrer Autos nicht mehr den Regularien entsprachen.

Daniel Juncadella: Wertungsausschluss kostet erstes DTM-Podium

Dabei hatte für Juncadella alles so gut angefangen. Eine chaotische Anfangsphase, ein super Start und ein bisschen Glück: Schon fand sich Daniel Juncadella auf dem Weg zu seinem Wunschergebnis. Von Startplatz elf katapultierte sich der Spanier in seinem Mercedes-AMG C 63 DTM auf der Startrunde bis auf den dritten Platz nach vorne. 'Ich hatte erneut einen Mega-Start', erklärt der Mann mit der Startnummer 12. 'Diese gelingen mir seit einigen Rennen stets sehr gut. Nach der ersten Runde lag ich schon auf Platz drei. Das war unglaublich.'

Doch noch lagen in diesem zweiten Rennen 35 weitere Runden auf dem anspruchsvollen Hungaroring vor ihm, bis er sich seinen Traum vom ersten DTM-Podium erfüllen konnte. 'Insgesamt war es ein sehr emotionales Rennen für mich', sagte Juncadella direkt im Anschluss an das Rennen. 'Angesichts der Umstände konnte ich wirklich nicht glauben, dass ich auf dem dritten Rang lag. Aber ich hatte ein perfektes Auto. Vielen Dank an meine Jungs, dieser Podestplatz ist genauso ihr Verdienst.'

Juncadella fuhr relativ schnell nach dem Start einen Vorsprung von rund drei Sekunden auf seinen Verfolger Marco Wittmann im BMW heraus. Der Meisterschaftsführende verlor in den folgenden Runden bis zu Juncadellas Boxenstopp in Runde 19 immer weiter an Boden auf den Spanier. Im Ziel hatte Juncadella acht Sekunden Vorsprung auf den Vierten. 'Mein erstes Podium in der DTM - das war ganz sicher das schönste Rennen in meiner bisherigen Karriere', sagte Juncadella. 'Damit hatte ich echt nicht gerechnet. Denn bis zum zweiten Rennen sah es an diesem Wochenende nicht danach aus.'

Dabei hatte sich Juncadella für die letzten beiden Rennwochenenden in dieser Saison ganz klar seinen ersten Podestplatz zum Ziel gesetzt. 'Mein Ziel ist, noch in dieser Saison meinen ersten Podestplatz in der DTM einzufahren', kündigte er in der Woche vor den Rennen auf dem Hungaroring an. 'Ich glaube, nach den Formsteigerungen der letzten Wochen ist die Chance darauf vorhanden. Denn es läuft jetzt viel besser als zu Saisonbeginn und ich bin zuversichtlich, dass ich es schaffen kann.' Bis zu seinem Wertungsausschluss am späten Abend, war Juncadella das gelungen.

'Gratulation an Dani zu seinem ersten DTM-Podium', sagte Ulrich Fritz. 'Er war schon oft nah dran, heute hat es endlich geklappt.' Am Norisring 2013 und am Lausitzring 2014 war er mit jeweils einem vierten Platz schon zweimal ganz nah dran an seinem ersten Podestplatz. Auch in dieser Saison hatte er schon die Chance, sein großes Ziel zu erreichen. So kostete ihn eine unverschuldete Kollision im ersten Rennen auf dem Nürburgring die Möglichkeit, um ein Top-3-Finish zu kämpfen.

Auch seine Mercedes-AMG DTM-Teamkollegen freuten sich direkt nach Rennende mit dem sympathischen Spanier. 'Ich freue mich für Dani, dem ich herzlich zu seinem ersten Podium gratulieren möchte', sagte Maximilian Götz, der in der Sommerpause gemeinsam mit Juncadella und Christian Vietoris ein paar Urlaubstage auf Ibiza verbrachte. 'Glückwunsch an Dani zu seinem ersten DTM-Podium', fügte DTM-Rookie Felix Rosenqvist hinzu. 'Das hat er sich in seinem vierten DTM-Jahr wirklich verdient und ich freue mich sehr für ihn.'

Felix Rosenqvist: Zweite Punkteankunft am dritten Rennwochenende

Am Samstag stand im ersten Rennen ein anderer Mercedes-AMG DTM-Pilot im Mittelpunkt des Interesses. An seinem erst dritten Rennwochenende in der Tourenwagenserie fuhr Felix Rosenqvist bereits zum zweiten Mal in die Punkteränge. 'Angesichts der Umstände war es ein gutes Rennen und ich freue mich über Platz acht - meine bislang beste DTM-Platzierung', sagte der Schwede. 'Es wird mit jedem Mal besser.'

Ulrich Fritz zog unterdessen ein durchwachsenes Zwischenfazit: 'Zwei Mercedes in den Top-10 - damit haben wir zumindest Schadensbegrenzung betrieben. Mehr war nicht drin.' Die acht Mercedes-AMG C 63 DTM gingen als die schwersten Fahrzeuge im Feld in das erste Qualifying, das auf dem winkligen Hungaroring eine entscheidende Rolle spielt. Sie wogen mit 1.135 kg 25 Kilogramm mehr als die Audi und 17,5 Kilogramm mehr als die BMW. Für das erste Rennen durften BMW und das Mercedes-AMG DTM Team fünf Kilo ausladen, die Audi wurden unterdessen um fünf Kilo schwerer.

Robert Wickens: Schmerzhaftes Wochenende in Budapest

Ein enttäuschendes Wochenende erwischte der Meisterschaftsanwärter Robert Wickens. Im ersten Lauf gelang es dem Kanadier sich von Startplatz 17 bis in die Punkte vorzukämpfen. 'Das war wahrscheinlich das Beste, was wir heute noch aus dem Rennen herausholen konnten', sagte Wickens. 'Mein Ziel war es, in die Punkteränge zu kommen. Vor dem Start schien das eine nahezu unmögliche Aufgabe zu sein. Zum Glück ist es mir dennoch gelungen.'

Das zweite Rennen war dann leider schon vor dem eigentlichen Start für ihn gelaufen. 'So hatte ich mir den Tag heute sicher nicht vorgestellt', erklärte er. 'Ich bin am Start auf die falsche Startposition gefahren. Das war einfach ein dummer Fehler, der mir leider nicht aufgefallen ist.' Danach musste er als Letzter starten, konnte sich aber immerhin mit einer kämpferischen Leistung noch bis auf Platz zwölf nach vorne arbeiten. 'Unter normalen Umständen ist das in Budapest eine ordentliche Leistung. Aber heute habe ich durch einen blöden Fehler die mathematische Chance auf den Titel verspielt. Das tut mir im Herzen weh.'

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