DTM 2017: Budapest – Analyse

Budapest. Eine wundervolle Millionen-Metropole an der Donau, eine in die Landschaft eingebettete Strecke, die an ein Amphitheater erinnert, und ein Fahrer, der von einem Hoch zum anderen eilt - privat wie sportlich. Solche Geschichten schreibt eben nur der Motorsport.

Der Hungaroring war seit seiner Wiederaufnahme in den Rennkalender vor drei Jahren nicht unbedingt das beste Pflaster für das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team, das 1988 die ersten beiden Rennen auf dieser Strecke für sich entscheiden konnte. Doch an diesem Wochenende sollte die Durststrecke ein ebenso unerwartetes wie fantastisches Ende finden. Aber fangen wir von vorne an...

Paul Di Resta: Vom Baby-Glück beflügelt

Was für eine Woche für Paul Di Resta! Hinter dem Schotten liegen einige anstrengende, ereignisreiche, allen voran aber erfreuliche Tage. Den ersten Glücks-Moment erlebte Paul am Montag vor dem Rennwochenende - da erblickte seine Tochter Perla das Licht der Welt. 'Es ist ein ganz besonderes Gefühl. Es gibt nichts Vergleichbares', sagte er. 'Sie ist gesund und hatte ein perfektes Timing, sodass ich vor Budapest dabei sein konnte. Hoffentlich kann ich das schöne Gefühl aus meinem Privatleben nun in das Rennwochenende mitnehmen.'

Gesagt, getan. Nur fünf Tage später stemmte Paul den ersten Siegerpokal für die kleine Perla in den Himmel über dem Hungaroring. Dabei hatte es zunächst gar nicht danach ausgesehen, dass Paul ein Wörtchen um seinen achten DTM-Sieg mitsprechen würde können. Doch ein früher Boxenstopp in Runde sechs und eine Safety Car-Phase zum richtigen Zeitpunkt brachten ihn von Startplatz 13 zum Sieg.

'Manchmal braucht man einfach das Glück des Tüchtigen', sagte Paul. 'Wir hatten heute Pech im Qualifying, aber dann hat uns das Safety Car geholfen. Es gleicht sich immer irgendwie aus. Meine Reifen haben es aber auch zugelassen.' Nachdem Paul die Führung übernommen hatte, jagte ihn Timo Glock im BMW. 'Aber er war nicht so nah dran, dass er mich angreifen konnte', so Paul. 'Wir konnten es kontrollieren.'

Auch Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz erkannte an, dass das Safety Car dem Team in die Karten gespielt hatte. 'Aber wie Paul dieses Rennen nach Hause gefahren hat, war phänomenal', lobte er den DTM-Champion von 2010. Immerhin hatten die Reifen des Schotten zu diesem Zeitpunkt schon 28 Runden auf dem Buckel. 'Das war heute wieder eine tolle Werbung für den Sport und ein super Sieg für unser gesamtes Team.'

Zu einer Wiederholung des durchaus überraschenden Sieges reichte es am Sonntag nicht, dennoch konnte Paul seine unglaubliche Woche voller Glücksgefühle mit einem positiven Ergebnis abschließen. Nach einem erneut schwierigen Qualifying, in dem ihn ein Fehler eine bessere Startposition kostete, überquerte er die Ziellinie als Sechster - erneut in den Punkterängen. 'Vor dem Rennen wären wir mit Platz sechs zufrieden gewesen', gestand er ein. 'Ich hatte einen der besten Starts meiner Karriere und die Jungs haben einen großartigen Boxenstopp hingelegt. So konnte ich einige Autos überholen. Es ist schön, an diesem Wochenende viele Punkte geholt zu haben.'

Zweimal Punkte im Dreier-Pack

Der überglückliche Paul war aber nicht der einzige Fahrer des Teams, der an diesem Wochenende in beiden Rennen in die Punkte fuhr. Auch Gary Paffett sicherte sich sowohl am Samstag als am Sonntag weitere Meisterschaftspunkte. Im ersten Rennen belegte er nach der Disqualifikation von Jamie Green Rang sieben, im zweiten kam Gary als Neunter ins Ziel.

'Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden', bilanzierte Gary am Samstagabend. Anders als Paul konnte er nicht auf die gleiche Weise von der Safety Car-Phase profitieren und musste sich somit mit Rang sieben zufrieden geben. Dafür verbesserte er sich in der Schlussphase des zweiten Laufs gleich um zwei Plätze - erst überholte er Mike Rockenfeller, dann rutschte er durch den Ausfall von Marco Wittmann bis auf P9 nach vorne. 'Platz neun bedeutet erneut ein paar Punkte', sagte er. 'Das ist nicht das, was wir uns vorgenommen hatten, aber mehr war nicht drin. Hier ist es einfach zu schwierig zu überholen.'

Ebenfalls einen versöhnlichen Abschluss fand das Rennwochenende für Robert Wickens, der am Samstag gleich zweimal Pech beim Timing eines Boxenstopps hatte. 'Ich war nur eine Kurve vom Boxeneingang entfernt und dann kam das Safety Car heraus und ich konnte nicht hereinkommen', klagte er. Später hatte er in der letzten Kurve einen Reifenschaden und musste eine ganze Runde fahren, bis er an die Box konnte. 'Schade, Platz 7 wäre möglich gewesen.'

Die verdiente Punkteplatzierung holte Robert dann am Sonntag mit Rang acht nach. 'Überholen ist auf dieser Strecke sehr schwierig. Hier trotzdem zu punkten war eine richtig gute Leistung', sagte er. 'Dennoch ist es schade, was am Samstag passiert ist. Wenn wir hier P7 und P8 geholt hätten, wäre es gute Schadensbegrenzung gewesen. Gary und ich kamen aber beide in die Punkte, das war also gut für das Mercedes me Team.'

Edoardo Mortara verbindet mit dem Hungaroring schöne Erinnerungen, immerhin gewann er hier im vergangenen Jahr ein Rennen. In dieser Saison hatte er jedoch mit dem Auto zu kämpfen und fühlte sich darin nicht richtig wohl. Entsprechend war Platz neun im ersten Rennen am Samstag ein positives Ergebnis für ihn. 'Nach einem schwierigen Qualifying von Startplatz 16 Punkte zu holen, ist nicht allzu schlecht', sagte Edoardo, der am Sonntag als Elfter leider knapp an den Punkterängen vorbeischrammte. 'Insgesamt hatte ich mir von dem Wochenende in Budapest mehr versprochen. Aber das gehört zur Lernkurve dazu', gestand er. 'Ich sehe mich derzeit einer enormen Herausforderung gegenüber und ich werde pushen, bis ich diese überwunden habe. Danach wird die Freude, es geschafft zu haben, umso größer sein.'

Gesamtwertung: Nur ein Punkt trennt P1 und P2

Kein gutes Wochenende erwischte Lucas Auer, der als Meisterschaftsführender an den Hungaroring gereist war. Am Samstag wurde der Österreicher im Rennen umgedreht und fiel ans Ende des Feldes zurück. Am Sonntag verbremste er sich beim Boxenstopp und fiel dadurch erneut aus den Punkterängen heraus. Schlussendlich stellte er seinen 'Pink Panther' mit einem technischen Problem an der Box ab. 'Schade, denn die Qualifyings sahen gestern und heute so aus, als ob ich wenigstens ein paar Punkte hätte mitnehmen können', sagte Lucas. 'Aber so läuft es eben manchmal im Motorsport. Wir haben noch sechs Rennwochenenden und da ist noch alles drin.'

Nach sechs von 18 Saisonrennen liegt Lucas nun mit 69 Punkten auf dem zweiten Platz der Fahrerwertung - nur einen Zähler hinter dem neuen Spitzenreiter René Rast (Audi). 'Wir haben uns heute schwergetan. Die Ausgangssituation nach dem Qualifying war bereits alles andere als optimal', sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz. 'Dann kam noch Luggis Fehler beim Boxenstopp hinzu, wobei das nach seinem Ausfall auch keine Rolle mehr gespielt hat. Auf dem Hungaroring ist es zudem schwer zu überholen. Daher war für die anderen Jungs nicht mehr drin.'

Dennoch kehrt das Team mit seinem ersten Sieg auf dem Hungaroring seit 1988 nach Affalterbach zurück. Das nächste Rennwochenende der DTM-Saison 2017 findet schon in zwei Wochen in Nürnberg statt. Dort werden vom 30.06.-02.07. die Saisonläufe sieben und acht ausgetragen - und der Norisring war schon immer ein gutes Pflaster für Mercedes-AMG Motorsport.

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