DTM 2017: Hockenheim I – Analyse

Was für ein Start in die neue DTM-Saison! 79.500 Zuschauer erlebten am Auftaktwochenende in Hockenheim super enge Zeitabstände, spektakuläre Rennen und ein ganz besonderes Jubiläum. Am Rennwochenende des 400. Rennens von Mercedes-AMG Motorsport in der DTM/ITC erzielte das Team die Podestplätze Nummer 521 und 522 sowie Sieg Nummer 176 in der Meisterschaft. Zudem gelang es der Marke mit dem Stern als einzigem der drei Hersteller, in beiden Rennen vier Fahrer in die Top-10 zu bringen. Aber der Reihe nach...

Rennen 1: Überragender Saisonstart für Lucas Auer

Der Samstag stand ganz im Zeichen eines der beiden 'Pink Panther': Lucas Auer holte sich im Qualifying eine souveräne Pole Position und fuhr dann im Saisonauftaktrennen zu seinem zweiten Sieg in der DTM. Das Kunststück gelang ihm 20 Jahre nach dem letzten Formel 1-Sieg seines Onkels Gerhard Berger an gleicher Stelle beim Großen Preis von Deutschland 1997 in Hockenheim. Der heutige 1. Vorsitzende der ITR fuhr damals neben dem Sieg auch die Pole Position und die schnellste Rennrunde ein.

Ein Spaziergang war das erste Saisonrennen für Lucas aber keineswegs. 'Das war das schwierigste Rennen meines Lebens', sagte er nach 36 hart umkämpften Rennrunden. 'Am Ende musste ich bis zum Schluss auf die Reifen achten. Ich musste mich verteidigen, aber gleichzeitig schnell fahren und durfte keinen Fehler machen.'

Der Grund dafür war der rasch auf ihn aufholende BMW-Pilot Timo Glock, der Lucas in den letzten zehn Runden im Nacken saß. Teilweise betrug der Abstand zwischen den beiden Führenden weniger als eine Sekunde. 'Als Timo in den Schlussrunden näher kam, wusste ich: Wenn ich seine ersten Angriffe abwehren kann, habe ich eine Chance, denn dann waren seine Reifen auch abgenutzt. Das war wirklich ein hartes Stück Arbeit', so Lucas.

'Ein ganz starkes Rennen von Luggi', lobte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz seinen österreichischen Schützling. 'Er war am Ende unglaublich unter Druck und hat diesem bravourös standgehalten. Mit einem Sieg in die Saison zu starten ist der verdiente Lohn für das ganze Team.'

Die Angriffe von Timo Glock waren jedoch nicht die einzige Herausforderung, die Lucas im Rennen zu meistern hatte. 'Wir hatten uns eine Strategie zurechtgelegt, aber durch die neuen Regeln bist du ohne Boxenfunk auf dich allein gestellt', erklärt Lucas. 'Niemand kann dir sagen, ob du die Reifen schonen solltest - du musst alles selbst herausfinden. Aber ich bin super happy, dass es so ausgegangen ist. Ein riesiges Dankeschön an mein Team. Sie haben im Winter 24/7 gearbeitet - das hat sich jetzt ausgezahlt.'

Mit Edoardo Mortara (Platz vier), Gary Paffett (Platz sieben) und Paul Di Resta (Platz acht) kamen noch drei weitere Mercedes-AMG DTM-Fahrer unter die besten Acht. Bereits im ersten Qualifying hatte das Team eine starke Mannschaftsleistung gezeigt: Alle sechs Fahrer qualifizierten sich in den Top-10, Auer, Paffett und Mortara sogar auf den ersten drei Plätzen. 'Natürlich wäre es schön gewesen, noch mehr aus unserer guten Ausgangslage nach dem Qualifying zu machen', sagte Fritz. 'Aber heute hat man gesehen, wie hart und eng die DTM ist. Das war spannendes Racing vom Feinsten.'

Rennen 2: Spektakuläre Aufholjagd von Gary Paffett

Das zweite Rennen am Sonntag stand dem in nichts nach - im Gegenteil: Mit einer frühen Safety Car-Phase samt Re-Start im Indianapolis-Stil, wechselhaften Wetterbedingungen und vielen Zweikämpfen bot es sogar noch mehr Spannung und Abwechslung. 'Das Rennen heute war wie eine Achterbahnfahrt', fasste Gary Paffett zusammen. Der Meister des Jahres 2005 ging von Startplatz sieben ins Rennen, lag nach dem Re-Start auf Position vier und fiel dann nach einem Fehler bis auf Platz 14.

'Ich kam gut weg, aber in Kurve vier geriet ich aufs Gras', erklärt Gary. 'Danach dachte ich, dass es schwierig werden würde, noch in die Punkte zu kommen. Aber wir haben beim Boxenstopp eine perfekte Entscheidung getroffen und im genau richtigen Moment die Regenreifen aufgezogen. Danach war das Auto richtig schnell.' Gary überholte Marco Wittmanns BMW in Runde 22 und machte sich dann auf die Jagd nach dem Führenden Jamie Green. 'Das erste Mal, als ich auf die Boxentafel gesehen habe, lag er 16 Sekunden vor mir - am Ende waren es gerade einmal vier.'

In zehn Runden verkleinerte Gary auf nasser Fahrbahn bei schwierigen Bedingungen seinen Abstand auf Green stetig. 'Ein sensationelles Rennen von Gary', lobte Fritz. 'Er hat die Rückschläge zu Beginn des Rennens hervorragend weggesteckt und eine Wahnsinns-Aufholjagd hingelegt. Unter schweren Bedingungen auf P2 zu fahren, war eine Hammer-Leistung.' Garys Erklärung für seine Glanzleistung fiel hingegen ganz einfach aus: 'Man darf niemals aufgeben und muss immer bis zum Schluss kämpfen.

In einem so schwierigen Rennen wie am Sonntag ist das gar nicht so einfach. Gleich mehrere Fahrer des Teams rechneten sich zwischenzeitlich Chancen auf einen Podestplatz oder sogar den Sieg aus. Dazu gehörte auch der Sieger des Auftaktrennens vom Samstag: Lucas Auer. 'Das war ein hartes Rennen', sagte Lucas, der am Ende Platz vier, nur wenige Sekunden hinter dem drittplatzierten Marco Wittmann belegte. 'Durch die schwierigen Bedingungen wusste ich teilweise gar nicht, auf welcher Position ich lag. Nach dem Boxenstopp dachte ich, dass ich Letzter wäre - dabei war ich Vierter. Damit bin ich richtig happy.'

Auch Edoardo Mortara erlebte eine Achterbahnfahrt während des Rennens. Er ging von Startplatz vier ins Rennen, fiel dann nach einem Zweikampf am Start zurück, kämpfte sich nach der Safety Car-Phase aber wieder bis auf Rang drei nach vorne. Aufgrund eines Drehers bei schwierigen Bedingungen mit leichtem Nieselregen fiel Edoardo jedoch erneut weit zurück und beendete das Rennen letztlich auf Position 13. 'Insgesamt war es ein ereignisreiches Rennen', lautete Edos Fazit. 'Aber wenn wir uns das Positive ansehen, dann kann man sagen, dass wir in beiden Qualifyings und Rennen eine gute Pace hatten.'

Das bestätigt die Tatsache, dass neben Gary und Lucas erneut zwei weitere Mercedes-AMG DTM-Fahrer in die Punkteränge fuhren: Paul Di Resta belegte Platz sechs, Rückkehrer Maro Engel wurde Zehnter. 'Vielen Dank an die Jungs für die Mega-Arbeit im gesamten Winter', sagte Maro. 'Sie haben uns ein tolles Auto hingestellt, mit dem wir in diesem Jahr sicher noch viel Spaß haben werden.'

Erfolgreicher Start in die neue DTM-Ära

Das Wochenende in Hockenheim stellte nicht nur den Auftakt zur neuen DTM-Saison dar. Es war auch der Beginn einer neuen DTM-Ära. Nach viel harter Arbeit über den Winter kam die neue Fahrzeuggeneration der drei Hersteller erstmals unter Rennbedingungen zum Einsatz. Dabei hat sich durch das neue Reglement viel an den Autos getan: So beträgt der Anteil neuer Teile beim 2017er Mercedes-AMG C 63 DTM mehr als 70 Prozent.

Und die Veränderungen an den Autos sowie der Einsatz der neuen Reifen haben sich gelohnt: Lucas Pole-Zeit im ersten Qualifying der Saison am Samstag war eine 1:30.849 Minuten. Zum Vergleich: Beim Saisonfinale 2016 betrug die Pole-Zeit für das erste Rennen 1:32.344 Minuten. Damit war der neue Mercedes-AMG C 63 DTM rund eineinhalb Sekunden schneller als die vorherige Fahrzeuggeneration gut sieben Monate zuvor auf der gleichen Strecke.

'Insgesamt war es ein unglaublicher Saisonstart für die DTM', hielt Gary Paffett fest. 'In beiden Rennen standen alle drei Marken auf dem Podium und das jeweils mit anderen Fahrern.' Dem Mercedes-AMG Motorsport DTM Team gelang es dabei, in beiden Rennen jeweils vier Fahrer in die Top-10 zu bringen. Entsprechend reist das Team als Führender in allen drei Meisterschaftswertungen aus Hockenheim ab: Lucas Auer ist mit 40 Punkten Tabellenführer in der Fahrerwertung, Mercedes-AMG führt mit 92 Punkten die Herstellerwertung an und Mercedes-AMG Motorsport BWT ist mit 52 Zählern Erster in der Teamwertung.

'Mit einem Sieg gestern und einem zweiten Platz heute sind wir gut in die Saison gestartet', bilanzierte Ulrich Fritz am Sonntagabend. 'Das war für das ganze Team natürlich wichtig. Gratulation an die gesamte Mannschaft.' Aus Hockenheim geht es für die DTM weiter an den Lausitzring. Dort findet vom 19.-21. Mai beim zweiten Motorsport Festival Lausitzring das zweite Rennwochenende der Saison 2017 statt. Für jede Menge Spannung ist nach diesem Saisonauftakt gesorgt.

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