DTM 2017: Lausitzring – Analyse

Rennen 1: Doppelsieg für Pink Panther und VfB Stuttgart

Der Lausitzring und Mercedes-AMG Motorsport: Das ist eine ganz besondere Beziehung. Schon vor dem Wochenende reiste das Team mit schönen Erinnerungen an. Kein anderer Hersteller hat in der Geschichte der DTM so oft auf dieser Strecke gewonnen wie die Marke mit dem Stern. Und: Auf kaum einer anderen Strecke waren die aktiven Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer so erfolgreich. 'Vielleicht liegen mir Strecken mit Bodenwellen einfach', sagte Robert Wickens scherzhaft. Der Kanadier stand hier 2016 zweimal auf dem Podium. Gary Paffett reiste unterdessen mit drei Lausitzring-Siegen als Rekordsieger an und Lucas Auer gewann im Vorjahr sein erstes DTM-Rennen auf diesem Kurs.

Das schien ein gutes Omen zu sein: Denn am Samstag war der junge Österreicher nicht zu stoppen. Erst eroberte er die Pole Position vor seinem Teamkollegen Robert, dann fuhr er seinen zweiten Saisonsieg ein. 'Das war ein super Rennen, einfach unglaublich', sagte Lucas. 'Wir hatten heute eine super Balance und unsere Reifen waren sehr konstant. In Kombination mit dem Fahrstil und unserem starken Auto hat das den Sieg gebracht.'

Hinter dem 'Pink Panther' überquerte der nächste Lausitzring-Spezialist die Ziellinie auf Platz zwei und komplettierte damit den ersten Doppelsieg des Teams in diesem Jahr. 'Platz zwei ist fantastisch', sagte Robert. 'Es war aber kein einfaches Rennen. Ich habe meinen zweiten Startplatz gleich am Anfang verloren, als mich Martin mit DRS überholt hat. Ich war aber zuversichtlich, dass ich mir den Platz zurückholen kann, wenn wir nicht in der gleichen Runde zum Stopp reinkommen würden. Das ist mir gelungen. Danach machte ich mich auf die Verfolgung von Luggi, aber er war zu weit weg.'

Für den dreimaligen Lausitz-Sieger Gary Paffett war das Rennen am Samstag sein 150. Einsatz in der DTM. Eine beinahe unvorstellbare Marke - immerhin hat Gary damit 75% aller Rennen in der 'neuen DTM' seit dem Jahr 2000 bestritten. In der Geschichte der Rennserie haben nur neun Fahrer mehr Rennen absolviert als der Champion des Jahres 2005. Von Startplatz neun gestartet, legte Gary einen frühen Boxenstopp ein und machte damit einige Positionen gut. 'Danach ging es für mich gut und ich kämpfte gegen Rocky, Ekström und Green', sagte er. 'Ich konnte zwei von ihnen schlagen und beendete das Rennen auf P6. Das bedeutete gute Punkte.' Diese holten auch Edoardo Mortara (Platz 7) und Maro Engel (Platz 9). Damit fuhren im ersten Rennen fünf der sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Piloten in die Top-10.

Rennen 2: Vierter Podestplatz in Folge und Bundesliga-Aufstieg

Der Sonntag sollte dann der Tag des Robert Wickens sein. Schon im Qualifying zeigte der Kanadier, dass er sich in einer atemberaubenden Form befindet: Robert fuhr im vierten Qualifying des Jahres die dritte Pole des Teams ein. 'Die Runde von Rob war der absolute Wahnsinn. Eigentlich schon unglaublich', sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz.

Im Rennen sah es zunächst danach aus, als ob Robert seinen zweiten Platz vom Vortag um eine Position verbessern würde können. 'Der erste Stint war unglaublich und ich dachte, dass ich das Rennen unter Kontrolle hätte', sagte er. Doch seine Verfolger Jamie Green und Mattias Ekström konterten mit frühen Stopps und einer starken Pace. 'Audi war im zweiten Stint richtig schnell. Da hatte ich nichts entgegenzusetzen', gab Robert ehrlich zu. 'Es war unmöglich für uns, in der ersten Runde zu stoppen. So lange hätten unsere Reifen nicht gehalten.'

Aufgrund der guten Pace von Ekström in der Anfangsphase des Rennens entschied sich das Team für einen frühen Stopp. 'Deshalb wusste ich, dass es eng werden würde. Ich war vorher nie 30 Runden am Stück auf einem Reifensatz gefahren.' Genau das musste er im zweiten Rennen aber und obwohl er Green und Ekström nicht hinter sich halten konnte, war er nach dem Rennen durchaus zufrieden. 'Nach der Pole Position hatte ich mir natürlich etwas mehr erhofft', sagte er hin- und hergerissen. 'Aber ich stehe trotzdem auf dem Podium. Es ist also schwierig, darüber enttäuscht zu sein. Zwei Podestplätze an einem Wochenende sind ein gutes Ergebnis.'

Nach einem schwierigen Saisonauftakt in Hockenheim begann die Meisterschaft für Robert quasi erst in der Lausitz so richtig - und wie: Er erzielte nicht nur seinen insgesamt 13. Podestplatz in der DTM, sondern stand nun auch bei den letzten vier Rennen auf dem Lausitzring hintereinander auf dem Podium. Und dann gab es da noch einen Grund zur Freude: Der VfB Stuttgart sicherte sich fast zeitgleich zum DTM-Rennen mit einem 4:1 Sieg gegen Würzburg als Tabellenerster den Aufstieg in die 1. Bundesliga. 'Glückwunsch an den VfB Stuttgart zum Aufstieg in die Bundesliga', sagte Robert, dessen Mercedes-AMG C 63 DTM an den ersten beiden Rennwochenenden im VfB-Design an den Start ging. 'Ich hoffe, ich habe eure Farben würdig vertreten.'

Hinter Robert beendete Gary das Rennen auf Platz vier - genau auf dem Platz also, auf dem er losgefahren war. 'Damit bin ich zufrieden, aber nicht überglücklich', fasste Gary zusammen. 'Ich hätte gerne auf dem Podium gestanden.' Für einen Großteil des Rennens sah es auch danach aus, als ob ihm das gelingen würde. 'Nach dem Boxenstopp überholte mich Ekström, der sehr früh gestoppt hatte und dessen Reifen auf Temperatur waren. Obwohl ich glaube, dass ich vielleicht etwas schneller als Eki war, kam ich nicht an ihm vorbei. Wir waren auf der Geraden einfach nicht schnell genug.'

Fazit: Erfolgreiches Wochenende in der Lausitz

Der vierte Saisonlauf am Sonntag markierte den 200. Wertungslauf der 'neuen DTM' seit dem Jahr 2000. In diesem Zeitraum fuhr Mercedes-AMG Motorsport, inklusive dem Erfolg von Lucas am Samstag, 13 Siege in der Lausitz ein. Damit ist die Marke mit dem Stern die erfolgreichste auf dem Lausitzring. 'Das war ein starkes Wochenende für uns', fasste Teamchef Ulrich Fritz zusammen. 'Gestern ein Sieg und Platz 2, heute wieder eine Podiumsplatzierung und Platz 4 von Gary. Damit können wir zufrieden sein.'

In der Gesamtwertung bedeuten die guten Mannschaftsergebnisse dieses Wochenendes, dass Mercedes-AMG Motorsport auch nach dem zweiten Rennwochenende der Saison alle drei Gesamtwertungen anführt. So fuhr Mercedes-AMG in den ersten vier Rennen die meisten Punkte aller Hersteller ein (187 Punkte) und führt damit die Markenwertung an. In der Teamwertung liegt Mercedes-AMG Motorsport BWT mit 88 Punkten in Führung. Mercedes-AMG Motorsport Mercedes me liegt vier Punkte dahinter auf Rang drei.

In der Fahrerwertung hält Lucas einen Vorsprung von 16 Punkten auf den Zweiten Jamie Green. Die beiden sind auch die einzigen Fahrer, die in dieser Saison ein Rennen gewinnen konnten - beide standen je zweimal auf dem obersten Podestplatz. 'Insgesamt war es ein super Wochenende für uns', sagte Lucas am Sonntagabend. Der Österreicher erwies sich bislang als fleißiger Punktesammler und fuhr bei allen vier Saisonläufen in die Punkteränge. 'Vielen Dank an meine Jungs für ihre harte Arbeit. Mein Speed war heute vielleicht nicht überragend, aber als Zehnter habe ich immerhin noch einen Punkt geholt. Jetzt geht es weiter zum nächsten Rennwochenende.'

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