DTM 2017: Moskau – Analyse

Moskau stellte für das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team in den vergangenen Jahren immer wieder eine bittersüße Erfahrung dar. Einerseits gewann das Team seit 2015 in jedem Jahr ein Rennen, andererseits galt es auf dem Moscow Raceway auch stets schwierige Herausforderungen zu meistern. Beides sollte auch in dieser Saison der Fall sein. Zu Beginn des Wochenendes sah es dabei nicht besonders rosig aus...

Rennen 1: Mit Vollgas durch das Feld

Genau genommen sah es vor dem ersten Rennen am Samstag relativ düster für das Team aus. Startplatz neun von Gary Paffett war die beste Ausgangslage eines der sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer. Doch eine knappe Stunde später sollten sich gleich vier Fahrer über eine spektakuläre Aufholjagd und wertvolle Meisterschafts-Punkte freuen.

Jeweils sieben Plätze machten Robert Wickens und Lucas Auer im Rennverlauf gut. Der Kanadier verbesserte sich von Startplatz elf bis auf Rang vier - und konnte es nach Rennende kaum glauben. 'Wenn mir jemand nach dem 2. Training gesagt hätte, dass ich im Rennen in die Top-5 fahren würde, hätte ich es für einen Scherz gehalten', sagte Robert, der im 2. Training noch mit Bremsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. 'Deshalb tauschten wir zwischen dem 2. Training und dem Qualifying binnen einer Stunde das gesamte Bremssystem aus. Hut ab vor dem Team, das mein Auto rechtzeitig für das Qualifying hinbekommen hat.' So kam ihm Platz vier wie ein kleiner Sieg vor.

Eine ähnlich bravouröse Aufholjagd legte Lucas Auer auf den russischen Asphalt. Der Österreicher fuhr von Platz 13 los und kam als Sechster einen Platz vor Gary Paffett ins Ziel. 'Der Grundstein für die Punkte waren die erste Runde sowie eine kluge Strategie', sagte Luggi, der damit aber nicht die größte Aufholjagd des Rennens hingelegt hatte. Diese Ehre gebührte Maro Engel, der damit schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das gab, was am Sonntag folgen sollte. Engel machte acht Plätze gut und überquerte die Ziellinie als Zehnter. 'Schön, dass ich es von Startplatz 18 bis in die Punkte geschafft habe', sagte Maro.

So konnte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz am Ende des ersten Renntages doch noch ein positives Zwischenfazit ziehen: 'Insgesamt haben wir meiner Meinung nach auch wieder einmal spannendes Racing mit tollen Zweikämpfen gesehen. Alles in allem war der Tag dann doch nicht so schwarz, wie er heute Morgen noch aussah.'

Rennen 2: Clevere Strategie & coole Fahrweise

Am Sonntag sollte dann die Stunde des Maro Engel schlagen. 'Das war ein unglaubliches Rennen', konnte Maro seine Freude kaum fassen. In seinem 52. DTM-Rennen war der Rückkehrer gerade eben zum ersten Mal als Sieger über die Ziellinie gefahren. 'Ich musste geduldig sein hinter Nico Müller und auf meine Reifen achten', verriet Maro. 'Aber mein Auto war heute mega.'

Für dieses Glücksgefühl musste er 36 Runden respektive 56:41.087 Minuten lang hart kämpfen. 'Am Ende des Rennens sah ich Mattias heranfliegen, aber ich wusste nicht, dass es die letzte Runde war', erzählte Maro nach der Zieldurchfahrt. 'Zum Glück war das Rennen in diesem Moment zu Ende. Das waren definitiv die längsten fünf, sechs Runden meines Lebens.'

Den Grundstein für seinen ersten DTM-Sieg legten Maro und das Team bereits nach der ersten Runde. Maro entschied sich, bereits zu Beginn der zweiten Runde an die Box zu kommen, die Reifen zu wechseln und mit dieser frühen Boxenstopp-Strategie einige Plätze gutzumachen. Dass er sich dank dieser Entscheidung vom 17. und vorletzten Startplatz bis auf Platz eins verbessern würde, konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Aber eine Safety Car-Phase zur Bergung des ausgeschiedenen Maxime Martin sowie eine beherzte Fahrt des Deutschen sollten ihn wenige Runden vor Schluss in Führung bringen. Dabei musste Maro nicht nur genau auf seine Reifen achten, um in der Schlussphase nicht von Fahrern mit frischeren Reifen angegriffen zu werden - er musste sich auch bravourös gegen den anstürmenden Mattias Ekström zur Wehr setzen.

'Glückwunsch an Maro zu seinem ersten Sieg in der DTM', sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz. 'Natürlich hatten wir Glück mit dem Safety Car, aber obwohl Müller alles versucht hat, das Feld aufzuhalten, um Ekström den Sieg zu ermöglichen, ist er cool geblieben und hat das Ding nach Hause gebracht. Das war eine starke Leistung.'

Wie am Samstag fanden sich auch am Sonntag schlussendlich vier Mercedes-AMG C 63 DTM in den Top-10 ein. Während Lucas Auer und Robert Wickens bereits mit der Zielflagge von ihrem Glück wussten, erfuhr Edoardo Mortara erst später davon - nachdem Gary Paffett und Mike Rockenfeller jeweils mit einer Strafe belegt worden waren.

Das Manöver des Rennens zeigte jedoch der Gesamtdritte der Fahrerwertung, als Auer sich in einem doppelten Überholmanöver gegen Augusto Farfus und Rene Rast durchsetzte. 'Die Überholmanöver im Rennen waren brutal', sagte Lucas. 'Ich denke, die zwei Punkte habe ich mir wirklich hart verdient, aber es war ein schwieriges Wochenende.'

Halbzeit-Bilanz: Hochspannung in der DTM

Das fünfte Rennwochenende in Moskau markierte auch die Halbzeit in dieser DTM-Saison. Lucas Auer betrieb mit den Plätzen sechs und acht in Moskau Schadensbegrenzung in der Fahrer-Meisterschaft. In dieser liegt er nach zehn von 18 Saisonläufen auf dem dritten Platz. Der Österreicher weist mit 99 Zählern 14 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Mattias Ekström auf, der nur durch einen Punkt von seinem Markenkollegen Rene Rast getrennt ist.

Insgesamt erzielte Mercedes-AMG Motorsport in der ersten Saisonhälfte drei Pole Positions und vier Siege. Damit liegt das Team in dieser Disziplin gleichauf mit Audi an der Spitze. Nur drei Fahrer konnten bislang mehr als einen Sieg einfahren: Lucas Auer (in Hockenheim und am Lausitzring), Jamie Green und Rene Rast. Zudem gewannen Paul Di Resta (Budapest) und Maro Engel (Moskau) je ein Rennen in dieser Saison. Damit ist Mercedes-AMG Motorsport die einzige Marke, die in dieser Saison schon drei verschiedene Sieger gestellt hat.

Überhaupt ist das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team die einzige Mannschaft in der DTM, von der alle sechs Fahrer in diesem Jahr schon mindestens einmal auf dem Podium gestanden haben. Die meisten Podestplatzierungen erzielte Auer für die Marke mit dem Stern - er durfte drei Mal auf dem Podium Champagner verspritzen, zweimal als Sieger. Nur Ekström stand einmal öfter auf dem Treppchen. Zudem stand Robert Wickens in der ersten Saisonhälfte zweimal auf dem Podium.

Die nächste Chance, um diese Statistik weiter zu verbessern bietet sich dem Team auf dem Dünenkurs in Zandvoort. Dort finden vom 18.-20. August die Saisonläufe elf und zwölf statt.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Mozilla Firefox Opera Browserr Google Chrome