DTM 2017: Norisring – Analyse

Der Norisring ist traditionell ein gutes Pflaster für das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team. Mit bislang 18 Siegen ist die Marke mit dem Stern die erfolgreichste auf dem Stadtkurs in Nürnberg. Nachdem im vergangenen Jahr die Siegesserie am Dutzendteich endete, wollte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz am vierten Rennwochenende der Saison 2017 eine neue Serie starten. Dieser Wunsch ging leider nicht ganz in Erfüllung - dafür haben jedoch die beiden 'Pink Panther' den 2,3 km langen Traditionskurs zu ihrem neuen Jagdrevier auserkoren.

Samstag: Schwarzer Tag für das Team

Dabei tasteten sie sich zunächst einmal sehr vorsichtig an das neue Jagdrevier rund um den Dutzendteich heran. 'Das war ein ganz schwarzer Tag für uns', fasste Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz nach dem ersten Rennen zusammen. 'Zwei Autos schon in der ersten Runde zu verlieren, war ein harter Schlag. Dann wird auch noch Edo in guter Position gedreht. Wir müssen unsere Autos mal genauer anschauen, vielleicht hatten wir ja Zielscheiben hinten drauf. Anders ist so etwas kaum zu erklären.'

Vorangegangen waren mehrere Berührungen zwischen anderen Autos mit Lucas Auer respektive Robert Wickens in den Anfangsmomenten des Rennens, das in Folge dessen für beide schon nach einer Runde vorbei war. 'Ich hatte das Gefühl, dass ich in Kurve eins innen für die anderen viel Platz gelassen habe', sagte Robert. 'Ich war außen und bekam am Kurvenausgang plötzlich einen harten Schlag. Ehrlich gesagt, ist das gesamte Auto kaputt.' Genauso schnell ging es bei Lucas. 'Ich hatte eine kleine Berührung und bin in der ersten Kurve zu weit gefahren', verriet er. 'Danach wollte ich zurückkommen und dann kam es zu einer Kettenreaktion.'

Die einzigen kleinen Lichtblicke des Tages waren Edoardo Mortara und Gary Paffett, die immerhin in die Punkteränge fuhren - wenn auch nur auf den Plätzen acht und zehn. 'Wir hatten uns definitiv für heute mehr vorgenommen', gestand Fritz. Dabei wäre für Mortara durchaus mehr drin gewesen, wenn er nicht von Mike Rockenfeller umgedreht worden wäre. 'Leider hat mich Rocky in Kurve eins umgedreht - das war ein typischer Norisring-Zwischenfall', sagte Edo. 'Das kann passieren. Ich hätte natürlich gerne mehr Punkte geholt, aber im Moment ist das nicht so einfach.' Dennoch gab der Teamchef die Marschrichtung für den Sonntag vor: 'Morgen wollen wir auf jeden Fall zurückschlagen.' Gesagt, getan.

Sonntag: Der Tag der 'Pink Panther'

Schon im Qualifying lief es besser für das Team. Robert Wickens qualifizierte sich für die erste Startreihe und auch Lucas Auer ging als Sechster aus dem vorderen Bereich ins achte Saisonrennen. Noch besser lief es dann direkt nach dem Start: Robert übernahm die Führung und auch Lucas verbesserte sich um drei Positionen. Dann kam er jedoch am Ende der ersten Runde an die Box, um sich frische Reifen abzuholen und einen langen Stint zu fahren. Diese Taktik des Teams ging voll auf und Lucas lag nach der Runde der Boxenstopps in Führung.

Doch dann entfaltete sich ein verrücktes Rennen mit Safety Car-Phasen, einem schweren Unfall, einer Rennunterbrechung und einem irren Foto-Finish. 'Das war Wahnsinn - was für ein Rennen!', sagte Lucas, der am Ende als Zweiter die Ziellinie überquerte. 'Riesengratulation an mein Team. Das war eine Meisterleistung.' Aber nicht nur das Team zeigte eine starke Leistung, auch Lucas musste bis an seine Grenzen gehen. 'In den letzten zehn Runden habe ich einen Krampf bekommen und musste mit dem rechten Fuß bremsen.'

Das beinahe perfekte Ergebnis der beiden 'Pink Panther' komplettierte Edoardo Mortara im zweiten BWT Mercedes-AMG C 63 DTM. Der Italiener pirschte sich in der Schlussrunde bis an Mattias Ekström und Marco Wittmann heran, die hinter Lucas auf den Plätzen drei und vier lagen. Als die beiden Rivalen sich dann in der letzten Kurve gegenseitig beharkten, nutzte Edo die Gunst der Stunde und schnappte sich auf den letzten Metern vor der Ziellinie den letzten Podiumsplatz - seinen ersten für Mercedes.

'Wenn du so mit zwei Jungs kämpfst, ist es wie ein 'Drag Race' von der letzten Kurve bis zur Ziellinie', verriet der überglückliche Edo. 'Das war hart, aber am Ende hat es für mich gereicht und ich hatte die Nase vorne. Platz drei vom 16. Startplatz ist einfach unglaublich. Das ist ein fantastisches Ergebnis für das Team und mich. Hoffentlich können wir das in Zukunft noch oft wiederholen.' Nach all dem Drama fehlten Ulrich Fritz geradezu die Worte, um dieses Rennen zu beschreiben. 'Was hier heute alles passiert ist, ist schwer in Worte zu fassen', sagte er. 'Vor allem das Finish war der absolute Hammer. Heute mit Luggi und Edo auf dem Podium zu sein, ist unglaublich und eine Genugtuung nach gestern.'

Gute Besserung, Rocky!

So groß der Jubel bei der Zieldurchfahrt war, so sehr stockte dem Team kurz nach der Rennmitte der Atem. Gary befand sich beim Re-Start nach der Safety Car-Phase im Duell mit dem Audi von Jamie Green. Dabei verlor Gary nach einer Berührung mit Green auf einer Bodenwelle die Kontrolle über sein Auto und schlug heftig in der Streckenbegrenzung ein. Danach schoss er über die Strecke und krachte als Passagier seines havarierten Autos in die Seite von Mike Rockenfellers Audi. Das Rennen wurde für eine halbe Stunde unterbrochen. Die beiden Fahrer konnten aus eigener Kraft aus ihren Autos aussteigen und wurden im Krankenhaus untersucht.

'Das war ein schlimmer Unfall, aber mir geht es gut', teile Gary am späten Abend nach dem Rennen mit. 'Es tut mir leid, dass auch noch Rocky getroffen und dabei verletzt wurde. Ich hoffe, dass er schnell wieder gesund wird. Mein besonderer Dank gilt dem gesamten medizinischen Team - sowohl an der Rennstrecke als auch im Krankenhaus. Die Betreuung durch sie war erstklassig.'

Auch Ulrich Fritz zeigte sich besorgt um Rockenfeller. 'Zunächst gute Besserung an Rocky. Hoffentlich ist er bald wieder gesund. So etwas wollen wir im Motorsport natürlich nie sehen', betonte er. 'Gott sei Dank hat Gary laut der ersten Untersuchung nur Prellungen.'

Für die DTM geht es jetzt vom 21. – 23. Juli zum zweiten Mal in diesem Jahr ins Ausland – ins mehr als 2.000 km entfernte Wolokolamsk, rund 80 Kilometer nordwestlich der russischen Hauptstadt Moskau. Auf dem 3,931 km langen Moscow Raceway finden die Halbzeitrennen der Saison 2017 statt.

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