DTM 2017: Spielberg – Analyse

Das vorletzte Rennwochenende der DTM-Saison 2017 führte Mercedes-AMG Motorsport ins Nachbarland nach Österreich. Dort erwartete das Team auf der Formel-1-Strecke in Spielberg eine harte Herausforderung, da die Asphaltbegebenheiten des 4,326 km langen Kurses dem Mercedes-AMG C 63 DTM nicht entgegenkamen. Mit Berührungen, Drehern, Überholmanövern und Aufholjagden sorgten die beiden Rennen dennoch für jede Menge Aufregung.

Rennen 1: Robert Wickens erkämpft Platz vier

Robert Wickens reiste mit dem Rückenwind seines ersten Saisonsieges vom vorangegangenen Rennwochenende auf dem Nürburgring nach Österreich. Doch schon im Qualifying am Samstag erhielten seine Hoffnungen auf eine potentielle Wiederholung dieses Ergebnisses einen ersten Dämpfer: Startplatz sieben. Damit gab sich der Kanadier jedoch nicht zufrieden - bereits auf der Startrunde machte er drei Plätze gut.

'Was für ein hartes Rennen', sagte er hinterher. 'Bis zum Boxenstopp fühlte ich mich richtig gut. Das Team leistete fantastische Arbeit in der Box und verschaffte mir etwas mehr Raum zum Atmen gegenüber Wittmann. Aber dann fuhr mir Rast auf kalten Reifen in die Seite und beschädigte dabei meinen Unterboden und die ganze Fahrzeugseite. Danach ging es nur noch darum, ins Ziel zu kommen.'

Zeitweise befürchtete Robert sogar, dass er sich mit dem beschädigten Auto nicht in den Punkterängen würde halten können. Aber am Ende gelang es ihm, Platz vier ins Ziel zu bringen. 'Grundsätzlich müssen wir mit dem Ergebnis nach der Ausgangssituation im Qualifying zufrieden sein', sagte Teamchef Ulrich Fritz. 'Rob hat sich mit einem stark beschädigten Auto bravourös geschlagen und einen sehr verdienten vierten Platz eingefahren.'

Neben Robert fuhren auch die beiden 'Pink Panther' Lucas Auer und Edoardo Mortara auf den Plätzen acht und neun in die Punkteränge. Mortara zeigte dabei die Aufholjagd des Rennens. 'Leider hatte ich ein Problem am Start und fiel bis auf den letzten Platz zurück. Danach überholte ich einige Autos und machte viele Positionen gut', verriet Edo nach dem Rennen. 'Mit unserer Strategie wäre es vielleicht möglich gewesen, Vierter zu werden. Aber ich bin mit Platz neun von P18 nach dem Start zufrieden.'

Rennen 2: Spannende Schlussphase bringt Verbesserungen

Nach Platz vier im ersten Rennen sollte P4 auch im zweiten Lauf am Sonntag das Maß der Dinge für das Team bleiben. 'Ich bin zufrieden', sagte Gary Paffett, der sich von Startplatz sechs um zwei Positionen verbesserte. Dabei gab es zwischenzeitlich einige Zweifel, weil er kurz vor seinem Boxenstopp ein komisches Gefühl im Auto bekam. 'Ich dachte, dass ich mit den Reifen vielleicht viel Pickup aufgesammelt hätte', verriet Gary hinterher. 'Nach dem Stopp fühlte sich das Auto auf dem anderen Reifensatz aber gut an.'

Durch den frühen Stopp musste er einen sehr langen Stint fahren, auf dem es darauf ankam, genau auf die Reifen zu achten. 'Ich konnte aber Platz sieben halten und dann beim Restart mit Marco und Eki zwei Autos überholen', beschrieb Gary die spannende Schlussphase des Rennens. 'Durch Greens Problem kam ich als Vierter ins Ziel.'

Wie im ersten Rennen fuhren auch am Sonntag drei Mercedes-AMG C 63 DTM in die Top-10. Neben Gary waren dies Paul Di Resta und erneut Robert Wickens. Der Kanadier erlebte abermals ein verrücktes Rennen. 'Wir probierten, einen sehr langen ersten Stint zu fahren. Deshalb achtete ich auf meine Reifen, vielleicht sogar etwas zu sehr, sodass ich viel Graining bekam', erklärte Robert. 'Danach hatte ich etwas mit dem Speed zu kämpfen. Leider reichte meine Pace nicht, um einen Undercut zu schaffen.'

So holte er Fahrer auf kalten Reifen ein und hing dahinter fest. Sein Glück war Lucas Auers Pech: Der späte Safety-Car-Einsatz ermöglichte es Robert, sich in den Schlussrunden noch um einige Plätze zu verbessern und zumindest einen Punkt mitzunehmen. 'Dafür musste ich hart kämpfen', so der Kanadier. 'In den letzten vier Runden überholte ich vier Autos.' So kam er direkt hinter Paul als Zehnter ins Ziel.

Lucas Auer beim Heimrennen ohne Glück

Nach seinem dritten Saisonsieg auf dem Nürburgring reiste Lucas Auer zuversichtlich zu seinem Heimrennen nach Spielberg. Vor dem Wochenende lag er in der Fahrerwertung mit neun Punkten Rückstand auf Platz zwei. Doch schon am Samstag lief es nicht wie gewünscht für den Tiroler. Luggi kam im Qualifying nicht über Startplatz zwölf hinaus und hatte somit viel harte Arbeit im ersten Rennen vor sich, um sich den Weg zu einem Punkteergebnis zu bahnen.

'Das war ein schwieriger Tag für mich', sagte er nach dem Rennen, in dessen Verlauf er vier Plätze gutmachte. 'Von Startplatz zwölf auf Platz acht nach vorne zu fahren war gut - dadurch konnte ich ein paar Punkte mitnehmen.'

Im zweiten Rennen am Sonntag ging Lucas aber leider leer aus. Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende des zweiten Laufs wurde er von BMW-Pilot Bruno Spengler am Heck seines 'Pink Panther' getroffen und umgedreht. Für Luggi war das Rennen damit gelaufen - ihm blieb nichts anderes übrig, als das beschädigte Auto mit der Startnummer 22 an der Box abzustellen.

'Das ist Rennsport', nahm er es gelassen hin. 'Wenn du weiter hinten im Feld steckst, kann es schon einmal vorkommen, dass du berührt wirst. Trotzdem war es cool, vor den ganzen Zuschauern hier in Österreich zu fahren.' Insgesamt kamen 35.500 Fans am gesamten Wochenende nach Spielberg, um ihm bei seinem Heimrennen die Daumen zu drücken.

Ausblick: DTM-Saisonfinale 2017 in Hockenheim

Die Bilanz des vorletzten Rennwochenendes in Spielberg kann leider nicht mit der des überraschend starken Abschneidens auf dem Nürburgring mithalten. Insgesamt nimmt das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team sechs Punkteplatzierungen aus Österreich mit - die besten jeweils ein vierter Platz für Robert Wickens und Gary Paffett. 'Es ist nicht ideal', sagte Gary. 'Aber angesichts der Pace, die wir an diesem Wochenende hatten, ist es das bestmögliche Ergebnis.' Dabei konnten fünf der sechs Fahrer mindestens einen Punkt einfahren.

Aus der Steiermark geht es für die DTM weiter zum Finale nach Hockenheim. Dort war die DTM schon einmal in diesem Jahr zu Gast, als die Saison Anfang Mai mit dem Auftaktsieg von Lucas Auer ihren Lauf nahm. Die letzten beiden Saisonläufe finden vom 13.-15. Oktober beim Heimrennen von Mercedes-AMG Motorsport auf dem Hockenheimring statt.

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