DTM 2018: Hockenheim I – Analyse

Die neue DTM-Saison 2018 läuft - und wie! Zum Auftakt in die Jubiläumssaison von Mercedes-AMG Motorsport erlebten die Zuschauer auf dem Hockenheimring und vor den TV-Bildschirmen ein Rennspektakel, an das sich die Motorsportwelt noch lange mit Freude zurückerinnern wird. Wir fassen vier Gründe zusammen, warum das erste Rennwochenende der Saison in Hockenheim ein echter Kracher war...

4. Doppelschlag von Gary & Lucas

Vor dem Wochenende in Hockenheim wusste keiner der 19 Piloten (Mattias Ekström absolvierte sein Abschiedsrennen für Audi als Gaststarter), wo er und seine Mannschaft im Vergleich zur Konkurrenz standen. Umso erfreulicher fiel dann die erste Standortbestimmung im ersten Qualifying aus: Pole Position für Gary Paffett, drei Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer in den Top-5 der Startaufstellung!

Aber noch galt es, die guten Startpositionen auch im Rennen in ein starkes Endergebnis umzusetzen. Und das gelang dem Team mit Bravour. Gary verteidigte zunächst seine Führung nach dem Start, bis ihn der von hinten heraneilende Lucas überholte, der das Rennen danach bis zu seinem Boxenstopp in Runde 17 anführen sollte. 'Am Anfang ging Lucas an mir vorbei und ich wollte in diesem Moment nicht zu hart dagegenhalten', verriet Gary später.

Nachdem alle Fahrer ihren Pflichtstopp absolviert hatten, hatte sich das Bild an der Spitze gedreht: Gary führte in Runde 24 mit 1,7 Sekunden Vorsprung auf Lucas das Feld an und eilte seinem 21. DTM-Sieg entgegen. 'Das war leider ein bisschen schade, denn bis zum Boxenstopp habe ich noch geführt', verriet Lucas. 'Und ganz klar: Natürlich wollte ich das Rennen gewinnen!'

Wie kam Gary an seinem Teamkollegen vorbei? 'Wir haben unseren Stopp vorgezogen und der Reifenwechsel sowie die Out-Lap waren richtig stark', erklärte der Champion von 2005. 'Dadurch kamen wir wieder an Lucas vorbei. In der Folge konnte ich eine Lücke herausfahren und den Sieg nach Hause bringen.' Für Gary war es der erste DTM-Sieg seit dem Lausitzring 2013. 'Wir waren in dieser Zeit oft nah am Sieg dran und es ist eine super Belohnung für mich und das Team für all die harte Arbeit der letzten Jahre', betonte er. Teamchef Ulrich Fritz fügte hinzu: 'Endlich können Gary und ich unseren ersten DTM-Sieg zusammen feiern. Darauf mussten wir so lange warten.'

Hinter Gary komplettierte Lucas als Zweiter den Doppelsieg im Auftaktrennen der Saison. 'Was für ein mega Start in die Saison. Besser hätte es fast nicht laufen können', bilanzierte Fritz nach dem ersten Saisonlauf.

3. Starke Mannschaftsleistung

Aber nicht nur Gary und Lucas zeigten im ersten Rennen des Wochenendes eine starke Leistung. Alle sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer kamen in die Top-8! Edoardo Mortara, Pascal Wehrlein, Paul Di Resta und Daniel Juncadella belegten die Plätze vier, fünf, sieben und acht. Im hart umkämpften Sonntagsrennen kamen noch einmal drei Punkteplatzierungen hinzu.

Somit reiste das Team mit einem Sieg, zwei weiteren Podestplätzen und insgesamt neun Punkteresultaten aus Hockenheim ab. Damit führt das Team Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS (61 Punkte) die Teamwertung nach dem ersten Rennwochenende der Saison mit 17 Punkten Vorsprung an. In der Markenwertung liegt Mercedes-AMG (103 Punkte) mit 31 Zählern Vorsprung auf BMW (72) auf Platz eins. Und in der Fahrerwertung liegt Gary (43 Punkte) nach dem ersten Rennwochenende der Saison nur einen Punkt hinter Timo Glock (44 Punkte) auf Platz zwei.

'An dieser Stelle aber vor allem auch ein riesiges Dankeschön an unsere Mannschaft', sagte Ulrich Fritz bereits am Samstag. 'Mancher hat an unserer Motivation für dieses Jahr gezweifelt. Ich glaube, darauf haben wir heute eine perfekte Antwort gegeben.'

2. Doppeltes Comeback

Gleich zwei Fahrer bestritten in Hockenheim ihr DTM-Comeback: Pascal Wehrlein fuhr sein erstes DTM-Rennen seit seinem Titelgewinn an gleicher Stelle im Oktober 2015 und Daniel Juncadella kehrte nach einem Jahr DTM-Pause in die Startaufstellung zurück.

Pascal legte nach zwei Jahren in der Formel 1 mit den Plätzen fünf und sechs einen soliden Start in die neue Saison hin. 'Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich in der DTM so schnell wieder zurechtfinden würde', gestand er. 'Ich habe sicher nichts verlernt, aber es gibt für mich noch einiges zu lernen.' Insgesamt beurteilte er sein erstes Wochenende als gut. 'Ich bin zweimal in die Punkte gefahren und in beiden Rennen wäre deutlich mehr drin gewesen. Wir haben ein gutes Auto und deswegen freue ich mich auf den Rest der Saison.'

Für Dani verlief das DTM-Comeback mit gemischten Gefühlen. Am Samstag sammelte er trotz eines nicht ganz gelungenen Qualifyings als Achter seine ersten Punkte der Saison, und das obwohl er sich Anfang April beim Training sein Schlüsselbein angebrochen hatte. 'Das Rennen hat Spaß gemacht, aber ich bin noch etwas verärgert über mein Qualifying', fasste er zusammen. 'Schade, denn ich wollte unbedingt ein noch besseres Ergebnis einfahren, da heute der Geburtstag eines meiner besten Freunde gewesen wäre, der im vergangenen Jahr leider verstorben ist. Deshalb ist es ein ganz besonderer Tag für mich und ich habe im Rennen alles gegeben.'

Im zweiten Rennen hatte Dani dann Pech: Zunächst kam er am Start nicht weg, dann erhielt er auch noch eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für einen Frühstart. 'Ich hatte vor dem Start ein Problem mit der Kupplung und würgte den Motor ab, noch bevor die Ampeln ausgegangen waren', erklärte er. 'Danach dauerte es sehr lange, bis das Auto wieder ansprang. Das hat mich zurückgeworfen und dann kam auch noch die Strafe hinzu, die ich mir immer noch nicht ganz erklären kann. Denn ich habe mich am Start ja gar nicht bewegt, weil ich den Motor abgewürgt habe.'

1. Kämpfer Gary

Der Höhepunkt des Wochenendes war jedoch die atemberaubende Schlussphase des zweiten Rennens am Sonntag - und das, obwohl diesmal Gary nicht den besseren Ausgang auf seiner Seite haben sollte. Aber was war das für ein Rennen!

Rundenlang lieferte sich Gary ein packendes Duell gegen BMW-Pilot Timo Glock. 'Ich liebe Timo, das war unglaublich', konnte Gary es hinterher kaum fassen. Immer wieder überholten sich die beiden Fahrer gegenseitig. Immer wieder konterte der jeweils andere in der Spitzkehre oder vor der Mercedes-Tribüne. 'Wir hätten beide zu jedem Zeitpunkt zurückstecken und Platz zwei mitnehmen können', so Gary, dem klar war, dass durch den Zweikampf die hinterherfahrenden Piloten aufholen würden. 'Aber keiner von uns wollte aufgeben.'

Genauso kam es dann auch: Zunächst griff Joel Ericsson den Briten an, danach Mike Rockenfeller. Während Gary den Angriff des Rookies kontern konnte, musste er Rockenfeller letztendlich ziehen lassen. Immerhin hatte er den Nachteil, dass seine erlaubten DRS-Einsatzmöglichkeiten bereits früh aufgebraucht waren. 'Platz drei ist schlussendlich enttäuschend, aber das war es wert', fasste Gary das verrückte Finish zusammen. 'Das war das beste Rennen, das ich je gefahren bin. So ein Zweikampf um den Sieg ist absolut unglaublich.'

Gary mag den Sieg dadurch knapp verpasst haben, aber die wahren Sieger waren die Zuschauer auf den Tribünen in Hockenheim und vor den TV-Bildschirmen, die dieses spektakuläre Rennen miterlebt und mitgefiebert haben. 'Was Timo, Gary und Mike heute gezeigt haben, war Racing at its best', betonte Ulrich Fritz. 'Leider mit dem schlechteren Ausgang für uns. Ich kann mich aber kaum an ein intensiveres Finish erinnern als heute.' Der Lausitzring kann kommen!

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