DTM 2018: Lausitzring – Analyse

Zwei Rennen, zwei Siege: der Lausitzring bleibt weiterhin ein erfolgreiches Pflaster für das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team. Edoardo Mortara und Gary Paffett bescherten der Marke mit dem Stern am vergangenen Rennwochenende die Siege Nummer 14 und 15. Damit hat Mercedes-AMG Motorsport öfter als jeder andere Hersteller auf dem Lausitzring gewonnen. Daran konnte auch die Herausforderung des längeren Streckenverlaufs nichts ändern, der in diesem Jahr erstmals befahren wurde. Im Verlauf des Wochenendes gab es unter anderem einen Debütsieg, einen Rekordsieg und ein Podestcomeback zu bejubeln. Aber der Reihe nach...

Edoardos erster Sieg mit Mercedes

Das erste Rennen des Wochenendes begann mit zwei Schreckmomenten: Zunächst einem Startunfall zwischen Jamie Green und Nico Müller (beide Audi), dann mit einem Überschlag von Audi-Pilot René Rast. 'Das wichtigste heute ist erst einmal, dass es René gut geht!', fasste Teamchef Ulrich Fritz nach dem turbulenten Rennen treffend zusammen.

Doch ein Fahrer ließ sich von dem verrückten Rennen samt Startunfall, zwei Safety Car-Phasen und einer Rennunterbrechung nicht aus der Ruhe bringen: Edoardo Mortara. Für ihn war es nicht nur sein neunter Sieg in der DTM und der erste auf dem Lausitzring, sondern vor allem auch der erste in einem Mercedes-AMG C 63 DTM. 'Glückwunsch an Edo zu seinem ersten Sieg mit Mercedes', gratulierte Fritz. 'Das hat er sich hart erarbeitet und ist völlig verdient.'

Mit Edoardo, Gary Paffett, Paul Di Resta, Pascal Wehrlein und Lucas Auer haben nun fünf der sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer bereits mindestens einmal ein Rennen in der Lausitz gewonnen - mit Paul, Pascal und Lucas feierten drei davon auf der Strecke sogar ihren jeweils ersten DTM-Sieg.

'Das ist ein ganz besonderer Sieg für mich - mein erster mit Mercedes', zeigte sich Edoardo überglücklich. 'Wir hatten im vergangenen Jahr stark zu kämpfen, aber in dieser Saison läuft es für mich viel besser und ich konnte endlich diesen Sieg feiern. Das ist unglaublich. Ich bin super zufrieden und absolut happy.' Strategie, Boxenstopp und Auto waren super und halfen ihm gemeinsam mit seiner Leistung auf dem Weg zum ersten Sieg mit dem Team. 'Ich bin echt überglücklich nach diesem Sieg. Mein Start war nicht ganz optimal und die ersten Runden waren etwas schwierig, aber danach ist einfach alles fantastisch gelaufen.'

Vierter Streich von 'Mr. Lausitzring'

Der Sonntag sollte dann der Tag eines anderen Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrers werden. Während Edoardo nach zwei Überholmanövern seine Position auf Anweisung der Rennleitung zurückgeben musste und so Chancen auf eine bessere Platzierung verlor, ließ Gary Paffett keine Zweifel daran aufkommen, wer im vierten Saisonlauf die Pace vorgab.

Gary qualifizierte sich auf Startplatz drei und ging kurz nach dem Start zunächst an seinem Teamkollegen Pascal Wehrlein und dann am Pole-Mann Philipp Eng (BMW) vorbei. In der Folge fuhr er bis zu seinem Boxenstopp in Runde zwölf einen Vorsprung von gut zwei Sekunden auf seine ärgsten Verfolger Pascal und Marco Wittmann (BMW) heraus. 'Nach dem Boxenstopp war ich mit dem Vorsprung auf die Verfolger happy, aber auf den letzten 15 Runden musste ich dann noch einmal hart pushen, um vor Marco (Wittmann) zu bleiben', verriet Gary. 'Das war ein hartes Rennen. Es war sehr heiß und die Autos sind viel gerutscht. Dadurch war es alles andere als einfach.'

Von seinem 22. DTM-Sieg, seinem zweiten in dieser Saison, konnte ihn das aber nicht mehr abhalten. Damit verkürzte Gary seinen Rückstand in der Fahrerwertung auf den Führenden Timo Glock (BMW) auf nur noch einen Zähler. 'Nach zwei Rennwochenenden habe ich nun zwei Siege auf dem Konto - das ist ein unglaublicher Start in die Saison', sagte Gary, dem auch sein Teamchef gratulierte: 'Fantastisches Rennen von Gary! Er hat den Sieg sehr kontrolliert nach Hause gefahren.'

Mit seinem vierten Sieg auf dem Lausitzring nach 2005, 2009 und 2013 ist Gary nun der Mann mit den meisten Triumphen auf dieser Strecke. Bislang teilte er sich diesen Rekord mit DTM-Rekordchampion Bernd Schneider und Jamie Green.

Podest-Comeback nach Rückkehr

Gemeinsam mit Gary stand sein Teamkollege Pascal Wehrlein als Dritter auf dem Podium. Für den DTM-Meister von 2015 war es der insgesamt siebte Podestplatz in seiner DTM-Karriere und der erste seit seiner Rückkehr in die Serie in diesem Jahr. Zuvor stand Pascal zuletzt am Nürburgring 2015 auf einem DTM-Podium. Mit dem Lausitzring verbindet Pascal ohnehin schöne Erinnerungen: hier gewann er wie bereits erwähnt 2014 sein erstes DTM-Rennen.

'Es funktioniert für mich immer besser und ich bin heute wirklich happy, obwohl ich im Rennen ein bisschen verloren habe', sagte Pascal. 'Gary und Marco (Wittmann) waren etwas konstanter und haben die Reifen besser gemanagt. Es ist ganz normal, dass ich nie zufrieden bin, wenn ich nicht gewinne. Für mich zählt jedoch nur, dass es immer besser läuft und ich mich auf dem richtigen Weg befinde.'

Aufholjagd des Rennens

Paul Di Resta war nach dem Qualifying zum zweiten Rennen alles andere als gut aufgelegt. Er hatte sich natürlich mehr als Startplatz 15 ausgerechnet, aber ein Konkurrent machte ihm da einen Strich durch die Rechnung. 'Ich hätte von Platz fünf starten müssen', betonte er und ließ eine famose Aufholjagd folgen. 'So gesehen ist ein vierter Platz von Startposition 15 nicht schlecht.'

Im Verlauf der 34 Rennrunden machte Paul elf Positionen gut und fuhr vom 15. Startplatz bis auf Rang vier nach vorne - am Ende fehlten ihm knapp zehn Sekunden auf den Dritten Pascal Wehrlein. 'Schlussendlich war es ein guter Tag, der aber schwieriger ausfiel, als er hätte sein müssen', zog Paul Bilanz. 'Das war gute Arbeit mit der Strategie und wir sind einen längeren Stint gefahren, als wir für möglich gehalten haben.' Beim nächsten Rennen wünscht er sich jedoch etwas mehr Glück, um endlich ganz vorne angreifen zu können.

Starke Teamleistung auf dem Lausitzring

Alles in allem hätte sich das Team wohl kaum einen besseren Saisonstart wünschen können. Nach zwei Rennwochenenden und vier Rennen stehen für das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team drei Siege, zwei Pole Positions, drei schnellste Rennrunden und sechs Podestplätze zu Buche.

Entsprechend gut sah die Mannschaftsleistung auch in den beiden Rennen auf dem Lausitzring aus. Im ersten Lauf fuhren fünf der sechs Fahrer in die Top-10, im zweiten kamen drei Piloten unter die Top-4. 'Das war ein tolles Wochenende für unsere gesamte Mannschaft. Super Job, Jungs!', lobte Ulrich Fritz.

Das bestätigt sich auch beim Blick auf die Gesamtwertungen: Nach den ersten vier Saisonrennen liegen fünf Fahrer des Teams in den Top-6 der Fahrer-Wertung. Gary hat als Zweiter mit 71 Zählern nur einen Punkt Rückstand auf den Meisterschaftsführenden Timo Glock (BMW). In der Teamwertung liegt die Mannschaft von Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS mit 110 Punkten auf Platz eins. Mercedes-AMG führt die Herstellerwertung mit 212 Punkten vor BMW (164 Punkte) und Audi (52 Punkte) an.

Weiter geht es in zwei Wochen (01.-03. Juni) in Budapest. Auf zum Hungaroring!

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