DTM 2018: Misano – Analyse

Eine unbekannte Rennstrecke, die ersten beiden Nachtrennen in der Geschichte der DTM und dann auch noch Regen: Der erste Besuch des Teams im italienischen Misano hielt jede Menge Herausforderungen bereit. Obwohl nicht alles perfekt lief, reist die Mannschaft mit drei Podestplätzen im Gepäck vom 'Misano World Circuit Marco Simoncelli' nach Hause. Aber der Reihe nach...

Premiere: Di Resta siegt unter Flutlicht

Die Flutlicht-Premiere der DTM stand ganz im Zeichen von Paul Di Resta. Der Schotte sicherte sich mit einer knappen halben Sekunde Vorsprung auf seinen Teamkollegen Edoardo Mortara die erste Pole Position in Misano. Damit hatte er die beste Ausgangslage für das Nachtrennen, das bei nassen Streckenverhältnissen gestartet wurde.

'Heute war es wichtig, dass ich mich auf der Pole qualifizieren konnte', betonte Paul, der mit seinem Sieg den Rückstand in der Meisterschaft auf Gary verkürzen konnte. 'Das war ein perfekter Tag für mich. Darüber bin ich natürlich extrem glücklich. Mehr kann man sich nicht wünschen. Die Meisterschaft ist völlig offen und am Ende wird die Konstanz entscheidend sein.'

Bereits im Qualifying stellte die Mannschaft einen neuen Rekord auf: Im 13. Saisonlauf startete zum elften Mal ein Mercedes-AMG C 63 DTM von der Pole Position. Mehr Poles hat noch keine Marke innerhalb einer DTM-Saison erzielt. Bislang stand die Bestmarke bei zehn Poles aus der Saison 1994 (ebenfalls gehalten von der Marke mit dem Stern). Mit Paul ging zudem zum neunten Mal in Serie ein Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer vom besten Startplatz aus ins Rennen - das ist ebenfalls ein neuer Rekord.

Heimrennen: Zwei Pokale für Mortara

Zum ersten Mal trat Edoardo Mortara in Misano mit der DTM in seiner italienischen Heimat an. Während sich Edo natürlich vorgenommen hatte, seine Fans mit guten Resultaten für ihr Kommen zu belohnen, musste er dafür hart arbeiten.

Im ersten Rennen am Samstag hatte er mit seinem Auto zu kämpfen und es war zu Rennbeginn noch nicht ganz sicher, ob er das Rennen überhaupt würde beenden können. 'Das war ein schwieriges Rennen für mich', gestand Edo, der von Startplatz zwei ins Rennen ging. Diese Position hielt er bis kurz vor Schluss, als ihn Audi-Pilot Robin Frijns noch überholte. Angesichts der technischen Sorgen hakte Edo Platz drei aber als ordentliches Ergebnis ab.

Das zweite Rennen am Sonntag fand bei noch schwierigeren Bedingungen statt. Edo lag lange Zeit in Führung und sah in Folge des erneut stärker werdenden Regens sogar wie der Favorit auf den Sieg aus. Doch dann kostete ihn eine Safety-Car-Phase zum falschen Zeitpunkt vor seinem Pflichtstopp etwas von seinem Vorsprung. 'Ich hatte heute leider Pech mit dem Safety Car, aber das gehört im Rennsport dazu', bestätigte er. 'So etwas kann passieren.'

Mit der Ausbeute des Wochenendes ist er dennoch zufrieden: 'Am Ende habe ich zwei Podestplätze bei meinem Heimrennen in Misano einfahren können', so Edo. 'Natürlich wollte ich in Italien unbedingt gewinnen, das ist mir leider nicht gelungen. Aber ich bin dennoch mit dem Rennwochenende zufrieden. Mein Auto war im Rennen super konkurrenzfähig und das stimmt mich zuversichtlich für die restlichen Saisonrennen.'

Pechvogel: Paffett bleibt ohne Punkte

Bis Misano waren Gary und Paul die einzigen beiden Fahrer im Feld, die mit Ausnahme eines Rennens immer in die Punkteränge gefahren sind. Während Paul seine Serie mit einem Sieg und einem sechsten Platz fortsetzen konnte, musste Gary mit zwei Nullrunden einen harten Rückschlag im Meisterschaftskampf einstecken.

Besonders bitter war dies im ersten Rennen, in dem er gemeinsam mit Edo in der Spitzengruppe kämpfte. 'Das waren heute schwierige Bedingungen und ich bin leicht neben die Strecke abgekommen', beschrieb Gary die Szene, die zu seinem Ausfall führen sollte. 'Ich habe versucht, so schnell wie möglich wieder auf die Bahn zurückzukommen und dann kam es zu einer Berührung mit Edo. Dabei ist leider meine Lenkung gebrochen.'

Die Berührung mit seinem Teamkollegen und dessen Ausfall dämpfte auch Edos Freude auf Platz drei: 'Ich war in der Mitte und konnte es nicht verhindern. Das war ganz sicher nicht optimal', sagte er. 'Deshalb bin ich mit dem Rennen heute auch nicht ganz zufrieden, obwohl ein Podestplatz für mich bei meinem Heimrennen an sich ein gutes Ergebnis ist.'

Umso mehr nahm sich Gary für das zweite Rennen am Sonntag vor. Startplatz acht war nicht ideal, aber in einem chaotischen Regenrennen kann bekanntlich alles passieren - und genau das war auch der Fall, nur leider nicht zu Gunsten des bis dahin Gesamtführenden.

'Das war ein sehr enttäuschendes Rennen', bilanzierte Gary. 'Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, heute viele Punkte einzufahren. Die Bedingungen waren schwierig, aber wir haben heute als Team viele falsche Entscheidungen getroffen. Das ist uns teuer zu stehen gekommen. Daraus müssen wir jetzt unsere Lehren ziehen und uns auf die nächsten Rennen konzentrieren.'

Auch diesmal gab es eine Berührung mit einem Teamkollegen. 'Das geht ganz klar auf meine Kappe', sagte Daniel Juncadella. 'Es tut mir sehr leid für das Team, das heute ein viel besseres Ergebnis verdient gehabt hätte.' Das gab auch Teamchef Ulrich Fritz zu denken: 'Angefangen mit den Problemen beim Boxenstopp von Gary, über Fahrfehler bis hin zu einer Kollision unserer Fahrer. Das sind alles Dinge, die nicht passieren dürfen.'

Führungswechsel: Di Resta vor Paffett

So schnell kann es in der DTM gehen: Vor dem Rennwochenende reiste Gary noch mit 29 Punkten Vorsprung auf Paul nach Misano. Nun geht er mit neun Punkten Rückstand auf seinen Teamkollegen in das drittletzte Rennwochenende der Saison auf dem Nürburgring.

'Heute war nicht der einfachste Tag, aber alles in allem zählt vor allem, dass ich sechs Rennen vor Saisonende die Führung in der Meisterschaft übernommen habe', betonte Paul, der seine Serie an Punkteplatzierungen fortsetzte. Damit übernahm Paul (186 Punkte) die Führung in der Fahrerwertung vor seinen Teamkollegen Gary (177 Punkte) und Edoardo (138 Punkte). 'Vielen Dank an mein Team, die das Auto in der Kürze der Zeit super vorbereitet haben. Genauso geht es jetzt auch weiter. Hoffentlich läuft es beim nächsten Mal genauso gut, denn mein Auto funktionierte bei allen Bedingungen ausgezeichnet.'

Das Team verlässt Misano mit gemischten Gefühlen. 'Unterm Strich können wir mit dem Rennwochenende in Misano sicher zufrieden sein. Gestern Platz 1 und 3, heute Platz 2 und das jeweils unter extrem schwierigen Bedingungen. Darauf kann man aufbauen', sagte Teamchef Ulrich Fritz nach dem zweiten Lauf. 'Auf der anderen Seite sind uns heute aber zu viele Fehler passiert, die ein besseres Abschneiden der gesamten Mannschaft verhindert haben. Wichtig wird sein, genau zu analysieren, wie es jeweils dazu kam.'

Neben der Fahrerwertung führt die Marke mit dem Stern auch die Team- und die Herstellerwertung weiter an. Bei den Teams führt die Mannschaft Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS (269 Punkte) die Tabelle mit 21 Zählern Vorsprung auf SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport (248 Punkte) an. In der Markenwertung liegt Mercedes-AMG (761 Punkte) mit 319 Zählern Vorsprung vor BMW (442 Punkte) auf Platz eins.

Nach drei Auslandsrennen kehrt die DTM vom 07. bis 09. September nach Deutschland zurück. Dann stehen auf dem legendären Nürburgring die Saisonläufe 15 und 16 auf dem Programm.

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