DTM 2018: Norisring – Analyse

Begeisterungsfähige Fans, fantastische Atmosphäre und spektakuläre Rennen: Das Rennwochenende auf dem Norisring gilt in jedem Jahr als eines der absoluten Saisonhighlights - und so sollte es auch 2018 wieder sein. Das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team wartete vor dem Wochenende seit 2015 auf einen Sieg am Dutzendteich. Die lange Wartezeit sollte in diesem Jahr belohnt werden - und zwar stets im Doppelpack...

Rennen 1: Doppelsieg für Deutschland

'Best Never Rest': Gemäß dem Motto der WM-Kampagne von Mercedes-Benz sollten am Samstag gleich zwei Siege her - einer im ersten DTM-Rennen auf dem Norisring, der andere im zweiten Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden. Und manchmal gibt es im Sport einfach unheimlich glückliche Fügungen... Denn welcher Fahrer wäre für den ersten Teil besser in Frage gekommen als Edoardo Mortara? Schließlich geht der Mercedes-AMG C 63 DTM von Edoardo in dieser Saison im DFB-Design an den Start.

Auf dem Weg zu seinem zweiten Saisonsieg und dem zweiten Erfolg im 'fränkischen Monaco' musste sich Edoardo jedoch gegen seinen Teamkollegen Gary Paffett sowie Lokalmatador Marco Wittmann im BMW durchsetzen. Die Top-3 des Rennens trennten im Ziel gerade einmal 1,2 Sekunden. 'Das war ein perfekter Tag für mich und das Team', sagte Edoardo überglücklich. 'Letztes Jahr war schwierig für mich, aber in dieser Saison läuft es viel besser. Ich habe schon am Lausitzring ein Rennen gewonnen und bei ein paar anderen Rennen etwas Pech gehabt, zum Beispiel in den zweiten Rennen in Hockenheim und in der Lausitz. Aber jetzt läuft es richtig gut für mich und ich hoffe natürlich auf weitere Siege.'

Für Gary bedeutete sein zweiter Platz nicht nur den dritten Doppelsieg des Teams in diesem Jahr und den 107. in der 30-jährigen DTM-Geschichte der Marke. Der Brite übernahm mit diesem Ergebnis auch die Führung in der Fahrerwertung. 'Wahnsinn, das war ein mega Rennen. Mein Auto war sehr schnell', sagte der Champion des Jahres 2005. 'Es war wichtig, dass ich nach dem Stopp vor Philipp Eng geblieben bin. Danach lief es gut, ich musste nur den richtigen Zeitpunkt abwarten, um an Marco Wittmann vorbeizugehen.'

In der Schlussphase lieferte er sich ein spannendes Duell gegen seinen Teamkollegen. 'Es hat richtig Spaß gemacht, gegen Edo zu kämpfen. Das war ein super Zweikampf und ich habe nie aufgegeben', betonte Gary. 'Das hat beim Team vielleicht für einen etwas erhöhten Herzschlag gesorgt. Aber es war ein richtig gutes Rennen und Platz zwei samt der Gesamtführung sind fantastisch für mich.'

Für die Leistung gab es auch Lob vom Teamchef: 'Wir haben heute eine ganz starke Mannschaftsleistung gesehen', sagte Ulrich Fritz, der fünf seiner Schützlinge in den Top-8 sah. 'Nicht nur die Fahrer, sondern auch die Jungs beim Boxenstopp haben sehr gute Arbeit geleistet und keine Fehler gemacht.' Und dann war da ja noch die Sache mit dem zweiten DFB-Sieg an diesem Samstag: 'Hoffentlich ist es auch in Hinblick auf das Spiel der deutschen Nationalmannschaft heute Abend ein gutes Omen, dass Edo mit der Lackierung des DFB-Teams hier gewonnen hat.'

Die Worte des Teamchefs sollten sich bewahrheiten: Deutschland gewann mit einem Last-Minute-Tor in der Nachspielzeit mit 2:1. Der zweite deutsche Sieg des Tages lieferte zugleich eine Vorlage für den Sonntag am Dutzendteich, denn auch da sollte es bis zur letzten Sekunde spannend bleiben...

Rennen 2: Doppel-Podium & doppelte Premiere

Das zweite Rennen auf dem Norisring hätte kaum aufregender sein können. Im Verlauf der 68 Rennrunden gab es unzählige Positionswechsel im gesamten Feld - inklusive im Kampf um die Führung. Samstagssieger Edoardo Mortara und Daniel Juncadella kämpften bis zur letzten Kurve um den Sieg mit. Doch BMW-Pilot Marco Wittmann konnte seine knappe Führung bis ins Ziel retten und so einen Sieg in der fränkischen Heimat feiern. Edoardo erreichte mit Platz zwei sein zweites Podium an diesem Wochenende, Dani stand zum ersten Mal in der DTM auf dem Podium.

'Unglaublich, erst der Sieg gestern und dann heute noch ein zweiter Platz. Das ist spitze', sagte Edoardo. 'Speziell nach so einem super spannenden Rennen.' Edoardo ging von Startplatz fünf ins Rennen - hinter vier seiner Teamkollegen, die das Qualifying am Sonntagvormittag dominiert hatten. Darunter auch Dani, der sich seine erste DTM-Pole sicherte. Bereits nach einer Runde kam Edoardo zu einem frühen Boxenstopp herein. Entsprechend musste er mit seinen Reifen über fast die gesamte Renndistanz haushalten. Aber das gelang ihm bravourös.

'Das Auto war heute besser und es ist alles gut gegangen', sagte der neue Zweitplatzierte in der Fahrerwertung. 'Es ist aber noch zu früh, um über die Meisterschaft nachzudenken. Es stehen noch viele Rennwochenenden an. Dieses Wochenende ist es super gelaufen und ich hoffe, dass ich in dieser Saison noch mehr solcher Tage erleben werde.'

Das gleiche Ziel hat sich auch Dani gesetzt, der auf dem Norisring gleiche eine doppelte Premiere feierte: seine erste DTM-Pole und seine erste Champagner-Dusche bei einer DTM-Siegerehrung. 'Ich bin mit dem Tag heute auf jeden Fall zufrieden, nächstes Mal stehe ich dann hoffentlich ganz vorne', sagte er. 'Ich habe endlich meine erste Pole Position eingefahren und das auch noch bei einem der Highlights des Jahres auf dem Norisring. Nach so vielen Jahren war das ein super Gefühl. Mein Auto war heute wahnsinnig stark, dafür muss ich meinem gesamten Team danken.'

Gesamtwertung: Dreifache Führung

Acht Saisonrennen, fünf Siege: Damit hat das Team an bislang jedem der vier Rennwochenenden in Hockenheim, am Lausitzring, in Budapest und auf dem Norisring mindestens ein Rennen gewonnen. Wie stark die mannschaftliche Geschlossenheit bei der Marke mit dem Stern ist, zeigt sich darin, dass in Nürnberg in beiden Rennen jeweils fünf der sechs Fahrer in die Top-10 gefahren sind. 'Alles in allem war es ein sehr erfolgreiches Wochenende für uns', fasste Teamchef Ulrich Fritz zusammen. 'Glückwunsch an die ganze Mannschaft.'

Das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team reist nun als Führender in allen drei Meisterschaften zum nächsten Rennwochenende an die Nordsee. Gary führt die Fahrerwertung nach acht Saisonrennen mit 99 Punkten vor seinem Teamkollegen Edoardo Mortara (93 Punkte) an. Mit Paul Di Resta (87 Punkte) und Lucas Auer (72 Punkte) liegen noch zwei weitere Fahrer des Teams in den Top-6 der Fahrerwertung.

In der Teamwertung liegen alle drei Mannschaften in den Top-4. Das Team SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport führt die Teammeisterschaft mit 165 Zählern an. In der Herstellerwertung hat Mercedes-AMG (412 Punkte) 108 Zähler Vorsprung auf BMW (313 Punkte).

Weiter geht es vom 13. bis 15. Juli auf dem Dünenkurs in Zandvoort. Dort erreicht die DTM am fünften Rennwochenende des Jahres mit den Saisonläufen neun und zehn die Halbzeitmarke. Übrigens: Am Rennsonntag findet neben dem zweiten DTM-Lauf auch das Endspiel in Russland statt. Vielleicht gibt es dann ja wieder einen Doppelsieg für Deutschland...

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Mozilla Firefox Opera Browserr Google Chrome