DTM 2018: Nürburgring – Analyse

Spannender könnte der Meisterschaftskampf in der DTM kaum sein: Paul Di Resta reiste mit neun Punkten Vorsprung auf Gary Paffett zum drittletzten Rennwochenende der Saison. Aber bereits nach dem ersten Rennen auf dem Nürburgring hatte sich das Blatt im Titelkampf gewendet und Gary führte die Fahrerwertung mit acht Zählern Vorsprung auf Paul an. Nach dem zweiten Lauf trennen die beiden Titelkonkurrenten nun nur noch zwei Pünktchen. Ein Blick zurück auf die packende Achterbahnfahrt in der Eifel...

Rennen 1: Gary legt vor

Die Ausgangsposition sprach vor dem ersten Lauf des Wochenendes ganz klar für Gary. Der Champion des Jahres 2005 qualifizierte sich als Zweiter für den 15. Saisonlauf - dabei scheiterte er nur haarscharf mit 0,028 Sekunden Rückstand an der Pole-Zeit von Audi-Pilot René Rast. Die Top-3 lagen allesamt binnen einer Zehntelsekunde. Das gesamte Feld von 18 Piloten lag innerhalb von lediglich acht Zehnteln. So kam Paul mit drei Zehnteln Rückstand auf die Pole nur auf Startplatz acht. Vorteil Gary.

Der Brite verteidigte seinen zweiten Platz am Start und hielt die Position bis er sie in Runde 14 an BMW-Pilot Bruno Spengler verlor. Nach seinem Boxenstopp in Runde 17 setzte er sich auf dem dritten Podestplatz fest und überquerte knapp sieben Sekunden hinter dem Sieger René Rast die Ziellinie.

'Ein Podium ist heute ein gutes Ergebnis für mich', sagte Gary über seinen achten Podestplatz in dieser Saison sowie seinen vierten auf dem Nürburgring. 'Mein Ziel ist es, bei jedem Rennen so viele Punkte wie möglich einzufahren. Natürlich bin ich etwas enttäuscht, wenn ich aus der ersten Reihe starte und dann nur Dritter werde. Das ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Aber René und BMW waren heute sehr stark.'

Alles andere als zufrieden war Paul nach dem ersten Rennen des Wochenendes. 'Das war ein enttäuschender Tag für mich', bilanzierte er nach Platz 18. 'Mit Startplatz acht war die Ausgangsposition für das Rennen schon nicht die beste, aber es wäre durchaus noch eine gute Position drin gewesen. So hätte ich meine konstante Serie an Top-10-Zielankünften fortsetzen und den Punkteverlust auf Gary minimieren können.'

Doch der Samstag war nicht der Tag des Paul Di Resta. Dabei arbeitete er sich von Startplatz acht gut nach vorne und lag kurz vor der Rennhälfte sogar in Reichweite eines Podestplatzes. Aber nachdem Paul BMW-Pilot Philipp Eng im Kampf um Platz vier überholt hatte, wurde er von diesem umgedreht und fiel bis ans Ende des Feldes zurück. 'Danach war das Rennen für mich gelaufen', sagte Paul enttäuscht. Es war im 15. Saisonrennen erst das zweite Mal, dass er nicht in die Punkte fahren konnte.

Rennen 2: Paul zieht nach

Nach dem Samstagsrennen hatten sich die Vorzeichen gedreht. Plötzlich führte Gary die Meisterschaftstabelle wieder an. Der Sonntag begann im Qualifying ähnlich wie der Samstag: Gary fuhr erneut die zweitschnellste Zeit hinter René Rast - diesmal trennte die beiden aber nur ein Hauch von sechs Tausendstelsekunden!

Paul erwischte unterdessen kein optimales Qualifying. Zwar fehlten ihm nur vier Zehntel auf die Pole-Zeit von Rast. Doch in einem noch einmal enger zusammenliegenden Feld als am Samstag reichte das nur zu Startplatz elf. In der DTM kommt es im Qualifying wirklich auf jedes winzige Detail an.

Aber das Glück sollte am Sonntag auf Pauls Seite sein. Schon nach der ersten Runde lag der Schotte auf Platz sieben und machte sich daran, weitere Plätze gutzumachen. Nach acht Runden schnupperte Paul als Vierter bereits an einem Podestplatz. In Runde 21 steuerte er auf Platz zwei liegend die Box an und kam boxenstoppbereinigt hinter dem Führenden René Rast wieder heraus.

In den verbleibenden Rennrunden kämpfte er sich bis auf 2,7 Sekunden an den Doppel-Sieger dieses Wochenendes heran, konnte ihn aber nicht mehr überholen. 'Nach der Enttäuschung von gestern sind das heute sehr wichtige Punkte für mich', sagte Paul über Rang zwei. 'Jetzt freue ich mich auf das nächste Rennwochenende in Spielberg. Die Meisterschaft ist weiterhin komplett offen.'

Für Gary begann das Rennen mit einem nicht besonders guten Start. 'Meine Räder drehten ein wenig zu stark durch und ich verlor einen Platz an Lucas. Danach hat mich Timo Glock in Kurve fünf von der Strecke gedrückt', beschreibt Gary. Nachdem Glock Lucas Auer umgedreht hatte, lag Gary wieder hinter Rast auf Platz zwei und konnte dessen Pace mitgehen.

Es folgte die für Gary entscheidende Situation des Rennens: 'Wir hatten leider einen schlechten Boxenstopp und Verkehr in der Boxengasse, sodass ich warten musste, bis die Autos vorbei waren. So bin ich vom zweiten auf den siebten Platz zurückgefallen', erklärte Gary. 'Leider haben wir bei Garys Boxenstopp einige wichtige Positionen verloren', bestätigte Teamchef Ulrich Fritz. 'Er ist danach hervorragend gefahren und hat so noch Schadensbegrenzung betrieben.'

Gary gab in der zweiten Rennhälfte alles, um so viele Plätze wie möglich gutzumachen. In diesem Zuge fuhr er in Runde 23 in 1:23.875 Minuten auch die schnellste Rennrunde. So überholte er noch Philipp Eng sowie Joel Eriksson und kam auf Platz fünf ins Ziel. Mehr war für ihn aber nicht mehr drin: 'In der Schlussphase bauten meine Reifen etwas ab und ich konnte Bruno Spengler nicht mehr einholen.'

Titelkampf vollkommen offen

Nach 16 von 20 Saisonrennen könnte der Titelkampf in der DTM kaum spannender sein. Gary führt die Fahrerwertung nach dem Rennwochenende in der Eifel mit zwei Punkten Vorsprung auf Paul an. Bei noch zwei Rennwochenenden und vier ausstehenden Rennen ist die Meisterschaftsentscheidung zwischen den beiden DTM-Champions vollkommen offen. Schließlich sind in den verbleibenden vier Qualifyings und vier Rennen in dieser Saison noch 112 Punkte zu vergeben.

Während sich Gary und Paul einen spannenden Kampf um die Tabellenspitze liefern, führt die Mannschaft von Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS (306 Punkte) die Teamwertung an. Mercedes-AMG Motorsport REMUS (262 Punkte) und SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport (248 Punkte) belegen die Ränge zwei und drei. In der Markenwertung liegt Mercedes-AMG (801 Punkte) mit 270 Zählern Vorsprung auf BMW (531 Punkte) auf Platz eins.

Weiter geht es in zwei Wochen vom 21.-23. September beim Österreich-Gastspiel der DTM in Spielberg. Bis dahin gibt es nicht nur viel über das packende Titelduell zwischen Gary und Paul zu diskutieren, sondern auch noch jede Menge Arbeit für das Team in Affalterbach, um die Autos optimal auf das vorletzte Rennwochenende der Saison vorzubereiten und abzustimmen.

So konnte die Mannschaft die Pace des Mercedes-AMG C 63 DTM am vergangenen Wochenende zwar vom Samstag auf Sonntag verbessern, aber in einer so hart umkämpften Meisterschaft wie der DTM gibt es immer noch Verbesserungsspielraum. So musste sich das Team am Nürburgring auf die neu vorgegebenen Mindestreifendrücke einstellen.

'Da hat unsere Abstimmung einfach noch nicht ganz gepasst', sagte Teamchef Ulrich Fritz nach dem Rennen am Samstag. Nach dem zweiten Lauf am Sonntag sah es schon besser aus, trotzdem betonte der Teamchef: 'Für uns wird wichtig sein, die beiden Rennen genau zu analysieren und Lösungen für Spielberg zu finden, um wieder stärker zurück zu kommen.' Die Spannung im Titelkampf könnte nicht größer sein.

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