DTM 2018: Spielberg – Analyse

Zum letzten Mal gastierte das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team am vergangenen Wochenende in Spielberg. Obwohl die Mannschaft keinen Sieg und nur einen Podestplatz aus der Steiermark mitbringt, gab es doch zwei besondere Gründe zur Freude - aber auch einigen Antrieb, um bis zum Saisonfinale in Hockenheim noch einmal kräftig nachzulegen und alles zu geben. Schon nach dem Rennen am Samstag fasste Teamchef Ulrich Fritz zusammen: 'Für uns war es eine Achterbahn der Gefühle.' Ein Aspekt, der sich durch das gesamte Rennwochenende in Österreich ziehen sollte...

Daniel Juncadella vom Pech verfolgt

Der Samstag schien eigentlich der Tag des Daniel Juncadella zu sein. Bereits im Qualifying sicherte sich Dani mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0.071 Sekunden seine dritte DTM-Pole. Im Rennen, das auf abtrocknender Strecke stattfand, verlor der Spanier zwar zunächst seine Führung nach der ersten Safety-Car-Phase an Mike Rockenfeller. Aber zehn Runden später erkämpfte er sich in Runde 15 die Führung zurück und behauptete diese auch bis zur zweiten Safety-Car-Phase kurz vor Rennende. Obwohl er die Ziellinie als Erster überquerte, gab es für ihn leider kein Happy End.

Beim zweiten Re-Start unterlief Dani ein Fehler und er erhielt nach Rennende eine Durchfahrtsstrafe (umgewandelt in eine 30-Sekunden-Zeitstrafe), die ihn den Sieg kostete und bis auf Rang 14 zurückwarf. 'Ich weiß nicht, was ich sagen soll', sagte Dani. 'Es ist sehr schade, dass ich dadurch meinen zweiten DTM-Sieg verloren habe. Es tut mir besonders leid für meine Jungs, die großartige Arbeit abgeliefert haben. Das Auto war sehr gut und ich hatte ein richtig schönes Rennen.'

Im zweiten Rennen am Sonntag kämpfte Dani zwar nicht erneut um die Spitzenpositionen mit, aber kurz vor Rennende lag der Spanier auf Kurs zu einer guten Punkteplatzierung. Doch dann verbremste er sich im Duell mit BMW-Pilot Timo Glock und rodelte durch das Kiesbett. 'Ich konnte mir genügend DRS-Runden für den Endspurt aufheben', verriet Dani nach dem Rennen. 'Damit habe ich dann Timo Glock im Duell um Platz sieben angegriffen. Leider hatte ich mit den Bremsen zu kämpfen und verpasste meinen Bremspunkt. So bin ich aus den Punkterängen herausgefallen. Aber ich musste es zumindest versuchen.'

Paul Di Resta übernimmt Gesamtführung

Die Ausgangslage im Titelkampf war vor dem vorletzten Rennwochenende der Saison klar: Gary Paffett führte die Fahrerwertung mit zwei Punkten Vorsprung vor seinem Markenkollegen Paul Di Resta an. Doch das sollte sich nach dem ersten Rennen in Spielberg ändern - wie schon am vorangegangenen Rennwochenende auf dem Nürburgring wechselte die Führung abermals.

Dabei profitierte Paul von einem schwierigen Rennen für Gary, der nur auf Platz zehn ins Ziel kam. Paul sicherte sich hingegen Platz vier und übernahm damit die Gesamtführung in der Fahrerwertung. Vielleicht wäre für den Schotten sogar noch etwas mehr drin gewesen: 'Am Ende war ich beim Re-Start in einer guten Position, wurde aber von einem langsamen Start auf meiner Seite ausgebremst, was Dani leider auch den Sieg gekostet hat', erklärte Paul, der aber nicht nur Gary, sondern auch Audi-Pilot René Rast fest im Auge hat. 'Der Positionswechsel am Ende (Mike Rockenfeller ließ Rast das Rennen gewinnen, d. Red.) hatte dann leider aus unserer Sicht einen größeren Einfluss als wir uns gewünscht hätten. Aber morgen ist ein neuer Tag und es gibt keinen Grund, über Platz vier allzu enttäuscht zu sein.'

24 Stunden später verbuchte Paul einen weiteren vierten Platz auf seinem Konto. Damit reist er als Tabellenführer aus Spielberg ab, allerdings verlor er wertvolle Punkte im Titelkampf - sowohl auf Rast als auch auf Gary. 'Das war ein durchschnittlicher Tag für mich', bilanzierte Paul. 'Der Zweikampf mit Gary hat viel Spaß gemacht, vor allem, da wir uns im direkten Duell um die Meisterschaft befinden. Aber schlussendlich bin ich natürlich enttäuscht, dass ich nicht auf dem Podium gestanden habe.'

Gary Paffett kämpft sich heran

Von Startplatz zehn sahen Garys Chancen im ersten Rennen nicht bestens aus. Aber auf abtrocknender Strecke war für den Champion des Jahres 2005 noch alles drin. Schließlich kann bei solchen Verhältnissen alles passieren. Das erlebte Gary kurz nach dem Start am eigenen Leib - leider im negativen Sinne.

'Bruno Spengler hat mich in der ersten Kurve von der Strecke gedrückt und mich sowie Duval in Kurve drei getroffen', erklärte Gary nach Rennende. 'Danach war mein Auto stark beschädigt und ich fiel bis ans Ende des Feldes zurück. Wenn das Auto so sehr in Mitleidenschaft gezogen ist, ist es unmöglich, weiter nach vorne zu fahren.' Trotzdem gelang es Gary, sich bis auf Rang zehn vorzukämpfen und damit zumindest einen Punkt einzufahren. Sein Fazit war dennoch von Enttäuschung geprägt: 'Alles in allem war es ein sehr enttäuschender Tag.'

Einen Tag später sah die Welt für den Briten schon wieder besser aus. Zunächst fuhr er im zweiten Qualifying seine fünfte Pole Position in dieser Saison ein und kassierte dafür drei wichtige Punkte für den Titelkampf. Im Rennen fiel er hinter die beiden Audi-Fahrer René Rast und Nico Müller zurück, hielt sich in einem packenden Zweikampf aber vor seinem Titelkonkurrenten Paul. Entsprechend zufrieden war Gary mit seinem neunten Podestplatz in diesem Jahr.

'Das Rennen heute verlief von der Pole Position leider nicht wie erhofft', bilanzierte Gary. 'Aber ich bin mit Blick auf die Meisterschaft trotzdem happy, weil ich Punkte auf Paul gutmachen konnte.' Nun gilt seine volle Konzentration dem Saisonfinale Mitte Oktober. 'Das wird ein fantastischer Fight beim Saisonfinale in Hockenheim', so Gary, den vor den letzten beiden Saisonrennen nur noch vier Punkte von Paul trennen. 'Es fühlt sich toll an, zum Finale zu reisen und voll im Titelkampf dabei zu sein.'

#OneLastTime

In der Fahrer-Meisterschaft herrscht also weiterhin Hochspannung vor. In der Team- und Herstellerwertung steht seit Spielberg hingegen der Sieger bereits fest: Mercedes-AMG Motorsport gewinnt zum Abschluss seiner 30-jährigen DTM-Geschichte beide Meisterschaften!

Während Mercedes-AMG seit dem vergangenen Wochenende in der Markenwertung nicht mehr einzuholen ist, bleibt in der Teamwertung zumindest noch eine Frage offen: welches der drei Mercedes-AMG Motorsport DTM Teams am Ende den Pokal erhält. Eine Mannschaft eines anderen Herstellers hat keine Chance mehr auf den Titelgewinn.

Trotz dem Gewinn des siebten Herstellertitels (1991, 1992, 1994, 1995, 2003, 2005 und 2018) sowie dem anstehenden sicheren Erfolg in der Teamwertung (zum 14. Mal) gibt es vor dem Saisonfinale in Hockenheim noch viel Arbeit für das Team.

'Wir können mit dem heutigen Ergebnis nicht zufrieden sein', sagte Teamchef Ulrich Fritz am Sonntagnachmittag. 'Wenn man mit drei Autos in den Top-4 startet und am Ende nur eine Podiumsplatzierung herausspringt, dann ist das sehr enttäuschend. Da tröstet auch der heutige Gewinn der Hersteller- und Teammeisterschaft nicht darüber hinweg. Es ist schon jetzt klar, dass uns ins Hockenheim ein harter Kampf erwartet. Darauf müssen wir uns jetzt einstellen.' Jetzt warten drei intensive Wochen auf das Team, bis es vom 12.-14. Oktober zum großen Finale nach Hockenheim geht.

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