DTM 2018: Zandvoort – Analyse

Fünf Rennwochenenden, zehn Rennen: Auf dem Dünenkurs in Zandvoort ging die erste Hälfte der DTM-Saison 2018 zu Ende. Und wie! Das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team reist mit fünf von sechs möglichen Podestplätzen aus den Niederlanden zurück nach Affalterbach. Ein fast perfektes Wochenende, das der Mannschaft unter anderem einen Vierfachsieg, ein Doppelpodium und eine dreifache Meisterschaftsführung einbrachte. Aber der Reihe nach...

Fast perfektes Wochenende für Gary Paffett

Das Strahlen im Gesicht von Gary Paffett war am Sonntagnachmittag nicht zu übersehen. 'Ich bin richtig happy, das war ein fast perfektes Wochenende für mich', sagte der DTM-Champion von 2005 nach dem zweiten Rennen des Wochenendes in Zandvoort. Sein Fazit: 'Zwei Pole Positions, ein Sieg und ein zweiter Platz - mehr kann man sich beinahe nicht wünschen.'

Dabei erzielte Gary im Verlauf des Wochenendes an der Nordseeküste noch mehr Bestmarken. Den Anfang machte seine zweite Saison-Pole, die ihm die beste Ausgangsposition für das erste Rennen am Samstag bescherte. Bei seinem 18. Start auf dem Dünenkurs ging der zu diesem Zeitpunkt dreimalige Zandvoort-Sieger zum ersten Mal auf dieser Strecke von der Pole Position ins Rennen. Es sollte ein gutes Omen sein: Einer Safety-Car-Phase und starken Konkurrenten zum Trotz setzte sich Gary nach 34 Rennrunden durch und erzielte seinen vierten Sieg auf dem niederländischen Traditionskurs.

'Das war ein fantastischer Tag für mich. 28 Punkte an einem Tag sind perfekt', sagte Gary überglücklich über seinen dritten Saisonsieg. 'Wir hatten schon die gesamte Saison über ein großartiges Auto und heute war es im Qualifying und Rennen erneut so.' Damit sicherte sich Gary nicht nur seinen 23. DTM-Sieg, sondern zog auch in der ewigen Bestenliste mit Mattias Ekström gleich. Nur Rekordmeister Bernd Schneider (43 Siege) und Klaus Ludwig (37 Siege) haben noch öfter gewonnen. 'Jetzt habe ich zusammen mit Mattias `{`Ekström`}` die drittmeisten DTM-Siege - das ist unglaublich', bestätigte Gary. 'Vielen Dank an Mercedes für die Unterstützung in all den Jahren.'

Sein Ziel für den Sonntag war damit klar: Mit seinem 24. Sieg den alleinigen dritten Platz in dieser Disziplin übernehmen. Der erste Schritt auf dem Weg dorthin gelang Gary: Auch im zweiten Qualifying konnte ihm niemand die Pole Position streitig machen. Mit viereinhalb Zehnteln Vorsprung setzte er sich deutlich gegen seine Konkurrenten durch. Nun hatte er sogar noch eine zweite Bestmarke vor Augen: Seit der Einführung des neuen Formats mit zwei Qualifyings und Rennen pro Wochenende im Jahr 2015 ist es noch keinem Fahrer gelungen, an einem Wochenende zwei Poles und zwei Siege einzufahren.

Bis zu seinem Boxenstopp sah es gut aus, dass Gary auch diesen Rekord knacken würde. Doch dann kam er nach seinem Stopp in Runde elf knapp hinter Audi-Pilot René Rast zurück auf die Strecke. 'Als er heute hinter mir in der Startaufstellung stand, wusste ich, dass wir mit ihm einen starken Gegner haben', sagte Gary. 'Sie sind mit dem frühen Boxenstopp ein Risiko eingegangen, aber die Reifen haben gehalten und es hat für sie gereicht.'

Nichtsdestotrotz ist Gary mit seinem Wochenende und der gesamten ersten Saisonhälfte absolut zufrieden. 'Es war unglaublich', sagte er. 'Es ist nicht immer alles perfekt gelaufen, aber wir führen die Meisterschaft an und ich bin mit der Performance bislang super glücklich.'

Paul Di Resta übernimmt Verfolgung

Nach dem äußerst erfolgreichen Wochenende auf dem Norisring reiste das Team mit einer Doppelführung in der Fahrerwertung nach Zandvoort. Hinter Gary belegte Edoardo Mortara den zweiten Platz - dem zweimaligen Saisonsieger fehlten nur sechs Punkte auf seinen Teamkollegen.

In Zandvoort sollte sich das Blatt wenden. Während Edoardo kein gutes Wochenende erwischte und sich mit vier Punkten für Rang acht im zweiten Lauf zufriedengeben musste, übernahm Paul Di Resta die Rolle des ersten Verfolgers. Paul stand wie Gary in beiden Rennen auf dem Podium - einmal als Zweiter, einmal als Dritter.

'Das war ein ordentliches Wochenende', betonte Paul, der in der Fahrerwertung 27 Punkte hinter Gary liegt. 'Natürlich haben wir in der Meisterschaft etwas an Boden auf die Spitze verloren, aber wir haben heute immerhin den zweiten Platz weiter gefestigt.' Für ihn zählt zur Saisonhalbzeit nur der Blick auf das große Ganze: In einer langen Saison kommt es vor allem auf konstant gute Leistungen an. 'So gesehen sind wir gut dabei und ich bin bereit, um auf den kommenden Strecken weiter zu kämpfen, erst recht, da ich einige davon sehr mag und dort meistens gute Ergebnisse hatte', so Paul. 'Das ist eine schöne Ausgangslage vor der Sommerpause.'

Dreifach-Führung zu Beginn der zweite Saisonhälfte

Gary und Paul waren aber nicht die einzigen Fahrer des Teams, die Zandvoort mit wertvollen Punkten im Gepäck verlassen. Ganz im Gegenteil: Gleich im ersten Rennen gab es einen Vierfachsieg mit Gary, Paul, Lucas Auer und Pascal Wehrlein. 'Ein Vierfach-Erfolg auf einer so anspruchsvollen Strecke wie Zandvoort ist eine bemerkenswerte Leistung', lobte Teamchef Ulrich Fritz.

Auch im zweiten Rennen kamen fünf Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer in die Top-10. Neben Gary und Paul waren dies Pascal, Edoardo und Lucas. 'Insgesamt war das Wochenende in Zandvoort für uns fantastisch', so Fritz. 'Gestern der Vierfach-Sieg, heute ein Doppelpodium. Noch dazu konnten wir die Führung in allen Meisterschaften zur Halbzeit der Saison weiter ausbauen.'

So führen Gary (148 Punkte) und Paul (121 Punkte) nach zehn von zwanzig Saisonrennen nicht nur die Fahrer-Wertung an. Mercedes-AMG Motorsport (547 Punkte) liegt mit 189 Punkten Vorsprung auf BMW (358 Punkte) auf dem ersten Platz der Hersteller-Wertung. Zudem belegen die Teams Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS (213 Punkte) und SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport (186 Punkte) die Plätze eins und zwei in der Team-Wertung.

Das Halbzeitfazit könnte also kaum besser ausfallen: Bei acht der zehn Saisonläufe startete ein Mercedes-AMG C 63 DTM von der Pole Position. Zudem hat das Team an allen fünf Rennwochenenden in diesem Jahr mindestens ein Rennen gewonnen, viermal mit mindestens einem Doppelsieg. Aber es ist erst Saisonhalbzeit und noch liegen fünf Rennwochenenden mit zehn weiteren Rennen vor dem Team. Weiter geht es am 11. und 12. August beim Heimrennen von Spitzenreiter Gary in Brands Hatch.

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