Nürburgring: Analyse

Wundervolle Berge, grüne Wälder und ein ständiges Auf und Ab: Die Eifel begeistert nicht nur DTM-Fans aus aller Welt. Lucas Auer kennt solche Landschaften aus seiner österreichischen Heimat. Vielleicht liegt es daran, dass sich zwischen dem Mercedes-AMG DTM-Piloten und dem Nürburgring (auf dem er 2015 seine erste Pole Position in der DTM einfuhr) eine ganz besondere Liebesbeziehung entwickelt hat. Am siebten Rennwochenende der DTM-Saison 2016 wurden 72.500 Zuschauer Zeuge dieser besonderen Beziehung zwischen dem Österreicher und der Eifel.

Rennen 2: Podium für Geburtstagskind Lucas Auer

Diesen 22. Geburtstag wird Lucas Auer so schnell nicht vergessen. Viertes Qualifying auf dem Nürburgring, dritte Bestzeit und ein zweiter Platz im Rennen: 'Das ist ein schönes Geburtstagsgeschenk für mich.' Wobei, geschenkt bekam Auer im zweiten Rennen auf dem Nürburgring nichts. Ganz im Gegenteil: Er musste schwer für seinen zweiten Podestplatz in dieser Saison kämpfen.

'Am Anfang musste ich mich enorm gegen die BMW zur Wehr setzen', schildert Auer. 'Ich habe alles gegeben und bin vorne geblieben. Danach konnte ich sogar einen kleinen Vorsprung auf Marco Wittmann herausfahren und dachte, dass das reichen würde.' Bis wenige Runden vor Rennende lag Auer so in Führung. Doch dann schlug Edoardo Mortara zu: 'Er kam mit frischen Reifen angeflogen - dagegen hatte ich keine Chance', gesteht Auer. 'Trotzdem bin ich mit dem zweiten Platz happy. Das ist super für unser Team.'

Von Mercedes-AMG DTM Teamchef Ulrich Fritz gab es ein ausdrückliches Lob für den Tiroler: 'Das war eine starke Leistung von Lucas. Er hat heute einen super Job gemacht. Am Ende war Edoardo Mortara auf frischeren Reifen und einfach schneller.'

Gary Paffett und Daniel Juncadella sorgten mit den Plätzen sieben und neun für einen relativ versöhnlichen Abschluss des Nürburgring-Wochenendes. 'Das war heute ein besserer Tag als gestern', sagte der Brite. 'Es lief für mich richtig gut und ich lag auf Kurs zu Platz vier oder fünf. Dann kam Jamie Green leider aus der Box und griff mich von zu weit hinten an. Er drehte mich um und das kostete mich zwei oder drei Plätze. Platz sieben ist angesichts der Umstände ein gutes Ergebnis. Es wäre aber mehr drin gewesen.'

Rennen 1: Paul Di Resta erkämpft wertvolle Punkte

Schon der Samstag stand zunächst ganz im Zeichen von Lucas Auer. Denn bereits im 1. Qualifying in der Eifel fuhr der Österreicher die schnellste Rundenzeit. Aufgrund seiner dritten Verwarnung in dieser Saison beim vorherigen Rennen in Moskau erhielt er jedoch eine Zurückversetzung um fünf Startplätze. So nahm er sein 30. DTM-Rennen von Position sechs in Angriff.

'Leider habe ich den Start nicht richtig hinbekommen', sagte Auer hinterher. 'Wenn der Start nicht ganz klappt, ist es ein Desaster auf der ersten Runde.' Am Ende kreuzte er die Ziellinie einen Platz hinter seinem Markenkollegen Paul Di Resta auf Position sieben. Der Schotte war mit diesem ordentlichen Ergebnis zufrieden.

'Angesichts der Zusatzgewichte ist P6 ein gutes Ergebnis', betonte Di Resta. 'Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir heute mit stumpfen Waffen gekämpft haben', erklärt Mercedes-AMG DTM Teamchef Ulrich Fritz. 'Das Zusatzgewicht, das wir nach dem Qualifying erhalten haben, war schlicht zu viel, um im Rennen etwas auszurichten.'

Den Beweis liefert ein Blick in die Statistiken: Im ersten Rennen waren die acht Mercedes-AMG C 63 DTM mit 1.130 kg klar die schwersten Fahrzeuge im Feld. Zum Vergleich: Die Audis wogen 1.115 kg (15 kg leichter) und die BMW 1.117,5 kg (12,5 kg leichter).

Im zweiten Rennen fiel der Gewichtsunterschied sogar noch größer aus: Die Mercedes-AMG C 63 DTM waren mit 1.135 kg noch einmal fünf Kilogramm schwerer als am Samstag. Während das Gewicht der BMW gleich blieb, durfte Audi sogar noch einmal fünf Kilogramm herausnehmen und war somit im Sonntagsrennen mit 1.110 kg 20 Kilo leichter als die Mercedes-Fahrzeuge, die nur fünf Kilogramm unter dem Maximalgewicht von 1.140 kg lagen.

DTM-Gesamtwertung: Rückschlag im Titelkampf für Wickens und Di Resta

Mit Blick auf die Gesamtwertung brachte das drittletzte Rennwochenende der Saison dem Mercedes-AMG DTM Team kein Glück. 'Insgesamt können wir mit dem Wochenende natürlich nicht zufrieden sein', sagt Ulrich Fritz. 'In Sachen Meisterschaft haben wir einen herben Rückschlag erlebt. Aber es sind noch vier Rennen und damit 100 Punkte zu vergeben.'

Vor den letzten vier Saisonläufen in Budapest und Hockenheim liegt Robert Wickens mit 120 Punkten auf Rang drei der Gesamtwertung. Der Abstand auf den Führenden Marco Wittmann (BMW) beträgt 50 Punkte. Paul Di Resta belegt mit 70 Punkten Rückstand Platz fünf. Während der Kanadier im ersten Rennen eine kleine Schadensbegrenzung mit Platz neun betreiben konnte, blieb er im zweiten Lauf am Sonntag ohne Punkte.

'Das war leider ein Wochenende zum Vergessen für mich', gibt Wickens zu. 'Meine Performance müssen wir jetzt genau analysieren, um dann in Budapest wieder stärker abzuschneiden. Ich hatte heute im Rennen nicht die Pace, um in die Punkte zu fahren. Jetzt heißt es in Budapest wieder neu anzugreifen.'

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