Zandvoort: Analyse

Die DTM lebt von Emotionen. Von Höhen und Tiefen, unerwarteten Überraschungen, umjubelten Triumphen und gnadenlosen Tiefschlägen. Das fünfte Rennwochenende der Saison in Zandvoort bot für das Mercedes-AMG DTM Team die gesamte emotionale Bandbreite: Grenzenlosen Jubel, starke Mannschaftsergebnisse, spektakuläre Überholmanöver und einen doppelten Schlag in die Magengrube zum Abschluss des Wochenendes. Aber der Reihe nach...

Rennen 1: Souveräner Sieg von Robert Wickens

Zunächst sah es nach einem erfolgreichen Wochenende auf ganzer Linie aus. Als Robert Wickens am Samstagabend aus dem Cockpit seines SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG C 63 DTM kletterte, konnte er sich ein breites Grinsen unter seinem Helm nicht verkneifen. 'In der Vergangenheit hatte ich hier nicht besonders viel Glück', erinnerte sich Robert zurück. 'Aber das gesamte Team hat großartige Arbeit geleistet und gemeinsam haben wir meinen ersten Saisonsieg eingefahren. Das Auto war einfach fantastisch.'

So einfach wie sein souveräner Start-/Ziel-Sieg ausgesehen haben mag, war es jedoch bei Leibe nicht. 'Es sah vielleicht so aus, aber das war es ganz sicher nicht', betonte der Kanadier. 'Ich habe versucht, die Reifen zu schonen, falls es noch eine Safety Car-Phase geben sollte.' Am Ende konnte ihn aber niemand mehr einbremsen und Wickens sicherte sich seinen vierten DTM-Sieg.

Eine ähnliche Erlösung wie Wickens erlebte Christian Vietoris. Nach dem enttäuschenden Wochenende auf dem Norisring fuhr Vietoris in Zandvoort endlich seinen ersten Podestplatz in diesem Jahr ein. 'Darauf habe ich lange gewartet', sagte er. 'Ich war schon am Lausitzring und am Norisring stark. Jetzt bin ich froh, dass wir die gute Startposition hier in Punkte umsetzen konnten.'

Vietoris hatte sogar Marco Wittmann vor sich im Visier, um noch einen Platz weiter oben auf dem Podium zu stehen. 'Ich war in den Kurven schneller als er', so Vietoris. 'Leider kam ich auf der Geraden nicht an ihm vorbei. Ich habe alles versucht, aber keine Möglichkeit gefunden. Die Strecke ist neben der Ideallinie extrem sandig. Wenn man dort fährt, braucht man ein, zwei Runden, um die Reifen wieder sauber zu bekommen.'

Das gute Mannschaftsergebnis rundeten Gary Paffett auf Rang vier sowie Daniel Juncadella und Esteban Ocon auf den Plätzen acht und neun ab. Für Juncadella und Ocon waren es die ersten Punkte in dieser Saison - für den Franzosen sogar die ersten in seiner noch jungen DTM-Karriere. 'Ein souveräner Start-/Ziel-Sieg von Robert und eine starke Mannschaftsleistung mit fünf Mercedes-AMG C 63 in den Top-10. So wünscht man sich das natürlich', kommentierte Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz. 'Besonders freut mich, dass Dani und Esteban heute ihre ersten Punkte eingefahren haben. Das haben sich beide wirklich verdient.'

Rennen 2: Doppeltes Pech in der Schlussphase

Es hätte ein nahezu perfektes Wochenende für Robert Wickens werden können. Pole, Sieg und schnellste Rennrunde im ersten Lauf am Samstag, Platz zwei und die Meisterschaftsführung im zweiten Rennen am Sonntag. Doch am Ende war das Glück einfach nicht auf seiner Seite.

Das Unheil nahm in Runde 35 seinen Lauf. Wickens lag vor seinen beiden Mercedes-AMG DTM-Teamkollegen Gary Paffett und Christian Vietoris auf dem zweiten Platz. Dann kam der Kanadier plötzlich von der Strecke ab - Reifenschaden! Robert schleppte sein angeschlagenes Fahrzeug zurück an die Box und sah nach dem ungeplanten Reifenwechsel auch die Zielflagge. Allerdings verlor er als 16. jedwede Chance auf Punkte.

'Mir fehlen ein bisschen die Worte', war Robert selbst einige Minuten nach Rennende noch etwas geschockt. 'Im ersten Stint sah ich sehr stark aus und konnte Jamie sogar angreifen. Ich entschied mich jedoch dazu, nicht zu viel zu riskieren', erklärte er. 'Der Reifenschaden kurz vor Schluss war dann ein harter Schlag für mich. Wir haben an diesem Wochenende super Arbeit geleistet und hätten diese Punkte verdient gehabt.'

Aber es kam noch schlimmer: Fast zeitgleich zum Reifenschaden von Wickens ereilte Vietoris das gleiche Schicksal. 'Bis dahin war es wieder ein guter Tag', sagte Vietoris, der das Rennen nicht beenden konnte. 'Das Team hat erneut super Arbeit abgeliefert und unser Auto war das ganze Wochenende über das schnellste im Feld. Schade, dass wir daraus wieder nicht genügend Punkte machen konnten.'

Auch Teamchef Ulrich Fritz saß der Schreck der Schlussrunden in den Gliedern. 'So sehr es mich für Gary freut, dass er auf P2 gefahren ist - das Ende des Rennen war natürlich eine riesige Enttäuschung für uns', bestätigte er. 'Robert auf der zweiten Position mit einem Reifenschaden in die Box holen zu müssen und dann das Rennen auf P16 zu beenden und dann auch noch Chris auf P3 mit demselben Defekt zu verlieren, ist einfach nur bitter. Für das gesamte Team ist das ein harter Schlag, aber wir werden alles versuchen, um in Moskau wieder zurückzuschlagen.'

Für die positiven Schlagzeilen des Tages mussten demnach andere sorgen. Lucas Auer ließ sich das nicht zweimal sagen und zeigte ein spektakuläres Manöver gegen BMW-Pilot Martin Tomczyk. 'Das war sicher eines der besten in meiner bisherigen Karriere', schwärmte Auer. 'So macht Racing Spaß.' Was war passiert? Auer lag hinter Tomczyk auf Position elf. In Runde 30 griff er den BMW-Fahrer in der ersten Kurve an und driftete unter dem Jubel der Fans und seiner Crew außen herum an seinem Konkurrenten vorbei. 'Zeig uns mehr davon!', feuerte ihn seine Mannschaft im Boxenfunk an.

Jubel im Boxenfunk gab es auch bei der Zieldurchfahrt von Gary Paffett. Der Champion von 2005 beendete auf dem Dünenkurs von Zandvoort, auf dem er in der Vergangenheit schon dreimal gewonnen hat, seine podiumslose Durststrecke in dieser Saison. 'Das war ein großartiges Wochenende für mich, eindeutig das beste in diesem Jahr bislang', sagte Gary nach seinem zweiten Platz. 'Mein Auto war absolut fantastisch. Wenn uns das in Moskau erneut gelingt, haben wir die Chance auf weitere Podestplätze. Bisher war es in dieser Saison ein Auf und Ab. Aber die Meisterschaft ist noch offen und es ist weiter alles drin.'

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