Back
Back
Spektakuläre Fahrzeuge und Auktionen, die Neuvorstellung einer atemberaubenden Studie, edle Raritäten: Die Monterey Car Week ist das exklusivste Klassiker-Treffen der Welt.

Das exklusivste Klassiker-Treffen der Welt: Monterey Car Week 2016.

Das exklusivste Klassiker-Treffen der Welt, die Monterey Car Week in Pebble Beach, bietet spektakuläre Fahrzeuge und edle Raritäten.

Text: Helge Bendl
Fotos: Royce Rumsey

AMG S 63 Cabriolet:

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 10,4 l/100 km;

CO₂-Emissionen kombiniert: 244 g/km.*

  • Das exklusivste Klassiker-Treffen der Welt: Monterey Car Week 2016.

  • Exklusivstes Klassiker-Event der Welt.

    Zauberhaft ist es schon früh am Morgen. Wenn sich der Vorhang der Nacht von der Landschaft hebt, sieht man im fahlen Licht der Dämmerung den glänzenden Lack edler Klassiker. Motoren tuckern, brummen und heulen, bis jeder Wagen am richtigen Platz steht. Die Spannung ist mit Händen zu greifen: Gleich werden Experten das Feld betreten, um die Wagen zu beurteilen. Die Sachverständigen mit ihren Panamahüten sind freundlich, aber unerbittlich. Penibel prüfen sie die Fahrzeuge. Nur rundum perfekte haben die Chance auf eine Auszeichnung.

    Ihr Schmuckstück hier ausstellen zu dürfen ist für Sammler der ultimative Ritterschlag: Der Concours d’Elegance von Pebble Beach gilt als der exklusivste Klassiker-Event der Welt.

    Viele Monate, manchmal sogar etliche Jahre haben die Besitzer der kostbaren Automobile auf diesen Tag hingearbeitet. Sie haben viel Zeit und viel Geld in ihre rollenden Schätze investiert.

    Aaron und Valerie Weiss zeigen ihr 290 Cabriolet A von 1936, das nach einer aufwändigen Restaurierung wieder so aussieht, als habe es erst gestern die Fabrik verlassen.
    Ein rollendes Statement ist auch das 1937 gebaute 540 K Cabriolet A.

    Edle Teile mit Stern.

    Viele Fahrzeuge mit Mercedes-Stern ziehen Bewunderer an. Aaron und Valerie Weiss zeigen ihr 290 Cabriolet A von 1936, das nach einer aufwendigen Restaurierung wieder so aussieht, als habe es erst gestern die Fabrik verlassen. Die auffällige zweifarbige Lackierung und der mit viel Liebe zum Detail zum Glänzen gebrachte Chrom bringen die elegante Linienführung der Werkskarosserie perfekt zur Geltung.

    Ein rollendes Statement ist auch das 1937 gebaute 540 K Cabriolet A. Das einst als „Auto für den Connaisseur“ gepriesene Achtzylinder-Modell war in den 30er-Jahren der Maßstab für Leistung und Komfort.

    Rarität: 300 SL Aluminium-Gullwing.

    Unter den klassischen Sportwagen auf dem Grün des Golfplatzes sticht ein 300 SL von 1956 heraus. Das Flügeltüren-Coupé hat wie bei der Auslieferung wieder Elfenbeinlack und rote Gabardinepolsterung sowie den Reihensechszylinder mit der für den Renneinsatz optimierten Übersetzung. Es wurde vor Jahren als Wrack aufgestöbert. Nun erneut restauriert, ist es einer der seltenen Leichtmetall-Gullwings, von denen nur 29 gebaut wurden.

    Unter den klassischen Sportwagen auf dem Grün des Golfplatzes sticht ein 300 SL Flügeltürer von 1956 heraus.
    Aus einer exquisiten Kollektion stammt ein 1911 vom Unternehmer Samuel P. Colt bestellter Mercedes 38/70 PS, dessen Aufbau sieben Passagieren Platz bietet.

    Veteranen auf dem Feld.

    Die Veteranen auf dem Feld sind zwar nicht so schnell wie ein SL, haben aber oft eine bewegte Geschichte. Aus einer exquisiten Kollektion stammt ein 1911 vom Unternehmer Samuel P. Colt bestellter Mercedes 38/70 PS, dessen Aufbau sieben Passagieren Platz bietet. Colt wollte den Wagen für eine Grand Tour quer durch Europa nutzen. Nach der Reise wurde der Wagen im Ersten Weltkrieg aber von der französischen Armee konfisziert und fand so erst in den 20er-Jahren den Weg an den Colt’schen Familiensitz in Rhode Island. Nach einem Brand waren 12.000 Arbeitsstunden nötig, um den Wagen wieder in den Originalzustand zurückzuversetzen.

    Veteranen auf dem Feld.

    Die Veteranen auf dem Feld sind zwar nicht so schnell wie ein SL, haben aber oft eine bewegte Geschichte. Aus einer exquisiten Kollektion stammt ein 1911 vom Unternehmer Samuel P. Colt bestellter Mercedes 38/70 PS, dessen Aufbau sieben Passagieren Platz bietet. Colt wollte den Wagen für eine Grand Tour quer durch Europa nutzen. Nach der Reise wurde der Wagen im Ersten Weltkrieg aber von der französischen Armee konfisziert und fand so erst in den 20er-Jahren den Weg an den Colt’schen Familiensitz in Rhode Island. Nach einem Brand waren 12.000 Arbeitsstunden nötig, um den Wagen wieder in den Originalzustand zurückzuversetzen.

    Aus einer exquisiten Kollektion stammt ein 1911 vom Unternehmer Samuel P. Colt bestellter Mercedes 38/70 PS, dessen Aufbau sieben Passagieren Platz bietet.

    Zehn Mal teurer als ein Model T.

    Durchs Feuer gegangen ist auch Gerhard Schnuerer. Die Beurteiler des Concours bitten ihn, den Motor seines Benz 28/50 PS anzulassen. Der läuft wieder so rund wie anno dazumal. Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit: Vor einiger Zeit überhitzte auch der Vierzylinder dieses Veteranen bei einer Ausfahrt, Flammen züngelten. Nach zweijähriger Restaurierung ist der Wagen wieder fahrbereit. Das rollende Chassis bestellt hatte ursprünglich der Eisenbahnmagnat Charles M. Hayes. „Das Fahrgestell kam im Jahr 1911 in die USA. In New York wurde dann ein Tourenwagen-Aufbau gefertigt“, weiß Gerhard Schnuerer. Er hat auch die Preise jener Zeit verglichen: „Das Fahrzeug war damals mehr als zehn Mal so teuer wie ein Ford Model T.“

    Den Benz 28/50 PS hatte ursprünglich der Eisenbahnmagnat Charles M. Hayes bestellt.

    Hayes konnte die Jungfernfahrt mit seinem sehr repräsentativen Automobil allerdings nicht mehr genießen: „Er war an Bord des Dampfers Titanic und hat dessen Kollision mit dem Eisberg nicht überlebt.“

    Ein Maybach DS 8 Zeppelin Cabriolet F, Baujahr 1934, wirkt, als könne es jedes Hindernis aus dem Weg räumen.
    Der Vision Mercedes-Maybach 6 verspricht ultimativen Luxus für die nächste Epoche der Mobilität.

    Maybach: Zukunft trifft Vergangenheit.

    Ein Maybach DS 8 Zeppelin Cabriolet F, Baujahr 1934, wirkt, als könne es jedes Hindernis aus dem Weg räumen. Der imposante Zwölfzylinder mit acht Litern Hubraum und einem Aufbau von Spohn kommt aus der Sammlung von Mercedes-Benz Classic in Stuttgart. Passend dazu wird ein Showcar präsentiert, das ultimativen Luxus für die nächste Epoche der Mobilität verspricht: Der Vision Mercedes-Maybach 6 zieht erst in der Star Lounge von Mercedes-Benz, später dann für alle sichtbar auf dem Putting Green alle Blicke auf sich.

    Die Monterey Car Week auf der kalifornischen Halbinsel ist ein Pflichttermin für Enthusiasten aus Amerika. Aber auch Gäste aus aller Welt reisen für die Events an die Pazifikküste zwei Stunden südlich von San Francisco.

    Die Pagode, der Mercedes-Benz 280 SL W 113, erntet viel Bewunderung.

    Dutzende Klassiker: Tour d’Elegance.

    Bei der Pebble Beach Concours d’Elegance rollen Dutzende Klassiker durch das Städtchen Carmel, angeführt von Rennsportlegende Sir Stirling Moss in einem 300 SL „Gullwing“.

    Auch der Mercedes-Benz Club of America kommt zur Car Week nach Kalifornien. „Unsere Mitglieder stellen dieses Jahr 90 Fahrzeuge aus“, erzählt Allen Stephens, Chairman für „Legends of the Autobahn“. Besucher versammeln sich vor allem vor den offenen Wagen: Die Pagoden von Amy McKenna aus Pennsylvania und Chuck Stanford aus Arizona ernten viel Bewunderung.

    Unter dem Hammer.

    Ob man nun mitbietet oder nur zuschaut: Legendär ist bei der Monterey Car Week die Stimmung bei den Versteigerungen. Denn nirgendwo sonst auf der Welt kommen innerhalb weniger Tage derart viele hochklassige Fahrzeuge unter den Hammer – dieses Jahr Wagen im Gesamtwert von knapp 345 Millionen US-Dollar.

    Hohe Preise erzielen die legendären Klassiker aus Deutschland. Bei der Auktion von Bonham’s wechselt ein 1904 gebauter Mercedes-Simplex 28/32 PS, den man schon oft beim legendären London-Brighton-Rennen sehen konnte, für 2,8 Millionen Dollar den Besitzer.

    Ob man nun mitbietet oder nur zuschaut: Legendär ist bei der Monterey Car Week die Stimmung bei den Versteigerungen.

    Schnäppchen gibt es aber auch: Ein 560 SL Baujahr 1989 wird für wenig mehr als 15.000 Dollar versteigert. Um am eigenen Leib zu erfahren, wie viel Freude es bereiten kann, mit einem Mercedes-Oldtimer oder Youngtimer unterwegs zu sein, muss man also kein Millionär sein.

    Bildergalerie.

    Video.

    Verwandte Themen.