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  • Bis heute gilt der Mercedes-Benz SL der Pagoden-Baureihe als einer der elegantesten Roadster – nicht nur aus dem Hause Daimler.
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    Mercedes-Benz 280 Pagoden-SL.

    Der Letzte seiner Art.

Großes Finale.

Rund 40 Jahre nach seiner Geburt kommt der sandbeigefarbene Mercedes-Benz 280 SL wieder zurück in seine Heimat. Der letzte je produzierte Pagoden-SL war zwischen den Dekaden viel unterwegs – jetzt strahlt er in neuem Glanz.


Der Mercedes-Benz 280 SL aus dem Baujahr 1971 macht auch mit geschlossenem Stoffdach eine exzellente Figur. Perfekt genießen lässt er sich jedoch ausschließlich offen.

Der Mercedes-Benz 280 SL aus dem Baujahr 1971 macht auch mit geschlossenem Stoffdach eine exzellente Figur. Perfekt genießen lässt er sich jedoch ausschließlich offen.


Das Cockpit des 280 SL ist beeindruckend schön, ohne verspielt zu sein. Leder, Chrom und Holz – in einer perfekten Symbiose.

Das Cockpit des 280 SL ist beeindruckend schön, ohne verspielt zu sein. Leder, Chrom und Holz – in einer perfekten Symbiose.


Die gülden schimmernde Pagode.

Kaum ein Mercedes-Benz SL hat eine treuere Fangemeinde als die Baureihe W 113. Das in seiner Form an eine Pagode erinnernde Hardtop hat dem offenen Spaßmacher seinen Namen gegeben und wie alle SL-Baureihen wurde auch er über die Jahre zur fahrenden Legende. Die Farbkombination aus sandbeigemetallic (Farbcode 467) außen und MB-Tex in Cognac (Farbcode 140) innen macht ihn nicht einzigartig, aber so lässig wie kaum einen anderen.


Luxussportwagen in einer Zeit des Umbruchs.

Mehr denn je ist der Pagoden-SL Zeugnis einer Zeit, als sich die Autoindustrie neu erfinden musste. Der zunehmend wichtige Umweltschutz und die beginnende Ölpreiskrise rüttelten die Weltwirtschaft auf, der Vietnamkrieg beherrschte nicht nur die USA und die 68er-Bewegung stellte das Establishment weltweit in Frage.


Es gab leichtere Zeiten für die Autoindustrie als die späten 1960er / frühen 1970er Jahre – gerade für einen Luxusroadster wie den Mercedes-Benz SL, der mit betont nüchternen Formen die schwere Nachfolge von 190 SL und 300 SL antreten musste, und trotz aller Widrigkeiten ein Bestseller wurde.


Der 2,8 Liter große Reihensechszylinder mit seinen 125 kW / 170 PS ist auch nach heutigen Maßstäben eine Idealbesetzung für den offenen 280er.

Der 2,8 Liter große Reihensechszylinder mit seinen 125 kW / 170 PS ist auch nach heutigen Maßstäben eine Idealbesetzung für den offenen 280er.


Erfolgsmodell.

Dem gülden schimmernden Roadster ist die schwere Last nicht einmal auf den zweiten Blick anzusehen. Dass er zu einem Erfolgsmodell wurde, das sich zwischen 1963 und 1971 fast 49.000-mal verkaufte, erklärt sich aus seinem Design mit klassischen und avantgardistischen Elementen, seinen kraftvollen Sechszylindermotoren und einer Sicherheitsausstattung, die ihresgleichen suchte. Nachdem der Mercedes-Benz 280 SL der Baureihe W 113 am 15. März 1971 die Produktionshallen in Sindelfingen verließ, konnte er die bundesdeutsche Luft nur sehr kurz genießen.


Kind der 60er Jahre.

Wie viele der damaligen SL-Modelle verließ er die alte Welt per Schiff Richtung Vereinigte Staaten von Amerika. Er war der letzte Mercedes-Benz SL seiner Art, der die Produktionslinie verließ, ehe die Baureihe im Frühjahr 1971 vom legendären R 107 abgelöst wurde. Nicht nur vom Design ist der 1963 eingeführte Mercedes-Benz SL ein typisches Kind der 1960er Jahre. Technisch lehnt er sich an die deutlich längeren Limousinen, Coupés und Cabriolets der Baureihe W 111 an, die dem Jahrzehnt bis heute ihren Sternen-Stempel aufdrückten.


Blick zurück. Das Mercedes-Benz Museum perfekt in Szene gesetzt im rechten Außenspiegel des Mercedes-Benz 280 SL von 1971.

Blick zurück. Das Mercedes-Benz Museum perfekt in Szene gesetzt im rechten Außenspiegel des Mercedes-Benz 280 SL von 1971.


Die offene Pagode ist der perfekte Cruiser; doch 125 kW / 170 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Nm waren Garant für sportliche Fahrleistungen und bis zu 200 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Die offene Pagode ist der perfekte Cruiser; doch 125 kW / 170 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Nm waren Garant für sportliche Fahrleistungen und bis zu 200 km/h Höchstgeschwindigkeit.


USA-Ausführung.

Wie die Datenkarte verrät, war die Ausstattung des Mercedes-Benz 280 SL mit der Fahrgestellnummer 113.044-10-023885 nach amerikanischen Maßstäben dabei wenig opulent. Servolenkung, linken Außenspiegel und Kokosmatten hatten die meisten SL-Versionen ohnehin. Amerika-typisch gab es für ihn jedoch Stoßfänger mit Hörnern, eine generelle US-Ausführung inklusive englischer Instrumente sowie Weißwandreifen, Hardtop mit beheizter Heckscheibe und das beliebte Radio Europa – natürlich in der USA-Ausführung.


Die letzte Pagode.

Die Jahrzehnte setzten dem Roadster sehr zu und als das Mercedes-Benz Classic Center den Wagen im Jahr 2010 erwarb, wusste zunächst niemand, dass es sich um die Pagode mit der letzten für diesen Typ vergebenen Fahrgestellnummer handelte.


Perfekte Aussicht auf das Cockpit der Baureihe W 113 mit der charakterstarken Innenfarbe Cognac.

Perfekte Aussicht auf das Cockpit der Baureihe W 113 mit der charakterstarken Innenfarbe Cognac.


Die Außenfarbe Sandbeigemetallic steht dem SL ausgezeichnet.

Die Außenfarbe Sandbeigemetallic steht dem SL ausgezeichnet.


Komplett-Restaurierung.

Fest stand dagegen, dass der mäßige Zustand eine komplette Restaurierung nötig machte und der Motor fast 40 Jahre nach der Auslieferung in einem solch schlechten Zustand war, dass man ihn komplett ersetzen musste. Damit nicht irgendein 280er-Triebwerk dem charismatischen Reihensechszylinderklang unter die Haube implantiert wurde, fanden die Classic-Verantwortlichen ein Triebwerk, das standesgemäßer kaum sein konnte.


Originaler Mercedes-Benz Tauschmotor.

„Bei dem Motor handelt es sich um einen originalen Mercedes-Benz Tauschmotor, der im Werk neu aufgebaut wurde.“, erklärt Patrik Gottwick, Leiter des Fahrzeughandels ALL TIME STARS von Mercedes-Benz Classic.


„Früher hat man sich fertige Motoren genau für solche Fälle ins Lager gelegt. Darauf konnten wir hierbei zurückgreifen.“ So arbeitet im Vorderwagen des Mercedes-Benz 280 SL der bekannte Reihensechszylinder mit seinen 125 kW / 170 PS und einem maximalen Drehmoment von 240 Nm.


Perfekte Aussicht auf das Cockpit der Baureihe W 113 mit der charakterstarken Innenfarbe Cognac.

Suchtpotenzial.

Mehr Spaß denn je bereitet dieses drehfreudige Triebwerk in Verbindung mit der manuellen Viergangschaltung, die den Zweisitzer bis zu 200 km/h schnell macht. Nach der erfolgreichen Restaurierung bietet der 280er nicht nur wegen seiner extravaganten Farbkombination sandbeigemetallic außen / Cognac innen in Verbindung mit einem braunen Stoffdach echtes Suchtpotenzial. Das M-130-Triebwerk passt perfekt zu dem knapp 1,5 Tonnen schweren Roadster und gibt ihm eine entspannte Dynamik, die seinerzeit ihresgleichen suchte.


Luxus-Sportwagen mit hohem Alltagsnutzen.

Dabei bot und bietet die Pagode bis heute einen Alltagsnutzen, der erklärt, weshalb der Luxus-Sportwagen nicht nur in den USA zu einem absoluten Bestseller wurde und insbesondere den Sonnenstaat Kalifornien eroberte. Gestern wie heute ist der Mercedes-Benz der Baureihe W 113 ein cooler Begleiter für alle Tage, der sich beim Weg ins Büro genauso lässig präsentiert wie bei einer Ausfahrt am Wochenende. Wenn das Wetter einmal nicht passen sollte, werden die Insassen von dem Stoffdach oder zur kalten Jahreszeit dem seinerzeit optionalen Coupédach (Ausstattungscode 416) geschützt, das dem 4,28 Meter langen SL nicht nur seinen Beinamen, sondern einen ganz eigenen Charakter gibt.


Seine amerikanische Abstammung sieht man der letzten je gebauten Mercedes-Benz Pagode nach der Restaurierung nicht mehr an.

Seine amerikanische Abstammung sieht man der letzten je gebauten Mercedes-Benz Pagode nach der Restaurierung nicht mehr an.