Back
Back

Episode 1: „Berthas großes Abenteuer“.

Carl Benz erfindet 1886 eine Maschine, wie sie die Welt noch nie gesehen hat: das Automobil. Zwei Jahre später wagt seine Frau damit die erste Fernfahrt. Es ist eine rund 100 Kilometer lange Reise, geprägt vom festen Vertrauen in den Patent-Motorwagen. Sie wird zum Aufbruch in die Zukunft der Mobilität. Und ihr Echo reicht bis hin zum autonomen Fahren.

Volles Vertrauen ins Automobil: Bertha Benz fährt 1888 mit ihren Söhnen mit dem Patent-Motorwagen von Mannheim nach Pforzheim.

Die erste Fernfahrt der Automobilgeschichte.

Volles Vertrauen ins Automobil: Bertha Benz fährt 1888 mit ihren Söhnen mit dem Patent-Motorwagen von Mannheim nach Pforzheim. Vertrauen ist an diesem frühen Sommermorgen wichtiger als Benzin.

Denn Benzin gibt es in der Apotheke, Bremsbeläge beim Schuhmacher, eine verstopfte Benzinleitung lässt sich mit der eigenen Hutnadel reinigen, und auf den zu steilen Passagen schieben eben die Beifahrer ein Stück.

Bertha Benz.

Aber das starke und ganz grundsätzliche Vertrauen in diese neue Maschine, das muss die Fahrerin selbst mitbringen. Es ist niemand anderes als Bertha Benz, geborene Ringer, die Ehefrau des Automobil-Erfinders Carl Benz.

Das Brautpaar Bertha Ringer und Carl Benz im Jahr 1870.
2013 fährt die Mercedes-Benz S-Klasse S 500 INTELLIGENT DRIVE weitgehend autonom auf der Bertha Benz-Route von 1888.

Von Mannheim nach Pforzheim.

An einem Augustmorgen 1888 unternimmt sie die erste Fernfahrt der Automobilgeschichte: rund 100 Kilometer weit – von ihrem Wohnort Mannheim nach Pforzheim, ihrem Geburtsort.

Vertrauen in die neue Technologie.

Diese Fahrt hinterlässt Spuren. 125 Jahre später, im August 2013: Der Mercedes-Benz S 500 INTELLIGENT DRIVE fährt weitgehend autonom durch Überland- und Stadtverkehr – ebenfalls von Mannheim nach Pforzheim.

Auf den ersten Blick verbindet die visionäre Luxuslimousine wenig mit dem dreirädrigen ersten Automobil der Geschichte. Doch beide Fahrzeuge werden vom selben Wert angetrieben: vom Vertrauen in eine neue Technik, die Mobilität und Lebensqualität maßgeblich verändern wird. So schafft Mercedes-Benz im Jahr 2013 die autonome Fahrt durch den Alltagsverkehr als erster Autohersteller der Welt – und zwar mit seriennaher Technik.

Auf den Spuren von Bertha Benz: Der Mercedes-Benz S 500 INTELLIGENT DRIVE demonstriert im September 2013 das autonome Fahren.

Mercedes-Benz E-Klasse: mit zahlreichen Lösungen des teilautomatisierten Fahrens.

Zahlreiche Lösungen zum teilautomatisierten Fahren sind bereits in den Serienfahrzeugen von Mercedes-Benz angekommen, etwa in der neuen E-Klasse: Beispielsweise Fahrassistenzsysteme wie DRIVE PILOT, Ausweich-Lenk-Assistent, Aktiver Brems-Assistent mit Fußgängererkennung, Remote Park-Pilot, Aktiver Spurwechselassistent und Car-to-X-Kommunikation.

Forschungsfahrzeug Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion: zeigt die Zukunft des autonomen Fahrens.

Die Zukunft des autonomen Fahrens.

Diese Systeme perfektionieren die Mercedes-Benz Vision vom unfallfreien Fahren und ebnen zugleich den Weg in Richtung Zukunft. Das Forschungsfahrzeug F 015 Luxury in Motion zeigt, wie autonomes Fahren aussehen könnte.

Links: Die Geburtsurkunde des Automobils: Patentschrift von Carl Benz aus dem Jahr 1886, Titelseite.

Rechts: 1886 erhält Carl Benz unter der Nummer 37 435 das deutsche Patent auf sein Motorfahrzeug. Zeichnungen aus der Patentschrift.

Die Erfindung als Initialzündung.

Die Konstruktionen der Gründungsväter der Daimler AG legen die Grundlage für alle diese und künftige Entwicklungen. Im Jahr 1886 erfinden Carl Benz und Gottlieb Daimler unabhängig voneinander das Automobil: In Mannheim entsteht in der Werkstatt von Benz der Motorwagen, dessen Anmeldung zum Patent am 29. Januar 1886 als Geburtsstunde des Autos gilt.

In Stuttgart baut Daimler im gleichen Jahr seinen Motor in eine Kutsche ein – sein erstes Automobil entsteht.

Eine Kultur der kontinuierlichen Innovation.

Das Auto, auf dem Bertha und die ihre Söhne mit 1,5 PS (1,1 kW) aus einem Zylinder durch den Sommermorgen reisen, ist die Serienausführung des ersten Patent-Motorwagens. Das hochbeinige Fahrzeug ist das erste Beispiel für eine Kultur der kontinuierlichen Innovation: Es besitzt jetzt Holzräder statt Drahtspeichenräder – das macht es robuster gegenüber den schlechten Straßen. Und der zusätzliche Sitz über dem Vorderrad (mit Blickrichtung nach hinten) bietet genug Platz für einen dritten Passagier. Was der Vater und Ehemann wohl zur Fahrt seiner Familie sagen würde? Das wissen die drei Automobilisten nicht: Carl schläft zu Hause noch tief und fest, als seine Familie mit seinem Patent-Motorwagen aufbricht.

Der Benz Patent-Motorwagen im Straßenbild um 1890.
Frühe Tankstelle: Bertha Benz vor der Apotheke in Wiesloch, wo sie während ihrer Fernfahrt Benzin kauft.

Volles Vertrauen ins Automobil.

Navigation und Tanken, kleine Reparaturen unterwegs und der Umgang mit der innovativen Technik – das alles sind Aufgaben, die Bertha und ihre Söhne auf dem Weg zu lösen lernen. Auf dem Fundament ihres Vertrauens in das visionäre Fahrzeug lernen sie, ganz selbstverständlich damit umzugehen. Es ist genau dieser Prozess der vertrauensvollen Aneignung, mit dem Generationen von Autofahrern seither alle modernen Assistenzsysteme zu nutzen und zu schätzen gelernt haben.

Diese Route legte Bertha Benz mit ihren Söhnen zurück.

Diese Route legte Bertha Benz mit ihren Söhnen zurück.

Die Reise der Bertha Benz im August 1888 ist eine Fahrt, an die sich die Welt erinnert. Schon im Jahr 1900 richtet zum Beispiel der Rheinische Automobilclub eine Autofernfahrt auf den Spuren der Pionierin aus. Und 1988 folgt die „Bertha-Benz Gedächtnisfahrt“ mit 170 Oldtimern.

Heute gibt es eine Memorial-Route, die dem historischen Fahrweg folgt, sowie die regelmäßig stattfindende „Bertha Benz Fahrt“ für klassische Automobile. Das ist der Blick in die Geschichte, auf die Werte und Errungenschaften, die für das lebendige Erbe des ältesten Automobilherstellers der Welt stehen.

Aber wie würde Bertha Benz heute in die Zukunft schauen?

Sie würde die Innovationen des autonomen Fahrens sicherlich genießen, würde den neuen Möglichkeiten des Automobils voll und ganz vertrauen – so wie damals dem Patent-Motorwagen. Und statt ihrem Carl aus dem Postamt von unterwegs ein Telegramm zu schicken, hätte sie ihn einfach über die Kommunikationstechnik des Fahrzeugs in Echtzeit erreicht. Währenddessen unterstützt das Auto die Fahrerin in jeder Verkehrssituation.

Automobilpioniere: Bertha Benz an ihrem 90. Geburtstag im Jahr 1939 zusammen mit ihren Söhnen Richard (links) und Eugen.

Verwandte Themen.