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Episode 2: Lenken und lenken lassen.

Schon kurz nach der Erfindung des Automobils von Carl Benz und Gottlieb Daimler revolutioniert das Lenkrad das Steuern des Kraftwagens. Auch in heutigen Fahrzeugen ist es die eine wichtige Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Längst überträgt es nicht nur Lenkimpulse, sondern ist zudem ein vielseitiges Kommandoinstrument. Im autonom fahrenden Auto wird es dann zumindest zeitweise in den Hintergrund treten.

Das Lenkrad als Kommandozentrale.

Das ist eine absolut runde Sache: Alfred Vacheron benutzt 1894 beim ersten Automobilrennen der Welt, der Wettfahrt von Paris nach Rouen, als wahrscheinlich erster Autofahrer der Geschichte ein Lenkrad. Auf höchst zukunftsträchtige Weise steuert der Franzose seinen Panhard mit Daimler-Motor auf Platz 11 ins Ziel.

Als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ist das Lenkrad heute noch nicht aus dem Auto wegzudenken. Es dient der präzisen Übertragung von Steuerimpulsen an die Räder und ist gleichzeitig Kommandozentrale für eine Vielzahl von Systemen, von der Hupe über das sprachgesteuerte Navigationssystem und die Freisprechanlage bis zu Bordcomputer und Audio-Anlage.

Heute ergänzen Wischgesten und Tippbefehle den Knopfdruck: Erstmals führen berührungssensitive Touch Controls im Lenkrad der neuen E-Klasse die Funktionalität der gewohnten und vertrauten Lenkradtasten konsequent in die Zukunft. Die Kontrollfelder lassen sich so intuitiv und vielseitig bedienen wie das Display eines Smartphones – von der Auswahl der persönlichen Musik bis zum Befehl ans Auto, selbst einzuparken.

Das Lenkrad: Ein großer Schritt in die Zukunft.

Es geht auf dem Lenkrad also richtig rund. Davon träumen Autofahrer in den ersten Jahren nach 1894 nicht einmal. Aber für sie ist ja das Lenkrad selbst eine wichtige Erfindung und ein großer Schritt in die Zukunft. Vorher waren Autos nur mit einem Lenkhebel ausgestattet, der aussah aus wie die umgekehrte Steuerpinne eines Bootes, und er funktionierte auch ähnlich.

Im Vergleich dazu hat das Lenkrad zahlreiche Vorteile: Es lässt sich viel besser greifen und halten. Vor allem aber wird die Lenkbewegung der Räder aus der neutralen Mittelstellung bis zum Anschlag nun auf mehrere Umdrehungen der Lenksäule verteilt. Das macht die Steuerung mit einem Schlag viel präziser und erlaubt entsprechend höhere Fahrgeschwindigkeiten.

Als die Daimler-Motoren-Gesellschaft dann 1900 im ersten Mercedes auch noch die Lenksäule deutlich schräger stellt als je zuvor, wird das Volant (so heißt das Lenkrad in den ersten Jahren des Automobils) endgültig zur wohl wichtigsten Verbindung zwischen Fahrer und jenem Fahrzeug, das als erstes modernes Automobil überhaupt gilt. So wird die Bedienung des Autos ganz leicht, sodass die frühen Mercedes-Modelle ab 1902 sogar offiziell „Simplex“ genannt wurden – nach dem lateinischen Wort für „einfach“.

Wilhelm Maybach am Lenkhebel des Daimler Stahlradwagens, 1889.

Frühe Prinzipzeichnung: hydraulische Servolenkung von Mercedes-Benz.

Lenken wird präziser und leichter.

Schneller, stärker, größer: Die Entwicklung des Autos geht im 20. Jahrhundert rasant voran. Und mit der Leistung wächst auch das Lenkrad, um die Lenkkräfte weiterhin präzise zu übertragen. Sei es in den riesigen Mercedes-Benz Kompressorwagen, die Ende der 1920er Jahre die Rennstrecken Europas beherrschen, oder in den schweren Lastwagen mit dem Stern auf der lang gestreckten Motorhaube. Große Lenkräder sorgen hier für die notwendige große Hebelwirkung. Starke Leistung – starke Lenkkräfte? Das ändert sich 1958, als das Repräsentationsfahrzeug Mercedes-Benz 300 zum ersten Mal mit einer Servolenkung angeboten wird. Jetzt lässt sich die mächtige Limousine fast federleicht lenken. Das begeistert nicht nur die professionellen Chauffeure von Staatenlenkern und Unternehmenschefs, sondern auch alle anderen Fahrer. Und so hält dieses Assistenzsystem nach und nach Einzug in alle Fahrzeuge von Mercedes-Benz.

Bildergalerie.

Mercedes-Benz Intelligent Drive.

Die hydraulische Servolenkung ist ein erster Schritt, um den Fahrer aktiv beim sicheren Steuern und Fahren zu unterstützen. Im Lauf der Jahre kommen zahlreiche elektronische, unfallvermeidende Assistenzsysteme hinzu. Mercedes-Benz fasst sämtliche Komponenten und Systeme unter dem Begriff Intelligent Drive zusammen: Konsequent verfolgt die Marke die Vision des unfallfreien Fahrens.

 

Da ist der Schritt zum autonomen Fahren nur konsequent. Auf der Basis bestehender Systeme sowie mithilfe umfangreicher weiterer Entwicklungsarbeit erfolgt ein nächster Technologiesprung. Die ersten Schritte der Automatisierung sind bereits genommen.

Selbstlenkendes Auto: Mercedes-Benz Remote Park-Assistent in der E-Klasse.

Beispielsweise beim Einparken kann der Fahrer das Steuer vertrauensvoll dem Parkassistenten in die Hand geben. In der neuen E-Klasse bewegt der Remote Park-Assistent den Wagen sogar ferngesteuert in eine Lücke.

Diese Lösungen bereiten dem zukünftigen autonomen Fahren den Weg: Das Forschungsfahrzeug Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion macht es vor.