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Silvan Ernst

Familienschätze.

Silvan Ernst ist 23, er sammelt Mercedes-Benz Youngtimer der Baureihe 124. Mit Opas Auto fing die Leidenschaft an.

  • Familienschätze.

  • Ein 300 D – die schiere Vernunft.

    Der 300 D war immer da und wird immer bleiben. Opa kaufte ihn, die Eltern fuhren damit zur Hochzeit, jetzt pflegt und liebt ihn die dritte Generation der Familie. Für Silvan Ernst markiert die schlichte Limousine der Baureihe 124 den kleinen Anfang einer großen Sammlung – elf Mercedes-Benz Fahrzeuge stehen in der Garage. Nicht schlecht für einen, der gerade mal 23 Jahre alt ist.

    Mercedes-Benz 300 D.

    Am sparsamen Charme des 300 D, dessen einzige Extras ein Blaupunkt-Autoradio „Heilbronn“ und ein elektrisches Stahlschiebedach waren, hat sich auch mit dem Blick von heute nichts geändert, nur an dessen Bedeutung. Das Auto ist zu einer Geschichte geworden, die sein jüngster Besitzer gerade weiterschreibt.

    Silvan Ernst

    Ein Jahreswagen von 1991.

    „Mit Opas 300 D fing alles an. 1992 hat er ihn als Jahreswagen von einem Mercedes-Benz Mitarbeiter übernommen, die Übernahme war schon bei der Bestellung beschlossene Sache gewesen.“ Der Wagen war nicht einfach ein Gebrauchsauto, er war ein Wertgegenstand: Gerade einmal 105.000 Kilometer ist er bis heute gelaufen, für einen 300 D ist das gar nix.

    „Mein Opa Egon hätte lieber noch ein paar Extras mehr gehabt, aber das wollte der Erstbesitzer nicht“, sagt Silvan Ernst aus Neu-Anspach im Taunus. „Ich bin Jahrgang 1993, der Wagen war also schon vor mir in der Familie.“

    Statt Studium ein Cabriolet.

    Drei Limousinen, fünf T-Modelle, je ein Coupé und ein Cabrio hat Silvan in der Zwischenzeit zusammengetragen. Ihren Platz haben sie in einer Halle, die sein Vater in einem Industriegebiet gebaut hat. Seinen Arbeitsplatz hat Silvan Ernst direkt gegenüber, wo er im Kundendienst einer Firma arbeitet.

    Den 300 CE-24 Cabriolet, auch A 124 genannt, in Sportline-Ausführung haben seine Eltern ihm zum 20. Geburtstag geschenkt. „Ich habe mich gegen das Studieren entschieden – und quasi das Auto anstelle des Studiums finanziert bekommen“, sagt Silvan. Wieder ein Auto mehr.

    Silvan Ernst
    Silvan Ernst

    Mittlerweile eine ganze Sammlung der ersten E-Klasse Baureihe.

    Die Sammlung ist längst auch zum Hobby der Eltern Adrian und Ina Ernst geworden. Gemeinsam waren die beiden nach Köln gefahren, um einen ausgesucht schönen A 124 zu kaufen. Den ersten eigenen W 124 hatte Silvan vor sechs Jahren gekauft: einen 500 E.

    Bezahlbar, weil das Preisniveau noch nicht die heutigen Höhen erreicht hatte und weil ein Vorbesitzer die High-Performance-Mittelklasse der ersten, ursprünglichen Serie auf die Optik des E 500 nach der Modellpflege von 1993 getrimmt und den Verlust der Originalität in Kauf genommen hatte. „Den möchte ich als nächstes Projekt zurückrüsten, sammle bereits Teile dafür.“

    Besuch der alten Dame.

    Silvans Oma Helga hat den malachit-grünen 300er noch als Alltagsauto gefahren, aber nur wenig. Als Silvan seinen Führerschein hatte, bekam er das Erbstück. Und nimmt zu Mercedes-Benz Clubtreffen in der Region gern auch seine Eltern und die Oma mit. „Was mich an der Baureihe 124 fasziniert, sind die große Vielfalt und die zeitlose Form“, sagt Silvan.

    Silvan Ernst

    „Es gibt ja alles, vom großen Achtzylinder in der Limousine bis zum Cabrio mit Zweiliter-Vierzylinder. Sechszylinder-Coupé und T-Modell mit Vierventil-Sechszylinder: Jedes meiner Autos fährt sich anders, jedes macht anders Spaß. W-124-Fahren bleibt für mich immer abwechslungsreich.“

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