Goodwood feiert Stirling Moss und den Mercedes-Benz 300 SLR.

Sieben Mercedes-Benz 300 SLR als Gaststars des Goodwood Festival of Speed.
  • Goodwood feiert Stirling Moss und den Mercedes-Benz 300 SLR.

  • Goodwood Festival of Speed.

    Beim Goodwood Festival of Speed hat der erfolgreichste Rennsportwagen der Motorsportsaison 1955 einen sensationellen Gala-Auftritt: 60 Jahre nach dem Mille-Miglia-Sieg von Stirling Moss auf Mercedes-Benz 300 SLR feiert die größte automobile Gartenparty der Welt vom 25. bis 28. Juni 2015 die britische Rennfahrer-Ikone Moss und seinen damaligen Teamkollegen Hans Herrmann in ihren authentischen silbernen Rennsportwagen.

    Goodwood Festival of Speed.

    Beim Goodwood Festival of Speed hat der erfolgreichste Rennsportwagen der Motorsportsaison 1955 einen sensationellen Gala-Auftritt: 60 Jahre nach dem Mille-Miglia-Sieg von Stirling Moss auf Mercedes-Benz 300 SLR feiert die größte automobile Gartenparty der Welt vom 25. bis 28. Juni 2015 die britische Rennfahrer-Ikone Moss und seinen damaligen Teamkollegen Hans Herrmann in ihren authentischen silbernen Rennsportwagen.

    Sieben originale Mercedes-Benz 300 SLR.

    „Sieben originale Mercedes-Benz 300 SLR Rennsportwagen, vereint mit den Rennfahrern von einst beim faszinierenden Festival of Speed – das ist eine einzigartige Reminiszenz an die Motorsportsaison 1955“, sagt Michael Bock, Leiter Mercedes-Benz Classic und Kundencenter. „Wir freuen uns, den 60. Geburtstag des erfolgreichsten Jahres in der Motorsportgeschichte von Mercedes-Benz gemeinsam mit Sir Stirling Moss und Hans Herrmann sowie den sechs 300 SLR aus unserer Fahrzeugsammlung und dem 300 SLR aus dem nationalen französischen Automobilmuseum in Mulhouse feiern zu dürfen.“

    300 SLR Rennsportwagen.

    Vom 300 SLR Rennsportwagen, mit dem Mercedes-Benz 1955 auf Anhieb die Sportwagen-Weltmeisterschaft gewinnt, entstehen lediglich neun Exemplare. Acht dieser 300 SLR sind erhalten, die Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz Classic hütet sechs Fahrzeuge davon, die sich durch ihre ganz unterschiedlichen Biografien auszeichnen. Neben den 1955 so erfolgreichen offenen Rennsportwagen mit den Chassis-Nummern 1 bis 6 gehören zur exklusiven Familie der Baureihe W 196 S auch zwei für Langstreckenwettbewerbe vorgesehene Coupés, die allerdings nie zum Renneinsatz kommen. Sie tragen die Nummern 7 und 8. Bereits mit Blick auf die Saison 1956 entsteht das Fahrzeug mit der Nummer 10 mit modifizierter Technik. Ein Fahrzeug mit der Nummer 9 hat es auch nach jüngsten Recherchen offenbar nie gegeben.

    Wiedersehen von Sir Stirling Moss mit dem 300 SLR .

    In Goodwood präsentiert Mercedes-Benz Classic die Fahrzeuge mit den Chassis-Nummern 1, 2, 4, 5 (Letzteres als Leihgabe aus dem Besitz der französischen Cité de l’Automobile, Collection Schlumpf), 7, 8 sowie 10. So gewährt das Festival of Speed 2015 im packenden Ambiente vergangener Motorsport-Epochen einen umfassenden Blick auf die verschiedenen Entwicklungsstufen des W 196 S. Ein besonderes Highlight ist das Wiedersehen von Sir Stirling Moss mit dem 300 SLR mit der Chassis-Nummer 4. Denn auf diesem Fahrzeug im Originalzustand gewinnt Moss die Mille Miglia 1955 – den ersten Einsatz des Rennsportwagens überhaupt – mit der besten Zeit, die je in dem Tausend-Meilen-Rennen erzielt wird.

    Als Reminiszenz an diesen Sieg trägt das Fahrzeug in Goodwood die legendäre Startnummer 722, mit der Moss und sein Kopilot Denis Jenkinson am 1. Mai 1955 um 7:22 Uhr in der Mille Miglia an den Start gehen.

    Historische Authentizität – hautnah erlebt.

    Stirling Moss und Hans Herrmann gehören 1955 zu den Rennfahrern, die großen Anteil am überwältigenden Mercedes-Benz Erfolg in der Motorsport-Saison 1955 haben. Das Wiedersehen der beiden Zeitzeugen mit den sieben 300 SLR beim Festival of Speed 2015 wird so zu einer ebenso faszinierenden wie authentischen Zeitreise. Die Besucher spüren hautnah, wie das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Maschine auch 60 Jahre später noch wunderbar funktioniert: Sowohl Sir Stirling Moss als auch Hans Herrmann steigen nach mehr als sechs Jahrzehnten in ihre Rennsportwagen von 1955 und pilotieren diese über die Bergrennstrecke. Insbesondere Sir Stirling Moss steht mit seinen Siegen bei der Mille Miglia, der International Tourist Trophy (mit John Cooper Fitch) und der Targa Florio (mit Peter Collins) für die Renngeschichte des 300 SLR. Aber auch Hans Herrmann gilt 1955 als heißer Favorit auf den Sieg bei der Mille Miglia, bis er auf Platz zwei liegend durch einen unglücklichen Defekt ausscheidet.

    Mercedes-Benz Markenbotschafter.

    Neben Sir Stirling Moss und Hans Herrmann sind beim Festival of Speed 2015 weitere Mercedes-Benz Markenbotschafter wie Klaus Ludwig, Jochen Mass, Sir Jackie Stewart und Susie Wolff zu Gast. Das 22. Festival of Speed findet vom 25. bis 28. Juni 2015 auf dem Landsitz des Earl of March and Kinrara in Goodwood (Sussex, England) statt. Das Motto lautet dieses Jahr „Flat-Out and Fearless“ („Mit Vollgas und ohne Angst“). Insgesamt erwarten die Veranstalter weit über 600 exklusive Fahrzeuge und rund 150.000 Besucher.

    „Die größte automobile Gartenparty der Welt“.

    Bekannt als „die größte automobile Gartenparty der Welt“ zelebriert das 1993 erstmals ausgerichtete Festival vor der exklusiven Kulisse von Goodwood House die Kultur und Ästhetik sportlicher Automobile und Motorräder. Im Mittelpunkt des Festivals stehen Wettbewerbsfahrzeuge und Sportwagen, die ein Sinfoniekonzert des Motorsports und der Geschwindigkeit aufführen. Höhepunkte sind dabei die Fahrten auf der historischen Bergrennstrecke, die an allen drei Tagen ab 8:45 Uhr starten, sowie das für alle Besucher geöffnete Fahrerlager mit seiner einzigartigen Nähe zu exklusiven sportlichen Fahrzeugen aller Epochen und Kategorien. Dazu kommen zahlreiche weitere Programmpunkte wie etwa Fahrten auf der Rallye-Strecke im Wald des Landsitzes, die Versteigerung kostbarer Klassiker durch das Auktionshaus Bonhams oder der Überflug der Kunstflieger der britischen Royal Air Force.

    Weltmeister der Formel 1 treffen die Helden von 1955.

    Mercedes-Benz Classic verbindet eine lange und starke Partnerschaft mit dem Festival of Speed. Im Jahr 2014 setzte die Stuttgarter Marke beim Festival of Speed bereits starke Akzente, als sie anlässlich des Jubiläums von 120 Jahre Motorsport von Mercedes-Benz zahlreiche berühmte Siegerfahrzeugen aus der Unternehmenssammlung in Goodwood präsentierte. Außerdem widmete 2014 der Bildhauer Gerry Judah die Skulptur „Central Feature“ der einzigartigen Rennsporthistorie der Marke Mercedes-Benz. Zusammen mit den originalen Rennwagen und Rennsportwagen der Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz tragen beim Festival of Speed traditionell auch viele private Sammler mit ihren herausragenden Klassikern dazu bei, die sportliche Geschichte der Stuttgarter Marke aufleuchten zu lassen.

    Diesem starken Erzählstrang aus Geschichte und Geschichten steht kraftvoll der moderne Auftritt der Marke gegenüber: So ist 2015 das MERCEDES AMG PETRONAS Formel 1-Team in Goodwood zu Gast. Der amtierende Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton und sein Teamkollege Nico Rosberg treffen auf die Rennsport-Helden von 1955. Aktuelle Mercedes-Benz Sportwagen und Fahrzeuge von Mercedes-AMG präsentiert zudem die „Moving Motor Show“ am 25. Juni. Mit dem Defilee sportlicher Automobile beginnt das Festival of Speed seit 2010 immer am Donnerstag.

    Die Markenbotschafter von Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed 2015.

    Sir Stirling Moss.

    Geboren am 17. September 1929 in London, England

    Mit seinem herausragenden Sieg auf Mercedes-Benz 300 SLR bei der Mille Miglia 1955 schreibt sich Stirling Moss auf ewig in die Bestenliste der Mercedes-Benz Rennfahrer ein. Schon als Jugendlicher träumt er von einer Karriere als Rennfahrer, 1948 startet er zu ersten Rennen in der britischen 500-Kubikzentimeter-Formel (Formel 3). 1949 und 1950 wird er englischer Formel-2-Meister. 1950 gewinnt er die Tourist Trophy auf einem privaten Jaguar. 1954 startet Moss auf Maserati in der Formel 1. Nach Testfahrten verpflichtet ihn Alfred Neubauer Ende 1954 für die Mercedes-Benz Werksmannschaft als Fahrer in der Saison 1955. Moss gewinnt mit dem Silberpfeil W 196 R in der Formel 1 den Großen Preis von Großbritannien in Aintree, holt jeweils einen zweiten Platz in den Großen Preisen von Belgien und den Niederlanden und wird Vizemeister der Formel 1. Seine absolute Domäne sind aber Sportwagenrennen mit dem eigens für diese Saison entwickelten Mercedes-Benz 300 SLR Rennsportwagen. Moss gewinnt auf diesem Fahrzeug die Mille Miglia, die Tourist Trophy (mit John Cooper Fitch) und die Targa Florio (mit Peter Collins). So macht er den Weltmeistertitel der Sportwagen für Mercedes-Benz perfekt. Nachdem sich die Stuttgarter Marke Ende 1955 aus dem aktiven Rennsport zurückzieht, beweist sich Moss mit Fahrzeugen anderer Marken immer wieder als Fahrer von Weltklasseformat. Nach einem Unfall in Goodwood beendet er 1962 seine aktive Karriere. Moss, der 1999 von der britischen Königin geadelt wird, bleibt dem Motorsport eng verbunden. Insbesondere engagiert er sich als Mercedes-Benz Markenbotschafter und Zeitzeuge einer der glänzendsten Epochen der Motorsportgeschichte bei Veranstaltungen von Mercedes-Benz Classic.

    Hans Herrmann.

    Geboren am 23. Februar 1928 in Stuttgart, Deutschland

    Die Saison 1955 könnte das große Jahr für Hans Herrmann in der Mercedes-Benz Rennabteilung werden. Das Talent dazu hat er jedenfalls – schon zur Premiere des neuen Mercedes-Benz W 196 beim Großen Preis von Frankreich 1954 in Reims setzt der Nachwuchs-Rennfahrer Maßstäbe, als er die schnellste Rundenzeit erzielt. Doch 1955 fährt das Pech mit im Cockpit des jungen Stuttgarters. Bei einem Trainingsunfall vor dem Großen Preis von Monte Carlo in Monaco wird Herrmann schwer verletzt und kann in dieser Saison nicht mehr starten. Der gelernte Konditor beginnt seine Rennsportkarriere 1952 bei der Hessischen Winterfahrt mit einem privaten Porsche 356. Noch im gleichen Jahr erringt er bei der Deutschlandfahrt einen Klassensieg. 1953 und 1954 holt Herrmann dann auf Porsche jeweils einen Klassensieg bei der Mille Miglia. Mercedes-Benz Rennleiter Alfred Neubauer wird auf ihn aufmerksam und holt ihn 1954 als Nachwuchsfahrer in die neue Formel 1-Mannschaft. Über seine Karriere hinweg erweist sich Hans Herrmann bei Grand-Prix-Rennen der Formel 1 und Formel 2, bei Sportwagenrennen und bei Rallyes als ausgesprochen vielseitiger Motorsportler. Außer auf Mercedes-Benz startet er insbesondere mit Renn- und Sportwagen von Porsche. Dazu kommen Einsätze in den Cockpits von B.R.M.-, Cooper-, Maserati- und Veritas-Rennwagen. Seine größten Erfolge erzielt Herrmann bei Langstreckenrennen, beispielsweise mit Gesamtsiegen bei der Targa Florio (1960), den 24 Stunden von Daytona (1968) und den 24 Stunden von Le Mans (1970). Auch der zweite Platz auf Mercedes-Benz 220 SE (W 111) im Großen Straßenpreis von Argentinien 1961 zeichnet ihn aus. Für seine acht Teilnahmen an der Targa Florio wird Herrmann 2012 von der Stadt Collesano geehrt. Zum Festakt fährt der Ex-Werkspilot im Mercedes-Benz 300 SLR vor. Hans Herrmann krönt seine Rennsportkarriere 1970 mit dem Le Mans-Sieg und zieht sich noch im selben Jahr vom aktiven Motorsport zurück. Als Markenbotschafter von Mercedes-Benz Classic bleibt er dem Unternehmen – und dem Motorsport – bis heute eng verbunden.

    Klaus Ludwig.

    Geboren am 5. Oktober 1949 in Bonn, Deutschland

    Der von seinen Fans mit dem Ehrennamen „König Ludwig“ ausgezeichnete Rennfahrer und dreifache DTM-Meister Klaus Ludwig beginnt seine Karriere im Motorsport Anfang der 1970er-Jahre mit Slalomrennen, Orientierungsfahrten und Tourenwagenrennen. Zu seinen ersten großen Erfolgen zählen die Meistertitel der Deutschen Rennsport-Meisterschaften (DRM) der Jahre 1979 und 1981 sowie Siege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in den Jahren 1979, 1984 und 1985. Zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) kommt Ludwig 1985, wo er zunächst für Ford startet und 1988 seinen ersten Titel holt. 1989 wechselt er zum AMG-Mercedes-Team, für das er in den folgenden Jahren bis 1994 zwei Meistertitel (1992 und 1994, Vizemeisterschaft 1991) mit insgesamt 19 Rennsiegen erzielt. 1995 und 1996 fährt er in der ITC (International Touringcar Championship) für das Opel-Team Rosberg. Danach kehrt er zu AMG-Mercedes zurück und gewinnt zusammen mit Ricardo Zonta 1998 die Fahrer- und Teamtrophäe der Internationalen FIA-GT-Meisterschaft. Danach beendet Ludwig offiziell seine Motorsportkarriere, doch im Jahr 2000 startet er wieder bei den neuen Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) und beendet die Saison und auch seine Rennfahrerkarriere mit Platz 3 der Gesamtwertung auf Mercedes-Benz CLK-DTM.

    Jochen Mass.

    Geboren am 30. September 1946 in Dorfen, Deutschland

    Jochen Mass beginnt seine abwechslungsreiche Karriere im Motorsport 1968 mit Tourenwagenrennen für Alfa Romeo und als Werksfahrer bei Ford in den Jahren 1970 bis 1975. In dieser Zeit gewinnt er 1972 die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Parallel hierzu startet er in der Formel 2 (1973) und in 105 Grands Prix der Formel 1 (1973/74 mit Surtees; 1975 bis 1977 mit McLaren; 1978 mit ATS; 1979/80 mit Arrows; 1982 mit March). Mit dem Titel des Deutschen Sportwagen-Meisters 1985 und nach seiner Tätigkeit als Werksfahrer bei Porsche bis 1987 wird er Werksfahrer im Team Sauber-Mercedes. Bis 1991 fährt er für dieses Team in der Gruppe C. Im neuen Silberpfeil, dem Sauber-Mercedes C 9, siegt Jochen Mass 1989 im Team mit Manuel Reuter und Stanley Dickens beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und erringt im gleichen Jahr auch die Vizeweltmeisterschaft. Drei Jahre später, im Jahr 1992, wechselt Mass in das Team-Management der DTM. Bis auf den heutigen Tag geht Jochen Mass regelmäßig für Mercedes-Benz bei historischen Veranstaltungen an den Start.

    Sir Jackie Stewart.

    Geboren am 11. Juni 1939 in Milton, Schottland

    Die Rennkarriere des dreifachen Formel-1-Weltmeisters John Young „Jackie“ Stewart beginnt 1964 und ist vom Start weg überaus erfolgreich. Schon ein Jahr später fährt er in der Formel 1. Im Jahr 1969 folgt dann der erste ganz große Triumph: Für das Team Matra International gewinnt er die Formel-1-Weltmeisterschaft. 1971 erhält er den Pokal das zweite und 1973 das dritte Mal, in beiden Fällen für das Elf Team Tyrrell. Über 14 Jahre lang hält er den Rekord für die meisten Formel-1-Siege mit 27 gewonnenen Rennen, gebrochen erst im Jahr 1987 von Alain Prost. Immer wieder steigt er auch in anderen Rennserien erfolgreich in die Cockpits. Er beendet seine aktive Laufbahn im Jahr 1973. Aufgrund der häufigen tödlichen Unfälle in der damaligen Zeit wundert es nicht, dass sich Jackie Stewart frühzeitig für mehr Sicherheit im Rennsport einsetzt. 1996 gründet er gemeinsam mit seinem Sohn Paul Stewart das Team Stewart Grand Prix, das von 1997 bis 1999 in der Formel 1 antritt. Ende 1999 übernimmt Ford das Team, das während der Saison 2000 unter dem Namen Jaguar Racing und schließlich ab 2005 unter dem Namen Red Bull Racing weitergeführt wird. Jackie Stewart erhält 1971 für seine Verdienste den Order of the British Empire (OBE).

    Susie Wolff.

    Geboren am 6. Dezember 1982 in Oban, Schottland

    In den Cockpits von DTM-Rennsportwagen und Formel 1-Rennwagen ist Susie Wolff gleichermaßen zu Hause. Die 1982 in Oban an der schottischen Westküste als Susie Stoddart geborene Rennfahrerin beginnt ihre Motorsportkarriere im Alter von acht Jahren zunächst im Kartsport. Die Eltern, Besitzer eines Motorradgeschäfts, haben das Interesse ihrer Tochter an sportlichen Fahrzeugen schon früh geweckt: Als sie noch keine drei Jahre alt ist, bekommt Susie bereits ein kleines Quad geschenkt. Zudem fahren sowohl ihr Vater als auch ihr Großvater Motorradrennen und bringen das zierliche Mädchen früh mit der Welt des Rennsports in Kontakt. Das Engagement von Susie Stoddart im Kartsport wird zur britischen Erfolgsgeschichte: Im Alter von 14 Jahren wird sie zum ersten Mal Kartfahrerin des Jahres in Großbritannien und holt diesen Titel in der Folge weitere drei Mal. Zum Jahr 2000 steigt die Rennfahrerin dann in den Formel-Sport ein: Sie startet in der Formel Ford, der Formel Renault und der britischen Formel 3. Zur Saison 2006 verpflichtet Mercedes-Benz Susie Stoddart schließlich als Werksfahrerin in der Deutschen Tourenwagen Masters. Sechs Jahre lang fährt die Schottin für die Stuttgarter Marker in der DTM. Heute ist sie als Markenbotschafterin von Mercedes-Benz dem Unternehmen weiterhin verbunden. 2011 heiratet sie Toto Wolff, der 2013 Motorsportchef von Mercedes-Benz wird. Im Jahr 2012 erfüllt sich der Traum von Susie Wolff nach einem Cockpit in der Formel 1: Sie wird Entwicklungsfahrerin für Williams F 1 – seit 2013 ist sie Testfahrerin des britischen Rennstalls.

    Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed 2015.

    Mercedes-Benz 300 SLR Rennsportwagen (W 196 S).

    Mit dem 300 SLR (W 196 S) gewinnt Mercedes-Benz 1955 die Sportwagen-Weltmeisterschaft. Das Fahrzeug ist im Prinzip ein mit zweisitziger Sportwagen-Karosserie versehener Formel 1-Rennwagen des Typs W 196 R. Der technische Hauptunterschied liegt im Motor: Der Rennsportwagen, der nicht an das Hubraumlimit des Formel 1-Reglements gebunden ist, wird von einer Dreiliter-Version des Reihenachtzylinders angetrieben und verfügt über Zylinderblöcke, die nicht aus Stahl, sondern aus Leichtmetall gefertigt sind. Außerdem wird der 300 SLR nicht mit speziellem Rennkraftstoff auf Methanolbasis, sondern mit regulärem Superbenzin betrieben. Die Leistung von 222 kW (302 PS) sowie seine Standfestigkeit und Zuverlässigkeit machen den 300 SLR seinen Konkurrenten im Jahr 1955 weit überlegen, was er durch Doppelsiege bei der Mille Miglia, beim Eifelrennen, beim Großen Preis von Schweden und bei der Targa Florio (Sizilien) unter Beweis stellt. Bei der Mille Miglia 1955 gewinnen Stirling Moss und Beifahrer Denis Jenkinson (Startnummer 722) mit der bis heute unübertroffenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,65 km/h. Die Bilanz dieses Rennsportwagens ist bis einzigartig: Jedes Rennen, zu dem ein Mercedes-Benz 300 SLR antritt und das er beendet, gewinnt der W 196 S.

    Technische Daten Mercedes-Benz Rennsportwagen 300 SLR (W 196 S)

    Einsatz: 1955

    Zylinder: 8/Reihe

    Hubraum: 2.982 Kubikzentimeter

    Leistung: 222 kW (302 PS)

    Höchstgeschwindigkeit: über 300 km/h

    Mercedes-Benz 300 SLR Coupé („Uhlenhaut-Coupé“, W 196 S).

    Eigentlich plant Mercedes-Benz für die Rennsaison 1955, den 300 SLR Rennsportwagen grundsätzlich als Coupé zu bauen. Doch die Fahrer entscheiden sich vor allem wegen der erwarteten Lärmentwicklung im Cockpit für einen Roadster. Dennoch entstehen 1955 unter der Leitung von Rudolf Uhlenhaut zwei Coupés, die in ihrem Design eng an die Sportwagen des Typs 300 SL angelehnt sind. Der für die Saison 1956 vorgesehene Einsatz bei Langstreckenrennen, angefangen bei der für November 1955 angesetzten Carrera Panamericana, lässt ein geschlossenes Fahrzeug komfortabler und damit geeigneter erscheinen. Doch das Langstreckenrennen in Mittelamerika wird von der mexikanischen Regierung nicht genehmigt und 1955 nicht mehr ausgetragen. So kommen die Coupés nur bei Trainingsfahrten zum Einsatz – unter anderem in Schweden, Nordirland und Sizilien. Später wird eines der beiden Coupés als Test- und Reisewagen für Rudolf Uhlenhaut mit einer Straßenzulassung versehen. Als „Uhlenhaut-Coupé“ wird dieses bis zu 290 km/h schnelle Fahrzeug zum absoluten Traumwagen der 1950er-Jahre. Damit ist es ebenso berühmt wie die auf den Rennstrecken eingesetzten zweisitzigen 300 SLR.

    Technische Daten Mercedes-Benz 300 SLR Coupé (W 196 S)

    Einsatz: 1955

    Zylinder: 8/Reihe

    Hubraum: 2.982 Kubikzentimeter

    Leistung: 228 kW (310 PS)

    Höchstgeschwindigkeit: über 300 km/h

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