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  • Magnus Walker.
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    Magnus Walker bei der Silvretta Classic Rallye Montafon 2018.

    „Wenn es sich gut anfühlt, mach’ es einfach.“

Im Mercedes-Benz 300 SL über feinste Alpenstraßen.

„Folge deinem Bauchgefühl“: Das ist einer der Leitsätze von Magnus Walker. In diesem Fall kann das Bauchgefühl nicht ganz so schlecht gewesen sein. Denn der Mann mit den wilden Rasta-Locken unter der Basecap ist bei der Silvretta Classic Rallye Montafon in einem Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“ (W 198) unterwegs, seit den 1950er-Jahren einer der begehrtesten Sportwagen weltweit. Das allein begreift die Marke mit dem berühmten Dreizackstern schon als Ehre. Denn Magnus Walker ist bekanntermaßen einem anderen Stuttgarter Autohersteller zugetan: Porsche. Dass er den 300 SL aus der Sammlung von Mercedes-Benz Classic dann auch noch an seinem 51. Geburtstag über beeindruckende Straßen durch Österreich, Schweiz und Liechtenstein bewegt, macht seine Rallye-Teilnahme dann so richtig zur Sternstunde.


Mercedes-Benz 300 SL.
Magnus Walker.

Schlüsselerlebnis auf der Earl’s Court Motor Show.

Man weiß nicht, was passiert wäre, wenn Magnus Walker mit seinem Vater während der Earl’s Court Motor Show 1977 in London am Mercedes-Benz Stand vorbeigekommen wäre. So war es der Porsche-Stand. Und der damals Zehnjährige verliebte sich in einen dort ausgestellten 911 im Martini-Racing-Look – eine Liebe, die ihn nie mehr losließ, die aber erst später ihre Erfüllung fand. Zwar bewarb der Bub sich umgehend als Designer bei Porsche, doch im Antwortbrief riet das Unternehmen ihm, sich noch ein paar Jahre zu gedulden.


Video: Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer & Magnus Walker - Silvretta 2018.

Gelebter „American Dream“.

Die folgende Geschichte ist wechselvoll, im Ergebnis aber grandios. Mit siebzehn Jahren kommt Magnus Walker als Ferienjobber nach Detroit, USA. Drei Wochen später nimmt er den Fernbus an die Westküste nach Los Angeles, dem Glamour auf der Spur. Den findet er zunächst nicht, dann aber packt er gleich verschiedene Gelegenheiten erfolgreich beim Schopfe. Die erste und wichtigste: Modedesigner. Denn Magnus Walker trifft mit der von ihm gestylten Punk-Mode ins Herz vieler Kalifornier. Musiker und Filmstars wie Madonna, Alice Cooper und Bruce Willis tragen seine Kreationen. Der Geschäftserfolg ermöglicht dann die Erfüllung eines Kindheitstraums: 1992 steht endlich ein Porsche 911 in der Garage.


Magnus Walker.
Magnus Walker.

„Customising“ als Lebensprinzip.

Der zweite große Moment: Immer tiefer steigt Magnus Walker in die Historie von Typ und Marke ein. Und lebt dabei schließlich erneut das aus, was ihn schon einmal erfolgreich machte: den Dingen einen individuellen Touch zu geben. Er restauriert mehrere Sportwagen aus Zuffenhausen und gibt ihnen zugleich außergewöhnliche Merkmale mit – bei voller Wertschätzung der Porsche-Wurzeln. „Customising“ ist eine in den USA geschätzte Kunst in der Autoszene, und so versteht Magnus Walker sich ebenfalls als Künstler.


„Echte Leidenschaft begleitet dich ewig.“

Drittens: Was danach kommt, beschreibt der „Urban Outlaw“ als weiteren Wendepunkt in seinem Leben. Ein Porträt-Film macht ihn einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Jay Leno lädt ihn in seine Show ein. Spätestens seitdem sind Magnus Walker und seine Autos ein Synonym für gelebte Autoliebe, und der tätowierte Tausendsassa folgt ihr seitdem durch die Welt und über Traumstraßen.

„Urban Outlaw“: Es ist das Unangepasste, mit dem Magnus Walker seinen Lebensweg gestaltet – und das ihn authentisch sein lässt. Und so kann es gar nicht anders sein, dass er mit Authentizität in einem originalen 300 SL die Silvretta Classic Montafon Rallye angeht.


Da darf er gleich mehrere Traumstraßen in seine Sammlung packen. Egal, ob die Entfernung kurz oder lang ist, ob die Route mit lockerem Gasfuß oder gemäßigtem Tempo angegangen wird. Wie lautet eine weitere Lebensweisheit von ihm? „Echte Leidenschaft begleitet dich ewig“, sagt der Autofreak. „Wenn es sich gut anfühlt, mach’ es einfach.“