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  • Der Mercedes-Benz 500 K Spezial-Roadster auf dem legendären 17-Mile-Drive von Pebble Beach.
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    Pebble Beach 2018.

    Zwischen den Sphären.

Viel mehr als die exklusivste Oldtimerveranstaltung.

Die Monterey Car Week ist längst viel mehr als die exklusivste Oldtimerveranstaltung auf der Welt. Bei keinem anderen Event ist die Szenerie derart perfekt, das Spektrum von vorgestern bis morgen derartig breit – bestes Beispiel: die spektakulären Modelle von Mercedes-Benz.


Die spektakuläre Mercedes-Benz Flotte in der Startreihe eins.

Die spektakuläre Mercedes-Benz Flotte in der Startreihe eins.

Der ausklappbare Schwiegermuttersitz als Zeichen seiner Zeit.

Der ausklappbare Schwiegermuttersitz als Zeichen seiner Zeit.


Grandiose Aussicht auf Meer.

Pebble Beach, das ist 51 Wochen im Jahr eine ruhige, entspannte Luxusenklave unweit der kalifornischen Kleinstadt Monterey. Wenn nicht gerade eines der großen Golfturniere in Spanish Bay oder Pebble Beach Links stattfindet, ist man hier gerne unter sich. Einfahrt in das dicht bewaldete Areal am kühlen Pazifik gibt es nur für Anwohner, die eine entsprechende Plakette am Kühlergrill tragen, oder man bezahlt 10,25 Dollar und kann zumindest kurzzeitig eine Fahrt über den 17-Mile-Drive machen; immer hin- und hergerissen zwischen grandiosen Aussichten auf Meer, Villen, Dünenlandschaft und umtriebige Golfer. Einmal im Jahr ist es mit der Ruhe vorbei, denn normalerweise regiert in der dritten Augustwoche das Automobil und zieht mehr als 100.000 Autofans in die Region rund um Monterey.


Verwegene Raketen.

Die 1930er-Jahre war die Zeit der tollkühnen Männer in ihren verwegenen Raketen. Es ging um Technik, Geschwindigkeit und immer wieder neue Rekorde, die die Entwicklungsabteilungen vor gigantische Herausforderungen stellten. Fast 80 Jahre hielt der Hochgeschwindigkeitsrekord von Rennfahrer Rudolf Caracciola aus dem Januar 1938. Auf dem Autobahnteilstück der A5 zwischen Darmstadt und Frankfurt erreichte Caracciola in den frühen Morgenstunden in einem Mercedes-Benz W 125 einzigartige 432,70 km/h – bis zum Herbst 2017 die schnellste jemals auf einer öffentlichen Straße gefahrene Geschwindigkeit.

Großer Preis von Deutschland 1937, der spätere Sieger Rudolf Caracciola im Mercedes-Benz W 125.

Großer Preis von Deutschland 1937, der spätere Sieger Rudolf Caracciola im Mercedes-Benz W 125.

Vorgestern trifft übermorgen – der Mercedes-Benz EQ Silver Arrow mit seinem Ahnen, dem W 125, der rund 80 Jahre den Geschwindigkeitsweltrekord auf öffentlichen Straßen hielt.

Vorgestern trifft übermorgen – der Mercedes-Benz EQ Silver Arrow mit seinem Ahnen, dem W 125, der rund 80 Jahre den Geschwindigkeitsweltrekord auf öffentlichen Straßen hielt.


Rekord für die Ewigkeit.

An diesen Rekord für die Ewigkeit erinnert die spektakuläre Konzeptstudie des Mercedes-Benz EQ Silver Arrow – erstmals zu bestaunen in Pebble Beach 2018. Der elektrische Monoposto nimmt deutliche Designanleihen bei den Rennwagen der 30er-Jahre und spannt mit seinem 550 kW / 750 PS starken Elektroantrieb nebst 80-kWh-Akkupaket den Bogen zu den Modellen der neuen Marke Mercedes-Benz EQ. „Das Showcar EQ Silver Arrow ist auf Beschleunigung und Fahrspaß ausgelegt, verkörpert den progressiven Luxus und gibt einen Ausblick in die Zukunft unseres Designs“, erklärt Mercedes-Benz Chefdesigner Gorden Wagener. Das Hauptthema des modernen Silberpfeils, der auf mächtigen 25-Zöllern rollt, ist der Gegensatz zwischen klassischen Formen und Materialien sowie futuristischen Elementen. Perfekt inszeniert: die roségoldfarbenen Speichenfelgen. Gleich nebenan: der Rekordrennwagen aus dem Jahre 1938, mit dem Rudolf Caracciola die Bestmarke für die Ewigkeit setzte.


Stern auf dem Kühlergrill.

Auf der 18. Spielbahn des Golfkurses von Pebble Beach gibt es im Rahmen der Monterey Car Week jedoch noch eine ganz andere Legende mit Stern auf dem Kühlergrill zu bestaunen. Der Mercedes-Benz 500 K Spezial-Roadster aus dem Jahre 1935 war seinerzeit der Supersportwagen der Schönen und Reichen. Mit einem Kaufpreis von 28.000 Reichsmark kostete der offene 2+2-Sitzer seinerzeit genauso viel wie eine Zwölf-Zimmer-Villa in der damaligen Hauptstadt Berlin.

Das einzigartige Design macht ihn heute mindestens so begehrenswert wie damals. Angetrieben wird das Luxuscabriolet von einem fünf Liter großen Achtzylinder, dessen Motorleistung mit einem Kompressor auf 118 kW / 160 PS gesteigert wurde. Höchstgeschwindigkeit: grandiose 160 km/h. Nur noch eine Handvoll dieser Fahrzeuge gibt es in Sammlergaragen auf der ganzen Welt.


Doch die Monterey Car Week hat ihren einzigartigen Charme nicht nur durch die Luxusveranstaltungen rund um die Halbinsel von Pebble Beach, den sehenswerten 17-Mile-Drive oder die Klassikrennen auf dem atemberaubenden Kurs von Laguna Seca. Autofans kommen bei Events wie Legends of Autobahn oder dem Concours de Lemons nicht weniger auf ihre Kosten. Während sich bei Legends of Autobahn auf dem Jack-Nicklaus-Golfkurs in ungezwungener Atmosphäre Autoliebhaber der Marken Audi, BMW und Mercedes-Benz treffen und entspannter denn je dem deutschen Automobilkulturgut huldigen, scharen sich bei dem Concours de Lemons als höchst informelle Gegenveranstaltung zum Concours am Sonntag hunderte von Besuchern im Park des benachbarten Seaside um die größten Schrottkisten auf vier Rädern.


Tausende von Zuschauern am Straßenrand flankierten die Ausfahrt der Klassiker.

Tausende von Zuschauern am Straßenrand flankierten die Ausfahrt der Klassiker.


Höhepunkte der Autowoche.

Gerade die Veranstaltung Legends of Autobahn hat sich in den vergangenen Jahren neben der Parade von Carmel als inoffiziellem Auftakt der Monterey Car Week, dem Nobelevent The Quail – a Motorsports Gathering – und dem finalen Concours d’Elegance am Abschlusssonntag zu einem der Höhepunkte der Autowoche entwickelt. Fans aus den ganzen Vereinigten Staaten kommen zumeist auf eigener Achse mit ihren automobilen Lieblingen ins Carmel Valley. Dabei gibt es Modelle wie einen Mercedes-Benz S 123 im Bestzustand ebenso zu bewundern wie gleich nebenan einen W 124 im Schrottzustand, der auf seinen 826.000 Kilometern bereits große Teile der Welt erkundet hat – Wasserdurchfahrten in Südamerika und Passüberquerungen in Afrika inklusive. Wo sonst kann man eine Mercedes-Benz Pagode mit 6,3-Liter-V8 begehren oder W 126er-Luxusmodelle im Neuzustand bestaunen?


Alle Besucher haben eines gemeinsam: Sie lieben Autos.

Es ist eben das breite Spektrum, das die Veranstaltungen rund um Pebble Beach so einzigartig macht. Und wer den eigenen Fuhrpark um das ein oder andere Fahrzeug erweitern will, kommt in Pebble Beach ebenfalls auf seine Kosten. In geparkten Fahrzeugen am Straßenrand und bei den Händlern in der Umgebung hängen in den Fahrzeugen hunderte von Verkaufsschildern – in Klassikern, Oldtimern und aktuellen Sportwagen. Spannender denn je ist es jedoch bei den großen Versteigerungen, die während der gesamten Woche stattfinden. Egal ob Mecum, Goodings oder RM Auctions, millionenschwerer Klassiker oder sehenswerter Youngtimer – auch hier ist das Spektrum in Pebble Beach breiter als irgendwo anders auf der Welt. Alle Besucher haben eines gemeinsam: Sie lieben Autos.


Bei der Restauration des Mercedes-Benz 500 K Spezial-Roadster wurde an jedes Detail gedacht.

Bei der Restauration des Mercedes-Benz 500 K Spezial-Roadster wurde an jedes Detail gedacht.

Bildergalerie.