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  • Eines der Höhepunkte des Jahres im Mercedes-Benz Museum: die Ausstellung zu 50 spektakulären Jahren AMG.
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    Spektakuläre Sportwagen aus dem Hause AMG.

    Faszination „50 Jahre AMG“ im Mercedes-Benz Museum.

Sonderausstellung im Museum.

Als ob das Mercedes-Benz Museum im Alltag nicht schon genug einzigartige Modelle präsentieren würde; seit Ende Oktober ist es nochmals spektakulärer – versprochen. Der 300 SEL 6.8 AMG, im Volksmund auch bekannt als „Rote Sau“, der 1971 beim 24-Stunden-Rennen von Spa den Gruppensieg und den zweiten Platz im Gesamtklassement erreichte oder der schwarze Mercedes-Benz 300 CE 6.0 AMG, den gerade Amerikaner unter dem Titel „The Hammer“ in den 1980ern in ihre kühnsten Träume einschlossen. Da ist der den Asphalt zum Beben bringende Sound des Mercedes-Benz SL 55 AMG oder der grandios erfolgreiche Mercedes-AMG GT3, der unter anderem im Jahre 2016 den spektakulären Dreifachsieg beim 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring feierte.


Das Mercedes-Benz Museum hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von spannenden Sonderausstellungen beheimatet. 50 Jahre AMG ist jedoch ein ganz besonderes Ereignis, das es zu feiern gilt.

Das Mercedes-Benz Museum hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von spannenden Sonderausstellungen beheimatet. 50 Jahre AMG ist jedoch ein ganz besonderes Ereignis, das es zu feiern gilt.


In dieser Werkstatt ging es vor 50 Jahren los – AMG wurde geboren.

In dieser Werkstatt ging es vor 50 Jahren los – AMG wurde geboren.


Anfänge in Affalterbach.

Wer heute von Süden über sanfte Hügelketten ins beschauliche Affalterbach fährt, der erspäht die Heimat der sportlichsten Mercedes-Benz Modelle bereits von weitem. Doch so modern und aufstrebend sich das Areal seinem Besucher heute präsentiert, so beschaulich ging es vor 50 Jahren ein paar Kilometer weiter los.


Rennwagen aus der Garage.

Mercedes-Benzbeendete sein Motorsportengagement, nachdem Werksteams ab der Saison 1965 dazu verpflichtet wurden, Rennwagen nur noch von Kleinserienfahrzeugen abzuleiten. Hans Werner Aufrecht konnte es damals nicht fassen. Da die Verschärfung des Reglements nicht für private Teams galt, widmeten sich Aufrecht und Melcher, damals noch bei Daimler-Benz beschäftigt, der Optimierung des Mercedes-Benz 300 SE Renntourenwagens.


Anfangs beschäftigte sich das Doppel Aufrecht / Melcher insbesondere mit der Optimierung des Reihensechszylinders aus dem 300 SE.

Anfangs beschäftigte sich das Doppel Aufrecht / Melcher insbesondere mit der Optimierung des Reihensechszylinders aus dem 300 SE.


So sieht es bei AMG 50 Jahre nach der Gründung aus. Einige der spektakulärsten Sportwagen der Welt kommen aus Affalterbach.

So sieht es bei AMG 50 Jahre nach der Gründung aus. Einige der spektakulärsten Sportwagen der Welt kommen aus Affalterbach.


Motor von Melcher überzeugt.

Durch die aus dem 300 SL „Flügeltürer“ übernommene Benzindirekteinspritzung hatte das Wettbewerbsfahrzeug Anfang 1964 bereits eine Leistung von 141 kW (192 PS), 16 kW (22 PS) mehr als der Serienmotor. Nicht zuletzt durch eine schärfere Nockenwelle erzielten Melcher und Aufrecht Anfang 1965 schließlich 170 kW (232 PS). Melcher gab grünes Licht: „Der Motor hält.“ Ein Urteil, das Mercedes-Benz Werksfahrer und Rallye-Europameister Eugen Böhringer ein paar Tage später bei heimlichen Tests auf der Nordschleife des Nürburgrings bestätigte. Manfred Schiek brachte den von Aufrecht und Melcher überarbeiteten Mercedes-Benz 300 SE ab Juni 1965 an den Start zur Deutschen Rundstrecken-Meisterschaft für Tourenwagen und gewann am Ende – punktgleich mit Gerhard Bodmer auf Glas - die Meisterschaft.


Sportliche Nachschärfung.

Keine Überraschung: es dauert nicht lange und die ersten Rennfahrer schärfen ihre privaten Mercedes-Benz Modelle bei Aufrecht und Melcher sportlich nach. Privatkunden lassen den Kreis der Kunden größer werden und schließlich kommt das Erfolgsdoppel aus Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher neben ihrem normalen Vollzeitberuf in der Daimler-Benz Motorenentwicklung nicht mehr nach, um alle Wünsche zu erfüllen.


Die Rennteams machten nur den Anfang. Mehr und mehr Privatleute kamen in den 70er Jahren auf dem AMG-Geschmack und ließen ihre Fahrzeuge optimieren.

Die Rennteams machten nur den Anfang. Mehr und mehr Privatleute kamen in den 70er Jahren auf dem AMG-Geschmack und ließen ihre Fahrzeuge optimieren.


Aus der einstigen Werkstatt in Großaspach ist im Laufe der Jahrzehnte ein Hightech-Motorsportkonzern in Affalterbach geworden.

Aus der einstigen Werkstatt in Großaspach ist im Laufe der Jahrzehnte ein Hightech-Motorsportkonzern in Affalterbach geworden.


Schritt in die Selbständigkeit.

Ende 1966 kündigt Hans Werner Aufrecht deshalb bei Daimler-Benz und überredet Erhard Melcher, gemeinsam den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Er mietet Räumlichkeiten in der sogenannten „Alten Mühle“ im schwäbischen Burgstall an – einem Nachbarort von Aufrechts Geburtsgemeinde Großaspach. Die Marke AMG ist geboren und mit ihr Anfang der 1970er Jahre der erste echte Star mit Stern – und was für einer. Als Mercedes-Benz auf dem Genfer Salon im März 1968 mit dem 300 SEL 6.3 die sportlichste Luxuslimousine der Welt vorstellt, erkennen Aufrecht und Melcher ihre Chance. Da ein Neuwagen für die Acht-Personen-Firma zu teuer ist, kaufen Aufrecht und Melcher im Sommer 1969 einen Unfallwagen und bauen diesen innerhalb von zwei Jahren aufwendig zu einem leistungsstarken Rennwagen um.


Motorsportliche Sensation.

Bei ersten Testfahrten donnert der 315 kW (428 PS) starke 300 SEL 6.8 AMG mit bis zu 265 km/h über den Hockenheimring. Ein schwerer Unfall in der Ostkurve scheint das Projekt Tourenwagen im Keim zu ersticken, doch in endlosen Tag- und Nachtschichten wird der in auffälligem rot lackierte Renner fit für das 24-Stunden-Rennen von Spa gemacht, wo die 1,7 Tonnen schwere Luxuslimousine die 900 Kilogramm schweren Rennwagen düpiert.


Hans Heyer und Clemens Schickentanz siegen in ihrer Klasse und belegen Platz zwei im Gesamtklassement – nicht weniger als eine motorsportliche Sensation, von der die Marke bis heute zehrt.


Die Erfolge von Mercedes-Benz in der AMG sind in den 80er und 90er Jahren fest mit AMG verbunden.

Die Erfolge von Mercedes-Benz in der AMG sind in den 80er und 90er Jahren fest mit AMG verbunden.


Mercedes-Benz 190 E.

Anfang der 80er Jahre macht AMG erneut von sich reden. Diesmal nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch beim Kunden. Mit dem neuen Mercedes-Benz 190 E erhält AMG das perfekte Basisprodukt für das eigene Klientel. Der 215 km/h schnelle 190 E 2.3 AMG wird Ausgangsbasis für erste Rennerfolge in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Kurz danach wird AMG Motorenhersteller. Erhard Melcher bestückt den bekannten Fünfliter-V8-Motor der Mercedes-Benz Modelle 500 SL, 500 SE/SEL und 500 SEC nach einem Besuch in Detroit mit einem eigenständigen Zylinderkopf, der mit Vierventiltechnik ausgerüstet ist. Eingesetzt wird das sportliche Aggregat im Mercedes-Benz 500 SEC AMG. Mit 250 kW (340 PS) erreicht der Wagen seinerzeit sensationelle 259 km/h.


The Hammer.

Die hohe Nachfrage aus den USA sorgt für einen gigantischen Wachstumsschub, der seine Krönung wohl im Mercedes-Benz 300 CE 6.0 AMG – kurz „The Hammer“ - hat. Der aufgebohrte V8 verfügte neben Vierventiltechnik über eine scharfe Nockenwelle und allerhand Beiwerk und war damit eine wahre Kraftmaschine. „The Hammer“ saugte aus dem Vollen und konnte seine üppige Leistung von 283 kW / 385 PS aus sechs Litern Brennraum schöpfen. Das maximale Drehmoment: damals unvorstellbare 566 Nm. Seine Höchstgeschwindigkeit: 289 km/h. Dass der Melcher’sche Zylinderkopf ein wahres Kunstwerk deutscher Motorenbaukunst ist, spürt man auf jedem Kilometer. Der Klang, der Druck und diese Überlegenheit waren den Kunden in den verrückten 1980ern die Wahnsinnssumme von 335.000 D-Mark wert.


Eines der bekanntesten Triebwerke aus dem Hause AMG: der optimierte Fünf-Liter-V8 bekam Dank Hubraumerweiterung, Vierventiltechnik und scharfer Nockenwelle eine Leistungsspritze auf 385 PS.

Eines der bekanntesten Triebwerke aus dem Hause AMG: der optimierte Fünf-Liter-V8 bekam Dank Hubraumerweiterung, Vierventiltechnik und scharfer Nockenwelle eine Leistungsspritze auf 385 PS.


AMG Sonderausstellung im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart.

Faszination „50 Jahre AMG“ im Mercedes-Benz Museum.

Aus der älteren und jüngeren Historie gibt es bei der Sonderausstellung „50 Jahre AMG“ im Mercedes-Benz Museum Fahrzeuge und Motoren zu bestaunen. Die Ausstellung läuft vom 19. Oktober 2017 bis zum 8. April 2018. Das Museum in der Mercedesstraße 100, 70372 Stuttgart, hat täglich außer montags zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Nähere Informationen unter Telefon 0711 - 17-30000 oder per E-Mail unter classic@daimler.com