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Zeitreise mit dem Stern.

Das Kürzel SL „Sport Leicht“ könnte ich hier auch für „Schöner Lenken“ verwenden.
  • Zeitreise mit dem Stern.

  • „Schöner Lenken“.

    Das Kürzel SL „Sport Leicht“ könnte ich auch für „Schöner Lenken“ verwenden – hier bei einer von der Mercedes-Benz Niederlassung in München und Classic Car Travel organisierten Reise mit historischen Fahrzeugen der SL-Baureihen 113 und 107. Wie es sich ergeben hat, dass ich in Begleitung meiner lieben Frau überhaupt teilgenommen habe? Dazu müssen wir die Uhr ein klein wenig zurückdrehen.

     

    Für uns Kinder in den 60er-Jahren waren Fahrzeuge aller Art stets eine Faszination. Pkw gab es noch nicht sehr viele. In unserer Straße in München gab es genau drei Stück, einen Ford Taunus vom Zahnarzt, einen roten Lancia vom Gemüsegroßhändler und den 190D Ponton in Grafitgrau von meinem Vater. Er hatte einen Mineralölgroßhandel mit richtig großen Tankwagen – alle der Marke Mercedes-Benz –, und dort bin ich aufwachsen und habe später auch mitgearbeitet.

    Mit dem Schnellzug nach Sindelfingen.

    Im Dezember 1964 durfte ich mit meinem Vater nach Sindelfingen, einen 220 SE der Baureihe W 111 abholen. Allein die Zugfahrt war ein Erlebnis, weil wir mit dem Schnellzug fuhren. Nach Abwicklung aller Formalitäten und einem Mittagessen in der Werkskantine – da gab es noch kein Abhol-Center – wurden wir zu einer offenen Halle geführt.

    Mit dem Schnellzug nach Sindelfingen.

    Im Dezember 1964 durfte ich mit meinem Vater nach Sindelfingen, einen 220 SE der Baureihe W 111 abholen. Allein die Zugfahrt war ein Erlebnis, weil wir mit dem Schnellzug fuhren. Nach Abwicklung aller Formalitäten und einem Mittagessen in der Werkskantine – da gab es noch kein Abhol-Center – wurden wir zu einer offenen Halle geführt.

    Das Traumauto: Ein 280 SE Coupé.

    Dort standen die abholbereiten Fahrzeuge und neben unserer Heckflosse stand ein 220 SE/b Coupé – zweifarbig und mit roter Lederpolsterung. Den wollte ich haben, aber leider ging der Wunsch eines 5-jährigen Buben hier nicht in Erfüllung. Aber mein Vorsatz war: „Wenn ich einmal groß bin, werde ich auch Ölhändler und dann kaufe ich mir so ein Coupé.“ Mineralölkaufmann bin ich dann auch mit 22 Jahren geworden und der von meinem Vater gegründete Betrieb existiert noch heute.

    700 Stunden Arbeit.

    Aber das mit dem Coupé hat dann doch noch etwas länger – nämlich 44 Jahre – gedauert. Dann stand der 280 SE/C/8 der Reihe W111 endlich in der Garage. Da es sich um ein Restaurierungsobjekt handelte, dauerte es dann nochmal 5 Jahre, bis das meiste so wiederhergestellt war, wie der Wagen mal das Werk 1969 verlassen hat. Durch die betriebseigene LKW-Werkstatt meines Vaters konnte ich von ganz klein an handwerklich sehr viel lernen und so auch viel bei der Restauration mithelfen. Es kamen so ungefähr um die 700 Arbeitsstunden zusammen.

    Mit diesem unserem 280er wollten wir dann eigentlich an der Fahrt nach Südtirol teilnehmen – aber leider hat eine notwendige Reparatur am elektrischen Schiebedach und Dachhimmel diese Ausfahrt verhindert.

    700 Stunden Arbeit.

    Aber das mit dem Coupé hat dann doch noch etwas länger – nämlich 44 Jahre – gedauert. Dann stand der 280 SE/C/8 der Reihe W111 endlich in der Garage. Da es sich um ein Restaurierungsobjekt handelte, dauerte es dann nochmal 5 Jahre, bis das meiste so wiederhergestellt war, wie der Wagen mal das Werk 1969 verlassen hat. Durch die betriebseigene LKW-Werkstatt meines Vaters konnte ich von ganz klein an handwerklich sehr viel lernen und so auch viel bei der Restauration mithelfen. Es kamen so ungefähr um die 700 Arbeitsstunden zusammen.

    Mit diesem unserem 280er wollten wir dann eigentlich an der Fahrt nach Südtirol teilnehmen – aber leider hat eine notwendige Reparatur am elektrischen Schiebedach und Dachhimmel diese Ausfahrt verhindert.

    230 SL, handgeschaltet & Serpentinen.

    Und so bekamen wir einen Leih-Oldtimer von Mercedes-Benz zur Verfügung gestellt. Wir waren am Morgen der Abreise die Ersten und durften uns ein Fahrzeug aussuchen. Meine Frau bestand auf die Pagode in Silbermetallic – es war ein 230 SL mit 4-Gang-Schaltgetriebe –, und bei sonnigem Wetter haben wir dann die wunderschöne Südtirol-Reise erfahren können. Der 230 SL war in Topform und obwohl wir die kleinste Motorisierung besaßen, waren wir „im Konvoi“ immer ganz vorne. Serpentinen und Schaltgetriebe passten zusammen. Das hat so richtig Spaß gemacht!

    Bildergalerie.

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