Die Zeichnungen des Dr. Masao Kozu.

Ein Lebenswerk im Zeichen von Mercedes-Benz.

Seit bald sechzig Jahren zeichnet der Japaner Dr. Masao Kozu sämtliche Fahrzeuge von Benz, Daimler und Mercedes-Benz. Mehr als 5.000 Werke sind so seit 1956 entstanden. Vom 3. März bis 12. April 2015 stellt das Mercedes-Benz Museum ausgewählte Motive sowie den Künstler und sein umfangreiches Schaffen vor. Die Sonderpräsentation ist kostenfrei.

Sonderpräsentation im Mercedes-Benz Museum.

Vom 3. März bis 12. April 2015 zeigt das Mercedes-Benz Museum ausgewählte Zeichnungen, originale Zeichnungsbücher und einen kleinen Ausschnitt aus dem umfangreichen Werk des Japaners. Der Zugang zur Sonderpräsentation auf Ebene 0 vor dem Museumsshop ist kostenfrei.

Masao Kozu in seinem Arbeitszimmer. Links: ein Mercedes-Benz Typ 320 Cabriolet B, den er mit 16 Jahren aus der Erinnerung zeichnete.

Die erste Liebe war ein Mercedes-Benz Typ 320 Cabriolet B.

Ein kurzer Moment ändert Masao Kozus Leben grundlegend: Im Alter von 16 Jahren sieht er 1947 auf den Straßen Tokios ein außergewöhnliches Automobil, das ihn sofort fasziniert: „Stimmung und Stil“, erinnert er sich, begeistern ihn, dazu das harmonische Design – und erst der beeindruckende Stern auf der Kühlerhaube!

„Ich war sehr aufgeregt“, erzählt er. Erst viel später erfährt Kozu: „Das ist ein Mercedes“ – genauer gesagt ein Mercedes-Benz Typ 320 Cabriolet B, Baujahr 1937.

Inspiration: Pressefotos aus dem Jahr 1953.

Seitdem sammelt Masao Kozu alles Material über Mercedes-Benz, das er in die Finger kriegen kann.

Ein Brief besiegelt die besondere Beziehung.

„Bis dahin hatte ich nur Interesse an amerikanischen Autos“, sagt Masao Kozu und lacht milde, als gestehe er eine Jugendsünde. Denn seit dieser einschneidenden Begegnung hat der Japaner nur noch Augen für Fahrzeuge mit dem weltberühmten Stern. Diese Liebe blieb nicht ohne Folgen: Mit 21 Jahren schreibt Kozu einen Brief an das Unternehmen im fernen Stuttgart, um mehr über Mercedes-Benz zu erfahren. „Dann bekam ich sofort vom damaligen Werbeleiter Friedrich Pattosien viele Werkfotos und Verkaufsprospekte sowie Hans Liskas (Illustrator von Mercedes-Benz; Anm. d. Red.) Skizzenbücher und ein Modell vom Typ 300 Limousine“, erinnert sich der heute 81-Jährige.

Ein Brief besiegelt die besondere Beziehung.

„Bis dahin hatte ich nur Interesse an amerikanischen Autos“, sagt Masao Kozu und lacht milde, als gestehe er eine Jugendsünde. Denn seit dieser einschneidenden Begegnung hat der Japaner nur noch Augen für Fahrzeuge mit dem weltberühmten Stern. Diese Liebe blieb nicht ohne Folgen: Mit 21 Jahren schreibt Kozu einen Brief an das Unternehmen im fernen Stuttgart, um mehr über Mercedes-Benz zu erfahren. „Dann bekam ich sofort vom damaligen Werbeleiter Friedrich Pattosien viele Werkfotos und Verkaufsprospekte sowie Hans Liskas (Illustrator von Mercedes-Benz; Anm. d. Red.) Skizzenbücher und ein Modell vom Typ 300 Limousine“, erinnert sich der heute 81-Jährige.

Inspiration: Pressefotos aus dem Jahr 1953.

Seitdem sammelt Masao Kozu alles Material über Mercedes-Benz, das er in die Finger kriegen kann.

5.000 Zeichnungen seit 1956.

1956 beginnt Masao Kozu schließlich damit, die Fahrzeuge zu zeichnen – und ist seitdem nicht müde geworden, Personenwagen, Renn- und Nutzfahrzeuge aufs Papier zu bannen. Bis heute sind über 5.000 Zeichnungen in schwarzweiß und Farbe entstanden, von Carl Benz’ Patentmotorwagen bis zu neueren Konzeptfahrzeugen. Die legendären Silberpfeile sind darunter, der Mercedes Simplex, der C 111, aber auch historische Busse und Feuerwehrautos. Nur mit Bleistift und Wasserfarben arbeitet Kozu, im Durchschnitt benötigt eines seiner sehr detailreichen Werke zwei bis drei Stunden. Am liebsten fertigt er seine Skizzen am „lebenden Objekt“ an. Deshalb reist der Autodidakt regelmäßig nach Stuttgart ins Mercedes-Benz Museum, wo er seit 1960 gern gesehener Gast ist – auch wenn er sich meist nicht anmeldet. „Ich möchte niemanden stören“, sagt der sympathische Japaner bescheiden.

Masao Kozus Zeichenwerkzeuge.

Die Motive muten sehr sachlich an – doch exakte technische Zeichnungen, darauf legt Dr. Masao Kozu wert, sind es nicht. „Wichtig ist die Stimmung des Wagens, diese will ich darstellen“, beschreibt er seine Arbeit, „deshalb ist der Sichteindruck entscheidend und nicht die absolute Genauigkeit.“ Mit diesem Anspruch sieht er sich genau in der Mitte zwischen Kunst und Technik.

Masao Kozu erhält 2011 den Silver Star Award aus den Händen von Michael Bock, Leiter Mercedes-Benz Classic.

Auch für aktuelle Modelle hat der selbsterklärte „Verrückte“ Interesse: „Mercedes-Benz bleibt für mich das beste und schönste Automobil der Welt“, sagt Kozu im Brustton der Überzeugung. Und man glaubt es ihm sofort.

Zur Belohnung ein Silver Star Award.

Dass er nicht „stört“ – ganz im Gegenteil –, erfährt Masao Kozu 2011: Sein Enthusiasmus und auch sein jahrzehntelanges Engagement im Mercedes-Benz Club Japan werden im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125. Jubiläum des Automobils offiziell gewürdigt. Kozu erhält in Berlin den Silver Star Award, eine Auszeichnung, die nur verdiente Mitglieder der offiziellen Mercedes-Benz Markenclubs erhalten. „Das war der schönste Tag meines Lebens“, betont der solchermaßen Geehrte. Privat fährt der Ruheständler, der in Kawasaki vor den Toren Tokios lebt, natürlich auch einen Wagen mit Stern: seit 1993 einen 190 E, Baujahr 1993.

Zur Belohnung ein Silver Star Award.

Dass er nicht „stört“ – ganz im Gegenteil –, erfährt Masao Kozu 2011: Sein Enthusiasmus und auch sein jahrzehntelanges Engagement im Mercedes-Benz Club Japan werden im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125. Jubiläum des Automobils offiziell gewürdigt. Kozu erhält in Berlin den Silver Star Award, eine Auszeichnung, die nur verdiente Mitglieder der offiziellen Mercedes-Benz Markenclubs erhalten. „Das war der schönste Tag meines Lebens“, betont der solchermaßen Geehrte. Privat fährt der Ruheständler, der in Kawasaki vor den Toren Tokios lebt, natürlich auch einen Wagen mit Stern: seit 1993 einen 190 E, Baujahr 1993.

Masao Kozu erhält 2011 den Silver Star Award aus den Händen von Michael Bock, Leiter Mercedes-Benz Classic.

Auch für aktuelle Modelle hat der selbsterklärte „Verrückte“ Interesse: „Mercedes-Benz bleibt für mich das beste und schönste Automobil der Welt“, sagt Kozu im Brustton der Überzeugung. Und man glaubt es ihm sofort.

Ort der Inspiration: Masao Kozu im Mercedes-Benz Museum im Jahr 2006.

Fünf Wochen im Museum.

Trotzdem gefallen dem Japaner die Fahrzeuge aus den 1930ern bis 1950ern am besten. Seine besonderen Lieblinge sind der Typ 500 und 540 K, Roadster und Coupé. Und natürlich der Typ 320 Cabriolet B, der vor 65 Jahren alles auslöste. Aber auch der Typ 170 V, Typ 300 Limousine und Cabriolet D, Typ 220 Cabriolet A und, und, und.

Eine weitere Sternstunde ist im Jahr 2006 der Besuch im neu eröffneten Mercedes-Benz Museum in Stuttgart: Kozu bleibt fünf Wochen und zeichnet alle Exponate, etwa 200 Skizzen kommen dabei zustande. Wahre Liebe fordert eben ganzen Einsatz.

Diesen J-3 Düsenmotor entwickelte Masao Kozu.

Außerdem sammelt der 81-Jährige, der über Flugantriebe promovierte und als Ingenieur jahrelang Düsenmotoren entwickelte, historische Füllhalter aus Deutschland. Dafür besitzt Masao Kozu keinen Computer und will sich auch keinen zulegen. Was sollte er damit auch tun?

Vom Düsenmotor zum Mercedes-Stern.

Und was sagt Kozus Familie zu seiner außergewöhnlichen Leidenschaft? Der Vater zweier erwachsener Söhne und fünffache Großvater sagt: „Meine Frau hatte nie großes Interesse an meinen Reisen, aber viel Verständnis.“ Das muss sie wohl auch. Kozus Begeisterung für Mercedes-Benz ist sogar so groß, dass der Japaner eigens Deutsch lernte. Zudem verschrieb er sich der klassischen Musik aus dem Heimatland des Sterns: Brahms und Beethoven haben es dem Automobil-Enthusiasten angetan. „Ich liebe die Berliner Philharmoniker, besonders unter Leitung von Furtwängler und Karajan“, schwärmt er.

Vom Düsenmotor zum Mercedes-Stern.

Und was sagt Kozus Familie zu seiner außergewöhnlichen Leidenschaft? Der Vater zweier erwachsener Söhne und fünffache Großvater sagt: „Meine Frau hatte nie großes Interesse an meinen Reisen, aber viel Verständnis.“ Das muss sie wohl auch. Kozus Begeisterung für Mercedes-Benz ist sogar so groß, dass der Japaner eigens Deutsch lernte. Zudem verschrieb er sich der klassischen Musik aus dem Heimatland des Sterns: Brahms und Beethoven haben es dem Automobil-Enthusiasten angetan. „Ich liebe die Berliner Philharmoniker, besonders unter Leitung von Furtwängler und Karajan“, schwärmt er.

Diesen J-3 Düsenmotor entwickelte Masao Kozu.

Außerdem sammelt der 81-Jährige, der über Flugantriebe promovierte und als Ingenieur jahrelang Düsenmotoren entwickelte, historische Füllhalter aus Deutschland. Dafür besitzt Masao Kozu keinen Computer und will sich auch keinen zulegen. Was sollte er damit auch tun?

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