Mit viel Liebe zum Detail: Die Nachbildung der Avus in Berlin am 30. Mai 1937.

Mercedes-Benz Silberpfeile: Die Legende lebt.

Die visuelle Wiederbelebung legendärer Rennsituationen von Jan Rambousek und Playground.
Fotos: Jan Rambousek (Fotograf) und Petr Milerski
  • Mercedes-Benz Silberpfeile: Die Legende lebt.

  • Die Geburt des Mercedes-Benz Silberpfeils.

    Ein wolkenbedeckter Tag im Juni 1934. Auf dem Gelände des Nürburgrings steht ein weißer Rennbolide, der Mercedes-Benz W 25. Zwei Männer nähern sich: Während der eine aufgeregt mit den Händen gestikuliert, streift sich der andere Arbeitshandschuhe über und zieht einen Spachtel aus der Hosentasche. Behutsam kniet er sich vor den Wagen und beginnt, vorsichtig die Farbschicht abzukratzen. Die Sonne taucht kurz hinter den Wolken auf und lässt die silberne Aluminiumoberfläche des Fahrzeugs unter der Lackschicht aufblitzen.

    Um das Gewicht des W 25 zu verringern, damit dieser nicht das Maximalgewicht von 750 Kilogramm überschreitet, trägt ein Techniker im Auftrag des Rennleiters Alfred Neubauer wenige Stunden vor dem Grand Prix von Deutschland sorgfältig den Überlack ab – und schafft damit ein Symbol für die Ewigkeit.

    Exakte Nachbildung bis ins letzte Detail.

    Im Jahr 2014 feiert der als „Silberpfeil“ legendär gewordene Mercedes-Benz W 25 seinen 80. Geburtstag. Passend zu diesem Anlass haben sich der Fotograf Jan Rambousek und Kreativ-Direktor Tomas Kopecny von den Silberpfeilen zu einer außergewöhnlichen Dokumentation inspirieren lassen. Da nur noch wenig Originalmaterial aus den Geburtsjahren des Silberpfeils existiert, sammeln sie in monatelanger Arbeit so viel Text-, Foto- und Filmmaterial wie möglich.

    Fotograf Jan Rambousek und der Creativ-Director Tomas Kopecny bei der Arbeit am Projekt Silberpfeil.

    Dabei haben sie nur ein Ziel vor Augen: eine perfekte Wiedergabe historischer Situationen zu erreichen, exakt bis ins kleinste Detail. Von der Konstruktion der Fahrzeuge bis hin zur Landschaft rund um die Originalschauplätze und der Kleidung der Zuschauer wollen sie alles möglichst authentisch abbilden.

    Das Making-of.

    Zahlreiche Scribbles entstanden rund um die Silberpfeil-Geschichte.

    Scribble. Skizze. Modell.

    Vom Konzept bis zur Ausführung: Dieses Ziel setzt eine akribische Vorarbeit und konzentrierte Umsetzung voraus. Dabei entstehen unzählige Skizzen und Pläne, die die Entstehung der zwölf computergenerierten Fotografien dokumentieren. Von Scribbles über Skizzen bis hin zu 3D-Grafiken scheuen Jan Rambousek und Tomas Kopecny weder Zeit noch Mühen, um so viele Feinheiten wie möglich zu berücksichtigen. Das historisch korrekte Abbild des Grand Prix wurde durch das Bauen ganzer Tribünen, Menschenmengen und Silberpfeile im 3D-Modell zusätzlich gestützt.

    Hunderte von Helfern.

    Um die Bilder so realistisch wie möglich zu gestalten, benötigen Rambousek und Kopecny die Unterstützung von hunderten Statisten, die sich in zeitgenössischer Kleidung an den Originalschauplätzen in Szene setzen lassen. Die meisten davon sind mit Begeisterung dabei, zwischendurch gibt es Häppchen und Verpflegung. Sogar die jüngsten Statisten haben viel Spaß bei der Mitwirkung an dem Projekt, sie können so manchen Oldtimer beim Shooting bewundern – wenn auch der legendäre Silberpfeil erst nachträglich per „Green Screen“ eingesetzt wird.

    Zeitgenössisch gekleidete Statisten mit Regenschirm im Sonnenschein.
    Die im 3D-Programm erstellten Schauplätze werden professionell mit den Bildern realer Personen vereint.

    Hightech-Collage auf höchstem Niveau.

    Auf Basis alter Fotografien werden die ehemaligen Schauplätze für die Bühne des Silberpfeils nachgezeichnet – erst zwei-, dann dreidimensional. Perfekt wird die Fotomanipulation durch die Kombination der 3D-Modelle in ausgefeilter Form und Farbe mit den Realaufnahmen der Statisten an den Originalschauplätzen.

    Durch Fotomontage werden Übergänge geschaffen, die alle Medien ineinander fließen lassen und schließlich durch feine Verarbeitung ein so detailechtes, brillantes Bild entstehen lassen, dass die Betrachter die Spitzenzeiten des Silberpfeils beinahe hautnah erleben können.

    Zwölf Meisterwerke.

    Die Sonderausstellung auf dem Goodwood Festival of Speed 2014 bietet neben schönem Wetter und zahlreichen Automobilklassikern auch die zwölf faszinierenden Fotoarbeiten rund um den Silberpfeil.

    Goodwood Festival of Speed 2014.

    Die zwölf liebevoll gestalteten Bilder werden im Jubiläumsjahr der Silberpfeile an unterschiedlichen Orten ausgestellt: unter anderem auf dem Rasen des legendären Goodwood Festival of Speed, bekannt als Sammelpunkt für Rennsportbegeisterte. Dort können Besucher in einer Sonderausstellung die Meisterwerke bewundern und den Entstehungsprozess der computergenerierten Hommage an den Silberpfeil nachverfolgen. Für mehr Informationen kontaktiert den Projektkurator: Jun Okuma.

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