Mercedes-Benz 300 SE Rallyewagen.

  • Mythos 7: Mercedes-Benz 300 SE Rallyewagen.

  • Mercedes-Benz 300 SE Rallyewagen.

    Der Typ 300 SE ist zu Beginn der 1960er-Jahre das leistungsstärkste Rallye-Fahrzeug von Mercedes-Benz. Zu seinen spektakulärsten Erfolgen zählen 1963 die Plätze eins, zwei und vier beim Großen Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien. Das ausgestellte Fahrzeug fuhr allerdings keine Rallyes; ausgestattet mit Schiebedach, diente es Rennleiter Karl Kling als Dienstwagen.

    • Zylinder 6
    • Hubraum 2996 cm³
    • Leistung 230 PS (169 kW)
    • bei Drehzahl 5800/min
    • Höchstgeschwindigkeit 230 km/h

    Deutlich leistungsstärker.

    Der 300 SE Rallye unterscheidet sich äußerlich kaum von seinem Vorgänger, dem 220 SE. Mit 195, später 230 PS ist er jedoch deutlich leistungsstärker als der 220er, der Walter Schock 1960 und Eugen Böhringer 1962 die Rallye-Europameisterschaft sicherte. Schon in seiner ersten Saison, 1963, gewinnt der 300 SE die Rallye Akropolis und die Deutschland-Rallye. Seinen größten Triumph feiert das Fahrzeug in Südamerika: beim Großen Straßenpreis für Tourenwagen in Argentinien. Über eine Distanz von mehr als 4.600 Kilometer holt Mercedes-Benz dort 1963 einen fantastischen Vierfachsieg – den dritten Sieg in Folge. Und im Jahr darauf gewinnen Eugen Böhringer und Klaus Kaiser auf dem 300 SE noch einmal dieses äußerst schwierige Langstreckenrennen.

    Auf die Frage, wie er die enormen Anstrengungen des Rallyesports meistert, verrät der gelernte Koch Böhringer sein Patentrezept: ein Glas heiße Milch mit Traubenzucker und einem Schuss Rum. Mit dem 300 SE Rallyewagen starten Eugen Böhringer und Klaus Kaiser im Oktober 1963 beim Großen Straßenpreis von Argentinien. 4.624 Kilometer müssen die beiden Rennfahrer auf staubigen und kurvigen Landstraßen in Lateinamerika zurücklegen. Sowohl für die Männer als auch für den Wagen ist das eine enorme Belastung. Zum Glück ist der Mercedes-Benz 300 SE sehr robust und hält den größten Strapazen stand. Sich selbst hält Böhringer, wenn er am Steuer sitzt, mit einem Wundermittel fit. Wenn ihn die Müdigkeit überkommt, serviert ihm sein Co-Pilot Kaiser ein Glas heiße Milch mit viel Traubenzucker und einem Löffel Rum. Rum? Ja, richtig: Schnaps. Aber natürlich nur ein kleiner Schluck, eben ein Löffel voll. Schließlich soll Böhringer ja noch autofahren! Bald ist er wieder munter und kann mit neuer Tatkraft weiterdüsen. Nach 11 Tagen sind Böhringer und Kaiser am Ziel: Dank ihrer Ausdauer, ihres Geschicks, der Zuverlässigkeit ihres Wagens und des Zaubertranks als Erste.

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